half.alive – Now, not yet – Plattenkritik

Die Kalifornische Band half.alive legt mit now, not yet pünktlich zum Hochsommer ein leichtfüßiges Indiealbum vor. Das erste Studioalbum des Trios aus Long Beach, das sich erst 2016 gegründet hat, verbindet klassischen Indiepop mit Electronica und wandelt so auf den ausgetretenen Pfaden des Indietronic. Dennoch spielen half.alive direkt in der Oberliga des Genres mit. Dazu tragen die eingängigen Melodien und durchaus deepen Lyrics der zwölf Songs des insgesamt knapp 45minütlichen Debüts bei. Für sich sprechen auch die Streamingzahlen der ersten Single „Still feel“, die bereits bei über 20 Millionen liegt. Dabei ist dieser Titel, der im Vers recht discogroovig daherkommt, nichtmal der stärkste Song auf now, not yet. Da gibt es noch „Runaway“, eine soulige upbeat Nummer, deren antithetischer Text um die Selbstfindung des lyrischen Ichs geht, oder „Pure Gold“, ein wirklich klassischer Indietrack, der sofort im Kopf bleibt und in die Beine geht.

half. alive bieten für jeden Geschmack des modernen Hipsters etwas an. Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Disco, ein bisschen R&B und Soul und ein bisschen Elektro. Auf dem Coachella oder Lollapalooza wird genauso gut funktionieren, wie auf dem Hurricane oder Rocken am Brocken. Die aktuellen Hoffnungen bei half.alive liegen nunmehr auf den kommenden Liveauftritten im November, denn auf der Bühne könnten die Tracks, die auf now, not yet streckenweise einfach zu brav daherkommen, richtig zünden.

Vergleichen könnte man die US-Amerikaner einmal quer durch die Indiepalette von Two door Cinema Club, über MGMT bis hin zu den Parcels, was grundsätzlich am Genre, in dem sie sich bewegen, liegt. Der musikalische In(die)-zest funktioniert seit 20 Jahren ohne nennenswerte Spätfolgen. Ob die Band ihren Status in der Szene behalten kann, wird die Livepräsenz der Truppe und das zweite Album zeigen.

 

Redaktion: Désirée Pezzetta

 

 

Sound
Konzept
Hörspaß
3.7

Leichtfüßiges Indiealbum ohne Höhen und Tiefen

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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