Wie der Phönix aus der Asche – As I Lay Dying in der Sporthalle, Hamburg

Die Zwangspause durch die Gefängnisstrafe des Frontsängers Lambesis tat womöglich der ganzen Band gut. Wie auch anders hätte man das neue Album und die gleichnamige Tour sonst nennen sollen. Durch Social Media konnte man bereits einiges zum neuen Album mitverfolgen und somit auch den Tatendrang und Willen der Band dort wieder weiterzumachen, wo sie 2014 aufgehört hatten. Zur Unterstützung hat sich das Quintett Fit for a King, Unearth und Chelsea Grin mit ins Boot geholt.

Grandioser Opener
Man hätte sich für diese Tour keinen passenderen Support als die christlichen Dudes aus Texas besorgen können. Die vier Jungs von Fit for a King heizen dem Publikum zum frühen Samstagabend schon ordentlich ein und zeigen durch ihren kurzen aber energiegeladenen Auftritt wieder einmal mehr, wie sehr sie sich doch in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Mit den Tracks „Backbreaker“ und „The Price of Agony“ wird die Meute schon zu Beginn an zum fleißigen Moshen motiviert. Als die Band dann noch weitere Songs aus ihrem 2018 erschienenen „Dark Skies“ rausballert, ist es mit der Crowd geschehen. Zum Ende kommen folgen dann noch drei Songs aus dem vierten Album „Deathgrip“ und man wird in die wohlverdiente Verschnaufspause entlassen.

Darf es ein wenig Melodic Death Metal sein?
Nach einer halbstündigen Pause trifft man dann auf die harten Boys von Unearth. Frontsänger Trevor Phipps macht sofort klar, dass es ein kurzes Intermezzo geben wird und schleudert dem Publikum acht Songs innerhalb einer halben Stunde zusammen mit seinen Jungs entgegen. Zwischen einer Wall of Death und einigen Pits kann man zu den eingängigen Riffs ausgelassen sein Haupthaar schütteln. Ein richtig guter Mix zum Metalcore und vor allem auch eine schöne Abwechslung zum nachfolgenden Act.

Wechsel zu Rise Records und Wechsel zu Tom Barber
Was so ein Wechsel – egal wovon oder wohin – doch immer für immense Auswirkungen hat … Was 2007 mit Koehler und Kilbourn noch unter anderem Bandnamen begann und nun letzten Endes ein komplett neues Band-Lineup darstellt, sollte sich nach der 2. Pause nun auf der Bühne beweisen. Und das tat der neue Frontsänger, Tom Barber, der vierköpfigen Deathcore-Band Chelsea Grin auch. Das aggressive und penetrante Shouten ist allerdings auch nicht jedermanns Sache und so bekommt man mit, dass sich vor allem die älteren Generationen lieber für ein Bierchen draußen vor der Tür zusammenfanden und dort lieber die Zeit bis zum Headliner des Abends absitzen. Doch der Großteil des Publikums rückt näher nach vorn und begutachtet den jungen Tom dabei, wie er die Bühne als eine Art Catwalk für sich entdeckt und dadurch immer wieder nervös auf und ab läuft und dabei versucht, die Meute zum Moshen zu motivieren.

Willkommen zurück!
Perfekter als mit dem neuen Opener „Burn to Emerge“ und dem ersten Song der neuen Platte „Blinded“ kann der Auftritt von As I Lay Dying nicht beginnen. Zeitgleich lässt man einen großen, rot angeleuchteten Vorhang zu den letzten Klängen fallen und die Band betritt einzeln nacheinander die Bühne. Man merkt sofort, dass die Band Bock hat, hier heute Abend allen zu beweisen, dass sie gestärkt und voller neuer Ideen und Kraft zurückgekehrt ist. Und das macht sich vor allem auch bei der sehr gut durchgemischten Setlist bemerkbar. Nach einigen neuen Songs werden auch alte Klassiker wie „Forsaken“, „The Darkest Nights“ und „Paralells“ gespielt. Beim namensgebenden Song der Tour wird natürlich auch nicht an Flammen und Feuer gespart. Als nach einer Stunde die letzten Töne von „94 Hours“ erklingen, wird man ein bisschen melancholisch, dass das Konzert fast schon wieder vorbei ist. Aber die Band hat noch drei weitere Songs im Schlepptau, gibt noch einmal alles und die Gitarristen packen zu „Nothing Left“ die einmaligen Riffs aus. Man fühlt den Spirit der Band, dass sie wieder zueinander gefunden haben und perfekt zusammen performen können. Hach, was ein schönes Konzert – Willkommen zurück AILD!

Redaktion: Mona Riahi

Bildquellen

  • as I lay dying: Hamburg Konzerte

About The Author

Keine Kommentare on "Wie der Phönix aus der Asche – As I Lay Dying in der Sporthalle, Hamburg"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.