Memphis May Fire in Hamburg – Ist die Flamme nach 10 Jahren erloschen?

Wie in den Jahren zuvor, musste man ganze zwei Jahre auf ein neues Albumrelease warten. Ende 2018 war es dann soweit und die Jungs rund um den sympathischen Fronter Matty Mullins veröffentlichten ihr sechstes Studioalbum „Broken“ über Rise Records. Nachdem sie dann 2019 diverse Festivals, sowie eine eigene Headliner-Tour in den Staaten hinter sich gebracht haben, freuten wir uns umso mehr darauf, die Jungs aus Nashville auch endlich wieder hier bei uns begrüßen zu können. Als Special Guest waren Walkways aus Tel Aviv mit von der Partie. Wir waren für euch bei ihrem zweiten Konzert in Deutschland, im Hamburger headCRASH, im Einsatz und hatten vor deren Auftritt sogar noch die Möglichkeit, mit Mullins und McGregor ein kurzes Pläuschchen zu halten. Das Interview werdet ihr auch schon bald auf unserer Homepage unter der Rubrik „INTERVIEWS“ zu lesen bekommen.

Um 20 Uhr betreten die fünf israelischen Alternative Metaller von Walkways die kleine aber feine Bühne des headCRASHs. Allzu viele Zuschauer konnte das Lineup nicht für sich gewinnen, der Saal ist zum Start nicht einmal halb gefüllt. Doch das ist für alle erschienenen Fans überhaupt kein Problem, denn so lässt sich der komplette Saal für größere Circle- und Moshpits auch besser nutzen. Und genau das verlangt Frontsänger Ran Yerushalmi auch direkt vom Publikum ab. Sie haben ihr aktuelles Album „Bleed Out, Heal Out“ am 14. Juni 2019 via Nuclear Blast auf den Markt gebracht und schmettern die neuen Tracks ohne große Zwischenreden der Crowd entgegen. Die Jungs haben den Wunsch, den Plan, es außerhalb der israelischen Metalszene zu etwas zu bringen, bekannter zu werden. Dieser Wunsch geht mit ihrem zweiten Album immer mehr auf, denn die Band setzt inhaltlich weiterhin auf eine emotionale Schiene, ausgelöst durch persönliche aber auch weltlichen Problemen. Wir für unseren Teil werden die Jungs auf jeden Fall weiterverfolgen, denn wir wurden angefixt.

Und dann kommen die Nashviller auf die Bühne … Schon beim ersten Blick auf die Setlist fällt auf, dass sich einige Songs des neuen Albums wieder mit inneren Konflikten beschäftigen, wie z.B. „The Old Me“ und „Who I Am“. Große Moshpits und andere Aktivitäten im Publikum lassen also auf sich warten. Bereits bei vorigen Alben präsentierte die Band viele Songs, die von Ängsten und Problemen handeln. Sänger Matty Mullins bietet dafür eine sehr kraftvolle Stimme. Nicht nur, dass er gefühlvolle Clean Vocals drauf hat; nein, seine Screams sind ebenfalls sehr ausdrucksstark. Die man durch die neuen Songs aber regelrecht an einer Hand abzählen kann. Dafür gibt es wie in „Heavy Is The Weight“ sogar eher einen Rap-Part von Andy Mineo und jede Menge Schmusegesang. Die Fans feiern es trotzdem und gehen bei den vereinzelten älteren Songs dennoch gut ab. Hier merkt man den direkten Unterschied.
All in all muss dennoch gesagt werden, dass der Trend wohl allgemein in der Metalcore-Szene fort vom Vertrackten und hin zu hymnenhaften Refrains geht, die einfach schon sehr vorhersehbar sind. Memphis May Fire ernten zwar Empathiepunkte mit ihren gefühlvollen und gleichzeitig sehr ausdrucksvollen Songs, galten aber dennoch einst einmal als große Metalcore-Hoffnung. Nun ja, das ist mittlerweile auch schon wieder zehn Jahre her und auf „Broken“ ist von den einst härteren Texanern nicht mehr so viel übrig geblieben. Lediglich ein zuckersüßer Modern-Metal-Sound. Schade …

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredit: United_Talent_Agency

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