Mini Mansions – Guy walks into a Bar… Plattenkritik

Endlich wieder anständiger Indie! Das ist das Erste, was dem Hörer durch den Kopf gehen dürfte, sobald die ersten Takte des neuen Mini Mansions Longplayers Guy walks into a Bar, erklingen. Weg mit dem weichgespülten Coachella-Bands, die nur gerade so viel grooven, dass die Frisur und der Sonnenhut beim Tanzen nicht verrutschen, hinfort mit dem schrecklichen Autotune und Elektronika-Gedudel, bei den Mini Mansions gibt es Gitarren, coole Keys, sich wiederholende Lyrics (Sind das die Killers, oder springt die Platte….Platte….Platte….?) und eine Bowie-eske Leadstimme.

Bereits nach dem ersten Song harrt der/die Indiejünger/in ekstatisch der Dinge, die da kommen- und es wird tatsächlich immer besser. „Bad Things (that make you feel good)“ ist eine explosive Mischung aus Billy Idol und wieder Bowie (Bowie rulez! Also ist das schon okay), und die Tanzbarkeit ist definitiv gegeben. Wo ist die Nietenjacke? Am Besten zu kombinieren mit spitzen Lederstiefeln und einem offenen Hemd- so klingt der Song! „Don’t even know you“ stimmt leisere Töne an und avanchiert so zu einer wundervoll harmonischen Indieballade, die auch ein moderner John Lennon geschrieben haben könnte. Im Verlauf kristallisiert sich der individuelle Stil der Band heraus, ein bisschen 80er, ein bisschen 90er, ein bisschen 70er und ganz viel Charme. Besondere Anspieltipps sind neben “Time Machine“ noch „Living in the Future“. Die Gruppe, die mittlerweile ins elfte Schaffensjahr geht, hat aber vor Guy walks into a bar… erst zwei Alben veröffentlicht. Ob es daran liegt, dass Bassist Michael Shuman auch noch bei den QOTSA spielt?

45 Minuten und elf Songs verzücken Mini Mansions mit eingängigen Melodien, Indierock ohne Längen und setzen Dopaminkanonen beim Hörer frei, die locker fünf Tafeln Schokolade und zehn Bier ersetzen.

 

Im August sind die drei lustigen Drei live in Köln, München und Berlin in kleinen Clubs zu sehen- klare Liveempfehlung- die Mukke dürfte euch sonnigen Gemüts durch den Spätsommer bringen!

 

Köln, 16-Aug-2019, Blue Shell

München, 19-Aug-2019, Strom

Berlin, 20-Aug-2019, Privatclub

 

Redaktion: Désirée Pezzetta

Sound
Konzept
Hörspaß
4.2

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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