Happiness Festival… is home on a rainy day.

Das Happiness Festival öffnete dieses Wochenende zum 28. Mal seine Tore für Besucher aller Altersklassen. Wenn man die Feldwege überwunden hat, findet man es in einer Talsenke inmitten des Waldes der Gemeinde Straubenhardt und weiß einmal mehr wieso es von den Donots als schönstes Festival Deutschlands betitelt wird. Dazu trägt nicht nur die Lage bei, sonder auch die, mit viel Liebe, in Handarbeit aus Holz gefertigten Sitzbänke, Stände und Tribünen, die von eifrigen Helfern schon Monate im Voraus gefertigt werden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man neben den üblichen Flunkyball-Spielern auch einige Familien mit Kindern antrifft. Da die Bühne sich weiter unten im Gelände befindet, kommt jede Art von Besuchern auf ihr Kosten: wer tanzen und mit grölen will, kann runter in die Menge, während man auf den Anhöhen gemütlich, auf seiner Picknick-Decke sitzend, den Ausblick auf das Konzert genießen kann. Vielleicht hatte man aber auch Glück und konnte sich einen Platz in eine der aufgespannten Hängematten ergattern.
Einziger Nachteil; Sollte es – wie üblich – regnen, verwandeln sich die Wege in wahre Schlammrutschen, auf denen man zwar gut hinab, aber nur schwer wieder hoch kommt. So kann der Weg zum Zelt zu einer fast unmöglichen Herausforderung werden, je mehr der Alkohol-Pegel steigt. Doch wahre „Happianer“ nehmen so etwas gelassen, schließlich währe es doch kein richtiges Festival wenn man sauber wäre! Und möchte man sich in den Sonnenstunden doch mal von dem angetrockneten Schlamm befreien, kann man das auf dem Campingplatz unter den angebrachten Freiluft-Duschen tun.
Das Festival eröffneten am Freitag Tiavo. Feine Sahne Fischfilet, die das Co-Headliner das Festival am Freitag bespielen sollten, fielen leider durch einen gebrochenen Arm aus, für Nachschub war aber schnell gesorgt: Von Wegen Lisbeth rollten an und tauschten ihre Spielzeit dann nochmal kurzerhand mit Bosse. Zwar wurden die reingeschmuggelten Bengalos

dann erst am folge Tag bei den Donots in der Menge gezündet, die Stimmung war bei der Band und den Fans aber nicht zu übertreffen. Alligatoah rundete den Freitag perfekt ab, das einzig störende an diesem Tag schien der Auftritt des 187 Straßenbandes Mitglied GZUZ. Die Veranstalter wurden im Vorfeld von mehreren Seiten schon aufgefordert das Konzert abzusagen, auf Grund Belästigungsvorwürfen und der Benutzung des Hitlergrußes. Nicht unbedingt die beste Wahl für ein Familienfestival.
Für leichtes Stirnrunzeln sorgte auch die Reihenfolge der Line-Ups am Samstag. Punk und Rap wechselten sich ab, während am Ende die Headliner AnnenMayKantereit wieder alle zur Ruhe kommen ließen. Das sorgte unter Anderem auch für rege Bewegung im ersten Wellenbrecher, in welchem sich, bis auf die erste Reihe vor der Bühne, ein stetiger Wechsel stattfand.
Die Donots powerten sich, wie auch die duzenden Male zuvor, die sie das Festival schon besuchten, wieder komplett aus und rissen die Menge mit sich. Ihr Auftritt wurde von Frontmann Ingo Knollmann abgedrundert, der wie auch bei ihrem letzten Besuch, einen Sprung von der VIP Lounge auf die Menge vollzog und sich zurück zur Bühne tragen ließ. SDP stellten eine Show auf die Beine, die keine Wünsche mehr offen ließ – von einem aus Mülltonnen bestehenden Schlagzeug, über aufblasbare Bälle und Flamingos, die über die Menge hüpften bis hin zu einem Feuerwerk hatten sie alles dabei. Da kommt der Rapper Rin, der den Spot zwischen den zwei energiegeladenen Bands im Vergleich nicht gut weg. Gemütlich schlenderte er in Jogginghose über die Bühne. AnnenMayKantereit beendeten das Festival für dieses Jahr, und liesen es entspannt ausklingen.
Alles in allem ist das Happiness ein wundervolles Festival, voller Vielfalt, das seinem Namen alle Ehre macht. Wer also Tickets für 2020 haben möchte muss aufpassen, denn diese sind meist recht schnell ausverkauft.

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