Die „Overpower“-Tour von Any Given Day – Wenn der Name Programm ist

Auch wenn sie aus Deutschland kommen, so leben Any Given Day doch den amerikanischen Traum. 2012 gegründet, haben sie 2014 mit dem Debüt „My Longest Way Home“ bereits für großes Aufsehen sorgen können und mit ihrem 2016er Album „Everlasting“ gezeigt, dass sie mehr als nur ein Internet-Phänomen sind. Heute können Any Given Day auf unzählige Tourneen und Shows auf Bühnen jedweder Größe mit Genre-Koryphäen wie Caliban, Bury Tomorrow oder Trivium sowie euphorische Publikumsreaktionen und eine exponentiell angewachsene Gefolgschaft blicken, die die Band bei jeder sich bietenden Gelegenheit frenetisch feiert.
Um an diese Erfolge anzuknüpfen, starteten Dennis Diehl und seine vier Jungs von Any Given Day dieses Jahr nochmal so richtig durch! Ende 2018 hatte die Band schon den ersten Song ihres neuen Album „Overpower“ in den Medien veröffentlicht und gleichzeitig in fünf Städten fürs Frühjahr 2019 eine kleine Release Tour angekündigt. Es folgten reihenweise Auftritte u.a. auch auf dem Full Force-Festival in Gräfenhainichen, dort wo auch ihre Label-Kollegen Landmvrks die Meute zum Kochen brachte. Gemeinsam mit den Franzosen und den Schotten von Bleed From Within wird der Plan einer gemeinsamen Tour für Ende 2019 ausgetüftelt. Wir waren für Euch auf dem drittletzten Stopp der Jungs im Hamburger Gruenspan mit dabei.

Unter der Melodie von „Hollow“ marschieren die fünf Jungs von Landmvrks als Erstes auf die Bühne und sammeln im darauffolgenden Song „Blistering“ die gesamte Energie des Gruenspan-Publikums auf. Jedes Mal aufs Neue bekommt man ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wenn man Flo und seinen Bandmitgliedern zusieht, wie sie den Moment leben. Leider ist nach „Fantasy“ dann nach knapp einer halben Stunde deren Auftritt auch schon wieder vorbei, man ist aber durch die eingängigen Hymnen und mitreißenden Mosh- und Circlepits durchaus ins Schwitzen gekommen.

Mit geballter Power geht es auch bei Bleed From Within weiter. Die aus Glasgow stammenden Jungs heizen der Crowd mit acht Songs, die größtenteils aus ihrem 2018 erschienenem vierten Album „ERA“ stammen, ordentlich ein. Vom Metalcore bis hin zum Melodic Death Metal, von hyperschnellen Melodie-Riffings fusioniert mit brachialen Stampfern. Vom rauchig geschrienen Klargesang von Sänger Scott Kennedy zum Löwengebrüll. Die Schotten sind von Anfang bis Ende sehr vielschichtig und liefern einen spektakulären Auftritt ab. Danach benötigt man erstmal eine längere Durchschnauf-Pause und ein Bier, um sich auf den Headliner des Abends vorzubereiten.

Any Given Day stehen für harte Riffs und mitreißende Refrains und das beweisen die fünf Jungs aus Gelsenkirchen mit „Overpower“ wieder aufs Neue. Mit einer Setlist auf 18 Songs fühlt man sich den späten Abend hindurch gut entertaint und kommt gut ins Schwitzen, denn der Gruenspan ist am heutigen Abend restlos ausverkauft. Die Interaktion mit dem Publikum darf bei Diehl nie zu kurz kommen. Der sympathische Muskelprotz präsentiert sich auch heute Abend einmal mehr als vielseitiger Vokalist, der sowohl tiefe Growls rauswürgt, als auch mitreißende Hymnen singen kann. Von den am Anfang der Karriere noch vereinzelt auftretenden Djent-Einflüssen, hat sich die Band aber fürs neue Album verabschiedet.
„Overpower“ war ein richtiger und wichtiger Schritt für die Band noch weiter weg von der Gefahr zu kommen, zu geradlinig zu komponieren und sich damit selbst kreativ zu limitieren. Aber wir sind uns dennoch sicher; Any Given Day haben definitiv das Potenzial dazu, in ein paar Jahren komplett zu explodieren und noch größere Venues zu füllen. Der Grund dafür liegt nicht nur in den energetischen Live-Shows und der sympathischen Erscheinung des Quintetts, sondern definitiv auch in der Musik, die eine nahezu ideale Vermischung alter und neuer Metalcore-Tugenden darstellt.

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredit: Kevin Randy Höfer

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