Im Interview mit the one and only Evil Jared (Hasselhoff)

Evil Fuckin‘ Jared is in town, partypeople! Das haben wir natürlich zum Anlass genommen, um uns auf dem diesjährigen Reload Festival in Sulingen den ehemaligen Bassisten der Bloodhound Gang für ein kleines Pläuschchen am Donnerstagabend zu schnappen und mit ihm ausführlich über sein neues Leben als DJ und allgemein über sein Wohlbefinden hier in Deutschland zu reden. Denn dieser Jägermeister-Liebhaber lebt schon seit einigen Jahren im alternativen Kreuzberg. Dabei lieferten wir uns auch noch einen harten aber fairen Daumenkampf, den wir leider verloren haben. Abschließend versuchte Jared dann aber noch einige Fragen aus unsrem magazininternen Freundschaftsbuch zu beantworten.

Gringoz: Vielen Dank, Jared, für deine Zeit. Bist du gut hier angekommen, alles gut soweit?
Jared: Ohja, auf jeden Fall. Ich war die letzten Tage auf der Gamescom und hatte dort ein paar Auftritte, nun bin ich zwei Tage hier und dann geht’s am Samstag zu einem anderen Festival weiter. Aber als DJ hat man ja einfach ein paar Stunden lang einige Knöpfe zu bedienen und sollte coole Songs in der Playlist haben. Das ist das geniale daran DJ zu sein, du drückst willkürlich einen Knopf und alle rasten komplett aus! Das liebe ich so sehr!

Gringoz: Findest du es denn tatsächlich für dich cooler als DJ aufzulegen oder vermisst du die alten Zeiten mit der Band?
Jared: Oh, DJ zu sein ist um einiges besser! Ich lege auf den gleichen Festivals auf, auf denen ich mit der Band gespielt habe, ich lege auch in den gleichen Clubs auf, in denen ich mit der Band war. Aber ich bin nur für mich alleine und muss sonst auf keinen Rücksicht nehmen. Wenn du in ner Band bist, da bedenken viele einfach nicht, was für ein enormer Kostenaufwand hinter einem Konzert steckt. Da brauchst du zum Beispiel eine ganze Crew, die muss bezahlt werden. Du brauchst einen Manager, der bezahlt werden muss. Du musst die Flüge bezahlen, du musst die Hotels bezahlen. Den Promoter, das Essen, usw. Als DJ bezahlst du lediglich den Promoter und der erledigt und bezahlt dann alles Weitere. Du merkst, alles easier wenn man alleine umher tourt.
Und nein, ich vermisse das Bandleben an sich nicht wirklich. Ich vermisse den Bus. Die Roadtrips im Bus fehlen mir schon ein wenig, das war cool.

Gringoz: Aber kannst du dir denn ein Comeback mit der Band vorstellen?
Jared: Ich würde sagen, dass alles möglich ist. Sag niemals nie. Vor ein paar Wochen war ich zusammen mit Jimmy auf einem Konzert von Iron Maiden in Philadelphia. Wir sind also schon noch in Kontakt.

Gringoz: Da gibt’s es ja deine kleine aber feine Fernsehsendung „Evil Science“. Hast du für neue Folgen schon ein paar neue Ideen sammeln können?
Jared: Oh, das habe ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr wirklich verfolgt. Wir haben schon ein paar neue Ideen, die eventuell machbar sein könnten mit Netflix oder Amazon Prime eventuell. Aber im Moment kann ich nicht viel darüber erzählen, ist noch alles recht wage und in weiter Zukunft.

Gringoz: Fällt dir da spontan etwas ein, wo die Leute sagen könnten „Oh Gott, das ist jetzt nicht sein Ernst? Ernsthaft?!“?
Jared:
Puuuh gerade nicht wirklich. Ich hab genug krasse Sachen gemacht glaub ich. Das war damals was für den 20jährigen Jared. Jetzt bin ich ja etwas älter … *lach*

Gringoz: 2006 bist du nach Berlin gezogen, da dir das damalige politische Klima in den USA nicht gepasst hatte. Kannst du dir vorstellen, jetzt unter Trump wieder zurück zu ziehen?
Jared: Nein. Ich habe ja mittlerweile ein Kind und das geht hier zur Schule. Ich könnte mir nie vorstellen, mein Kind in eine Schule in den USA zu schicken. Hier in Deutschland kann ich sicher sein, dass sie nach der Schule wieder nach Hause zurückkommt. In Amerika kannst du das nicht, denn dort findet fast tagtäglich eine Schießerei in Schulen statt. Es ist auch schon gar nicht mehr die Frage, ob geschossen wird, sondern wann die nächste Schießerei stattfindet. Es sind ja auch nicht nur die Schulen betroffen, da gibt’s auch solche Irren, die in den Shopping Malls loslegen, auf Konzerten oder in den Fußgängerzonen anfangen wild umher zu schießen. Ich selbst habe auch eine kleine Waffe zuhause und werde sie erst wieder abgeben, wenn mir jemand garantieren kann, dass keine Menschen mehr einfach so auf offener Straße oder sonst erschossen werden. Es ist echt traurig, dass es die Leute, die an der Macht sind echt nicht gebacken bekommen, diese Dinge zu regeln. Wenn du einmal an dem Punkt angekommen bist, dass Waffen wichtiger sind als Menschen, dann frage ich mich echt, in welchem Land ich eigentlich lebe.

Gringoz: Das ist echt richtig traurig. Aber dann stellt Deutschland für dich automatisch ein besseres Land dar? Oder was genau ist Deutschland für dich persönlich?
Jared:
Ja, hier ist es definitiv familienfreundlicher. Hier muss ich mir auf offener Straße keine Gedanken machen, gleich erstochen zu werden oder ähnliches. Auch auf Festivals ist es hier anders als in den USA. Da laufen auch immer viele mit Gewehren umher. Schrecklich.

Gringoz: Ist es für dich von Zeit zu Zeit schwerer geworden, immer diesem Marktanspruch gerecht zu werden? Wie kommt man nach so vielen Jahren im Business mit dem Druck klar?
Jared:
Früher war das natürlich alles einfacher. Aber da haben wir als Band auch 2-3 Festivals in der Woche gespielt oder 5-6 Auftritte. Da bist du einfach die ganze Zeit am machen und tun und denkst darüber nicht so viel nach. Jetzt arbeite ich nur noch an einigen Tagen in der Woche und da ist es dementsprechend einfach, sich auf die einzelnen Tage gut vorzubereiten und sich darauf zu fokussieren.

Gringoz: Danke Jared für die Antworten. Wärst du noch so lieb und würdest in unser Freundschaftsbuch schreiben? *lach*
Jared:
Na aber klar doch!

Interview: Mona Riahi
Fotocredits: Kevin Randy Höfer

About The Author

Keine Kommentare on "Im Interview mit the one and only Evil Jared (Hasselhoff)"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.