Rise of Obererbach – Das Pell-Mell Festival 2019 in Höchstform

Obererbach, du alte kleine Festivalheimat. Einmal im Jahr pilgern wir zu dir in den schönen Westerwald (Achtung, es gibt nicht nur ein Obererbach), um auf deinem Sportgelände und der Umgebung uns die letzten Open Air Konzerte des Jahres anzuschauen. Vorab lieferte sich durch das ziemlich knackige LineUp mit Caliban, Rise of the Northstar, Evergreen Terrace, Montreal oder gar For The Fallen Dreams und vielen weiteren bereits ein durchweg positives Bild, was uns so schon vertraut ist. Mit viel Metal und Hardcore Bands wird hier gepunktet, während sich gerade im mittleren Bereich des LineUp´s gerne mal die ein oder andere Überraschung / Erfrischung versteckt. Ob das ganze auch in der 14. Ausgabe noch funktioniert, erfahrt ihr natürlich in unserem Bericht.

Uns ist leider nicht bekannt, wieviele Lämmer vorher geschlachtet und was für unmengen an 4-Blättrigen-Kleeblättern gesammelt wird, aber auch 2019 haben die Veranstalter trotz des recht späten Festivaltermins sowohl in Sachen Wetter, als auch Temperaturen wieder einmal den goldenen Stich gelandet. Mit gefühlt 18 Minuten Gesamtzeit an Regen und durchgehenden Temperaturen von über 20 Grad ließ es sich auch dieses Jahr streng nach Festival Kodex auf den Campingplätzen aushalten. Kleine Planschbecken, offene Toastbrot Packungen, etwas Dosenbier und natürlich Ravioli haben hier dieselbe Präsenz, wie zur sommerlichen Hauptsaison – und das immerhin fast im September! 

Knappe 5 Minuten Fußweg von der Campingfläche entfernt befindet sich der Sportplatz von Obererbach, auf dem sich das gesamte Festival abspielt. Hier haben sich schon Bands wie Emil Bulls, Eskimo Callboy, Callejon oder We Butter The Bread With Butter das Mikro in die Hand gedrückt. Und auch 2019 funktioniert die Symbiose aus Metal meets Party perfekt. Wo eben noch Szenengröße Vitja den Sportplatz befeuerte, spielen anschließend Hausband Destination Anywhere und Skapunk Programm runter wie am ersten Tag oder nach den taktvollen Deutschrock Hymnen von Radio Havanna durfte der Pit sich auf Our Hollow, Our Home freuen – durchgehende Abwechslung hat hier Priorität und kommt super an. Die quasi nicht vorhandenen Laufwege auf dem Gelände bieten es an, dass man nach jeder Band entweder seinen Flüssigkeits Vorrat direkt in Sichtweite der Bühne aufstocken kann, oder an einem der Essensstände sich zu den verschiedensten Gerichten (teils natürlich auch Vegan!) austoben konnte – alles meist zu einem sehr fairen Preis. 

Generell muss man dem Festival zugute halten, dass es im Vergleich zu anderen Mitbewerbern mit diesem Programm durchweg fair bleibt, was die Preispolitik angeht. Für unter 30€ lässt sich hier ein Wochenende samt Camping buchen, auf welchen man mit über 15 verschiedenen Szene Größen durchweg bedient ist. Getränke habe Kneipenpreise und wer mal zuviel von Livemusik hat, kann sich in den hinteren Teil des Geländes zurückziehen und dort einfach mit Bekannten und Freunden das Festival genießen. Wenn wir schon bei Bekannten und Freunden sind, sei gesagt, dass sich das Pell-Mell Festival durch ihre treue Fangemeinde wie ein kleines Familientreffen anfühlt – die wenigsten feiern hier ihr Debüt und meist sind es gerade vor der Bühne oder auf den Weg zum Gelände dieselben Gesichter wie die letzten Jahre, welchen man so begegnet, sodass auch der Fokus nicht mal unbedingt auf dem LineUp liegt sondern auf dem Festival selbst, welches schon ein Grund zum Ticketkauf ist – hat man wirklich selten in dieser Zeit. Zumal zu jeder Ausgabe des gesamte Dorf auf den Platz ist, sei es als Besucher oder als Helfer – ganz egal ob jung oder alt – alle sind da!

Doch hinter Sympathie oder Gesellschaft muss sich das Festival nicht verstecken, gerade mit Rise of the Northstar und Caliban an der Speerspitze war der Andrang 2019 für Pell-Mell Verhältnisse bombastisch positiv. Mit Engst aus Berlin wurde der diesjährige Geheimtipp (unsere Meinung) gefunden, Buster Shuffle war die willkommene Abwechslung des Wochenendes und verdammt, was haben wir uns so gar nicht dafür interessiert, als es während Caliban kurz zu regnen anfing – grandios!

Das Pell-Mell Festival wandelt einen negativen Aspekt der größeren Festivals einfach mal in einen positiven um – mit einem überwiegend europäischen LineUp wird auch nach 14 Jahren noch für abwechslung gesorgt – denselben Headliner? Gab´s noch nie. Hier werden gründlichst die Perlen der Szene raussortiert und präsentiert – und generell scheint das Pell-Mell Festival dafür ein Händchen zu haben – nicht wenige Größen haben hier vor ihrem großen Durchbruch gespielt, wie zum Beispiel Jupiter Jones, Eskimo Callboy oder Callejon. Die Chancen stehen also ziemlich gut, hier und heute den Headliner von morgen bereits zu sehen.

Wir fühlten uns in den zwei Tagen wie immer super aufgehoben, schwelgen noch ein bisschen über den letzten Festivalauftritt von Destination Anywhere und sehen schon mit großer Vorfreude auf das kommende Jubiläum 2020, wenn es zum 15. mal kurz vor Herbst sich wieder nur um die Musik und Party dreht – wir werden dabei sein.

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Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen - oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

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