3 Mal SOLD OUT – Von Wegen Lisbeth überzeugen in Hamburg

Von wegen Lisbeth (VWL) zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten hieß es dieses Wochenende in Hamburg. Dreimal spielen die Fünf aus der Hauptstadt in der Großen Freiheit 36, dreimal vor ausverkaufter Kulisse und dreimal mit nahezu grenzenloser Euphorie.
Doch noch einmal einen Schritt zurück zum Sonntag, 29. September 18:18 Uhr: Unter leichtem Nieselregen auf der Reeperbahn herrscht vor der Location des Abends reger Betrieb. Zwar beginnt das Konzert erst um 19:00 Uhr, doch die Vorband lockt bereits weit vorher zahlreiche Anwesende aus dem Hamburger Regenwetter in den Zuschauerraum des Kiezclubs. Bei besagter Vorband handelt es sich nämlich um niemand geringeren als die deutsche Rockband Milliarden. Mit ihren bekannten Hits, wie zum Beispiel „Kokain und Himbeereis“ oder „Berlin“ bringen sie die Massen schon einmal ordentlich in Tanzstimmung. Besonderer Clou dabei ist das Cover von „Chérie“, welcher auch bei VWL am Anfang des Abends stehen soll. Über eine Stunde lang heizen die Musiker dem Publikum richtig ein, sodass die Stimmung frühzeitig fantastisch ist sowie zum Tanzen, Mitsingen und Genießen eingeladen wird. Zu einer kurzen Umbaupause, in der das Bühnenbild mit Vorhang für VWL gerichtet wird, stehen die Zeichen schon sehr gut für einen vergnüglichen Abend.

Um 19:37 Uhr fällt dann der Vorhang und das Fünfergespann von VWL startet in ihren bunten Bühnenoutfits voll durch. Textsicher begleiten die Fans die Band in ihr Set mit Liedern wie „Westkreuz“ oder „Meine Kneipe“. Der Einstieg ist absolut mitreißend gestaltet, sodass Mittanzen und Mitsingen auf dem Pflichtprogramm stehen und man sich der guten Laune auch wirklich nicht erwehren kann. Zugleich überzeugen die Künstler auch musikalisch, indem sie sich ausgesprochen vielseitig präsentieren. So kommt das dritte Lied zum Beispiel mit einem starken Instrumental-Part daher, mit dem die Jungs ihr Können an ihren Instrumenten unter Beweis stellen können. Doch nicht nur in der eigenen Rolle fühlen sie sich pudelwohl: beim Tausch von Frontsänger Matthias Rohde mit Robert Tischer, dem Mann für Synthesizer und Percussion, wird klar, dass sie noch sehr viel mehr zu bieten haben.

Diese Feststellung manifestiert sich ebenso in den verschiedenen Klangrichtungen. Mal wird man Zeuge von eher elektronischeren Klängen, bei denen der Synthesizer dominiert und man sich zwischenzeitlich an die 90er Jahre zurückerinnert fühlt. Bei Liedern wie „Alexa gib mir mein Geld zurück!“ geht’s wiederum rockiger zur Sache. So oder so sind VWL dabei immer textlich an aktuellen, gesellschaftskritischen Themen orientiert und sprechen damit vor allen Dingen die jüngere Generation von Konzertgängern an. Besonders erfreulich zu beobachten ist, dass trotz Durchschnittsalter in den 20ern, das Handy nicht besonders oft zum Einsatz kommt. Bei den bekannten Hits lassen sich vielleicht für einen Augenblick drei, vier Geräte in der Menge ausmachen, aber zum Großteil wird der Moment gemeinsam erlebt und die Musik zelebriert. Dies ist auch der Leitgedanke des heutigen Abends, miteinander Spaß haben und die Musik genießen, welches das bevorstehende Ende des Wochenendes ganz schnell vergessen lässt. Mit jener Leichtigkeit geht es rasant durch den Abend, an dem VWL reihenweise Songs aus ihren beiden Studioalben zum Besten geben.

In einer Ansage beziffern sie angesichts doppelter Spielzeit, aber auch doppelten Ticketpreisen, im Vergleich zu drei Jahren zuvor, den Preis pro Song auf 1,28 Euro. Der Endspurt bringt dann noch einmal eine furiose Steigerung der Stimmung mit sich. Zu „Bitch“ und dem allseits bekannten „Wenn du tanzt“ hält es wirklich niemanden mehr an seinem Platz und verwandelt die Große Freiheit in einen Tempel aus Spaß, Schweiß und Euphorie. Um 21:11 Uhr beginnt zu guter Letzt die umjubelte Zugabe mit dem Titel „Untergang“ des Abendlandes“, welches wiederholt die Variabilität an Instrumenten wiederspiegelt, indem es hauptsächlich vom Saxophon getragen wird.

Wir empfehlen euch, dass wenn ihr einen unbeschwerten Abend haben wollt, der den stressigen Alltag nicht gänzlich ausblendet, sondern ihn vielmehr mit pointierten Texten und vielseitigen Klängen angenehm vertont, seid ihr bei VWL absolut an der richtigen Adresse.

Fotocredit: Nils Lucas
Review: Kevin Randy Höfer & Jacky Dürkop

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