Summerfeeling mit Rüfüs du sol in Hamburg

Man schlendert an der Promenade von Venice Beach entlang, die in die Strahlen der untergehenden Sonne getaucht ist. Goldgelbes Licht vor dunkelblauem Himmel, warme Luft, die einen umgibt und der Blick durch Palmen auf einen endlosen weißen Sandstrand gerichtet. So oder so ähnlich lässt sich das Gefühl beschreiben, was am Montag überwiegend beim Konzert der australischen Alternative Dance Band Rüfüs du Sol im Docks entstanden ist. Die drei Jungs aus Sydney verstehen es im Rahmen der Tour ihres dritten Studio-Albums „Solace“ eine locker-leichte Stimmung zu verbreiten, die selbst einen Montagabend, unbeschwert wie die Verlängerung des Wochenendes wirken lässt.

Gute Vorarbeit für diesen Frohsinn leistet Willaris K. als Support mit einem soliden 40-minütigen Set, das die Menge für das noch Kommende vorbereitet. Denn das Set von Rüfüs du Sol startet gewaltig mit „Eyes“ als Opener und zieht damit sofort das Publikum in seinen Bann. Imposant wirkt zum anderen die Inszenierung der Bühne. Die Musiker stehen auf Podesten jenseits der Kopfhöhe der Zuschauer und werden durch Belichtung von allen Seiten mehr als gekonnt in Szene gesetzt. Besonders eindrucksvoll lässt sich dieser Effekt von der hinteren Empore mit direktem Blick auf die Bühne beobachten. Dazu passt der Sound durch Live-Instrumente und vom Live-Gesang unterstützt wie die Faust aufs Auge. Für die gesamte Inszenierung hat Rüfüs  wirklich eine 1+ mit Sternchen verdient.

Wie gesagt, ist der Einstieg wirklich nicht von schlechten Eltern und reißt die begeistern Zuhörer mit. Die Instrumente generieren einen schönen Klang und harmonieren hervorragend mit den elektronischen Parts; besonders erwähnenswert dabei ist ein Schlagzeug-Solo im zweiten Song. Währenddessen pulsiert der Bass so heftig, dass die Bildschirme der vorgelagerten Technik-Stube sichtlich vibrieren. Damit ist das erste Drittel schneller vorbei als man ahnt, da auch die Übergänge sehr schön gewählt sind.

Danach wird es im zweiten Drittel etwas hakelig. Die nächsten Songs, ebenfalls vom aktuellen Album, wirken monoton und können nicht richtig an die vorangegangene Euphorie anknüpfen. Es scheint als wolle der Funke nicht so recht überspringen und lädt maximal zum zurückhaltenden Mitwippen bei immer noch überwältigender Lichtshow ein. Man kann diese also entspannt auf Videos für Instagram festhalten, ohne großartig etwas zu verpassen.

Anschließend trumpfen Rüfüs  allerdings mit einem überragenden Abschluss noch einmal richtig auf. Dabei merkt man, dass die Australier normalerweise ausverkaufte Headliner-Shows oder Festivals wie Coachella spielen. Das sorgenfreie Summerfeeling ist zurück und belebt die Location von Neuem. Spätestens ab dem Hit „Underwater“ wird klar, warum sich die Einlassschlange mehrere hundert Meter über den Kiez schlängelte. Man kann sich einfach in der Leichtigkeit der Musik verlieren und genießen. Die letzten Songs „Innerbloom“, „Another Life“, „Treat you better“ und „No Place” bilden das Highlight der Veranstaltung ab und lassen die Masse nun ausgelassener mittanzen und mitsingen. Wesentlicher Stimmungsträger ist nicht zuletzt die Ausstrahlung von Sänger Tyrone Lindqvist, der das ganze Konzert über strahlt und sichtlich Spaß am Auftritt hat.

Somit spaziert man mit einem guten Gefühl noch einmal gedanklich über die Promenade von Los Angeles und genießt die letzten gedachten Sonnenstrahlen, bevor es wieder ins graue, kalte Hamburg zurückgeht.

Livereview: Jacky Dürkop
Fotocredit: Kevin Randy Emmers

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