Review: Trade Wind – You Make Everything Disappear

Eine neue Kombo ist auf dem Musikmarkt, gegründet von Jesse und Tom trägt das Projekt den Namen TRADE WIND und sorgt mit sanften Klängen für eine entspannte Atmosphäre.

Jesse von Stick To Your Guns und Tom von Stray From The Path schlagen sonst eher den harten Ton an, wo die Mengen zu typischen Hardcoreriffs moshen, einen Circlepit kreieren oder gar eine Wall of Death, umso verwirrter ist man am Anfang, wenn man in das zweite Album „You Make Me Everything Disappear„von Trade Wind reinhört. Denn es geht diesmal in die Richtung PostHardcore, wobei man ab und an kleine Stonerparts entdeckt. Durch den Gesang und die schleppenden Gitarren durchdringt einen ein Gefühl der Psychose, man fühlt sich wie in eine dunkle geheimnisvolle Welt versetzt, welche voller Schmerz durch Trennung und ähnlichem gefüllt ist. In jedem einzelnen Song ist die Melancholie zu spüren, schon allein durch Jesse’s Gesang, welche so sanft und gleichzeitig ausdrucksstark ist.

Trade Wind ist auf deutsch der Passatwind und beschreibt einen mäßig starken und sehr beständigen Wind. Passender hätten die Jungs aus Nordamerika den Namen nicht treffen können, denn es wiederspiegelt deren konstanten musikalischen Flow mit kurzatmigen Ausbrüchen.

Mit „I Hope I Don’t Wake Up“ eröffnen die Jungs ihr Album und sprechen gleich das Hauptthema „Trennung“ an, die Gedanken die einem im Kopf herumschwirren, wenn man verlassen wurde und sich einfach nur noch allein fühlt. Ständig singt er davon nicht mehr aufwachen zu wollen, ich glaube das Gefühl kennt man nur zu gut. Durch die eher ruhigeren Riffs, die nur zeitweise verstärkt werden entsteht eine unglaubliche Melancholie in dem Lied, was durch den Gesang nur noch mehr verstärkt wird. Der gesamte Longplayer behält dieses Feeling von Wut und Gefühlstumult in jedem einzelnen Song, worin deutlich zu merken ist, wie Jesse Barnett voller Trauer und Schmerz ist. Am deutlichsten wird dies im Song „Tatiana (I Miss You So Much)„, wo er über den Verlust seiner Freundin singt. Dabei beginnt er mit einer sanften Stimme zu berichten was los ist und schreit hinter her „I Miss You So Much“, was einem den Schmerz selbst fühlen lässt. Wie sie selbst sagen:

„Wir haben zuerst einen Fehler gemacht, den viele Bands machen und überlegt ‚Okay, was würden Trade Wind jetzt machen?‘ Das war für uns ziemlich schwierig. Also dachten wir uns ‚Scheiß drauf‘ und haben das geschrieben, was aus uns heraus musste. Es sollte nicht bewusst in eine bestimmte Richtung gehen, es war ein natürlicher Prozess, beinahe eine spirituelle Erfahrung. Wir sind so eine junge Band mit nur einer EP, es war also nicht zu spät, zu experimentieren.“

Der vorletzte Song „Untitled“ ist eine Pianoversion, welches das sanfteste Stück auf dem Longplayer ist. Hier zeigen die Jungs wie experimentierfreudig sie sind und jegliche Instrumente ausprobieren um bestimmte Atmosphären zu schaffen. Den Abschluss macht „Je T’aimerais Toujours„, was nochmal einen Funken Mut vermittelt, alles richtig gemacht zu haben.

Fazit: Wer auf PostHardcore mit besonders viel Melancholie steht, sollte sich den Longplayer unbedingt zulegen. Denn so viel Gefühl und Wahrheit erlebt man nur selten in einem Album. Man selbst wird in eine Welt der Trauer und Schmerzen entführt, wodurch Erinnerungen hochkommen können. Einem aber immer wieder klar gemacht wird, dass man sich von manchen Dingen trennen muss.

 

Tourdates: 

04.10. DE –  Berlin – Cassiopeia
05.10. DE –  Hamburg – Hafenklang
06.10. DE –  Köln – MTC
07.10. NL –  Eindhoven – Dynamo
08.10. CZ –  Prague  – Lucerna Music Bar
09.10. DE – München – Feierwerk
10.10. CH – Aarau – Kiff
11.10. DE – Karlsruhe – Alte Hackerei
12.10. BE – Antwerp – Kavka
13.10. UK – London – Barfly
Trade Wind – You Make Everything Disappear
Sound
Konzept
Hörspass
4.4

Ein Album der Superlativen

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Redaktion / Social Media Live immer am Start, schwört auf Hermes, mag Interpol..., macht 98,5% der Facebook-Posts, nutzt Apple, wird demnächst in Android eingewiesen per Admin, hatet Snapchat, ist ein Nordlicht und schaut kein Fußball!

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