Die Sommer-Edition des World Club Dome war ein voller Erfolg

An diesem langen Pfingst-Wochenende ist einiges los in Festival-Deutschland. Neben den Rockgiganten Rock am Rin und Rock im Park sowie dem Sputnik Spring Break in Sachsen, gibt es für Freunde der elektronischen Tanzmusik Etwas in Frankfurt am Main auf die Ohren. Bereits zum siebten Mal macht der World Club Dome Station in der Commerzbankarena und verwandelt die hessische Bankenstadt zum restlos ausverkauften „größten Club der Welt“.

Passend zur Verkündung des ersten DJ Sets von der ISS, ist das Thema der diesjährigen Sommer-Edition „Space“. Überall lässt sich das Motto wiederfinden: in der aufwendigen Gestaltung der Zombie-Stage, imposanten Weltraum-Shows zum Eröffnen und Schließen des Festivals und in Walking Acts von Star Wars. Diese posieren nicht nur für abertausende Fotos, sondern haben auch die Aufgabe die einfliegenden Stars auf dem Helikopterlandeplatz zu begrüßen. Danach erfolgt die Eskorte durch die aufgebaute Kolonnade mit Fotos von Künstlern der vergangenen Jahre bis hin zum Unterschreiben auf der eigenen Säule, bevor es noch zum Interview oder direkt in die Arena ging.

Der Himmel über Frankfurt ist uns gnädig gestimmt und so wird bis auf eine Ausnahme am Freitag das ganze Wochenende unter exzellentem Festival-Wetter getanzt und gefeiert. Aufgrund eines angekündigten Sturmtiefs werden am Freitag die Aktivitäten im Außenbereich, und damit auch das Konzert von Paul Kalkbrenner in der Pool Area, vorzeitig beendet. Allerdings tut dies der Stimmung keinen Abbruch, sodass einfach in dem überdachten Eintracht Frankfurt Stadion weiter gefeiert wird. Hier tritt neben den großartigen Acts Le Shuuk, Nervo und Marshmello auch der überragende Armin van Buuren auf. In dem 105minütigen Set bringt er die Halle zum Beben und beweist zurecht, warum er der King of Trance ist. Für uns begründet sein fulminanter Auftritt eindeutig das Highlight am Freitag.

Am Samstag geht das Programm dann in die Vollen und startet auf allen 13 Bühnen ab 11:30 Uhr voll durch. Besonders cool gemacht ist das Bühnenbild auf dem Frankfurter Berg, der heute von Elrow gehostet wird, und ein quietschbuntes Zauberland abgibt. Zu lässigen Klängen tanzten die Besucher gemeinsam mit den verrückten Darstellern unter dem größten Konfettiregen, den man sich vorstellen kann. Ein weiterer Hingucker ist die Dixie-Stage, die versteckt zwischen den gleichnamigen Klohäuschen liegt, wo heute zu 90’s & Ibiza Classics ordentlich die Post ab geht.
Bis zu den Headlinern am Abend kann man sich auf dem weitläufigen Gelände inklusive Schwimmbades wunderbar die Zeit vertreiben. Und die Headliner am Abend hauen gleich mal ordentlich rein. Timmy Trumpet legt nach W&W und Nicky Romero auf und veranstaltet die reinste Abrissparty. Das Publikum flippt zu den Klängen der Trompete völlig aus und eskaliert aufs Feinste. Wer damit noch nicht genug bedient war, kam spätestens um 21:45 Uhr auf seine Kosten. Zu dieser Zeit betritt niemand Geringeres als Steve Aoki die Bühne und hat die Crowd ab der ersten Sekunde fest im Griff. Die Halle ist dermaßen energiegeladen, dass die Luft zu vibrieren scheint. Jetzt hält es niemanden mehr auf den Füßen; ob man will oder nicht, man muss tanzen und sich bewegen. Master Aoki nutzt dies geschickt zu seinen Gunsten und bringt auch seine klassischen Tortenbomben zu dem Song „Cake Me“ sicher in die begeisterte Menge.
Ein Wermutstropfen ist, dass die viel umworbene Weltpremiere von Steve Aoki featuring Timbaland mit lediglich zwei gemeinsamen Songs doch recht mager ausfällt. Wer sich also auf ein weltweites Unikat gefreut hat, dürfte enttäuscht worden sein. Ebenso fraglich ist der kurze Auftritt der Black Eyed Peas in den letzten Minuten der Show. Steve Aoki verkündet euphorisch, dass seine Freunde extra den langen Weg aus Kalifornien auf sich genommen haben, um heute Abend mit uns zu sein und dann haben sie ein paar kurze Worte und sind, ähm naja wie soll man sagen, wieder gegangen. Welchen Grund dieser mysteriöse Auftritt der Band haben sollte, bleibt uns und den anderen Festivalgästen leider verborgen.

Kurz nicht aufgepasst und auf einer der VIP Afterparties die Nacht durchgezecht ist auch schon wieder Sonntag, der ganz unter dem Zeichen „Music, not genre“ steht. Neben dem exzellenten Elektro Line-Up mit Alison Wonderland, Neelix, David Guetta und Dimitri Vegas & Like Mike lassen sich auch andere Namen im Spielplan lesen. Der, vorher in den sozialen Medien hauptsächlich negativ diskutierte, Auftritt von Capital Bra fällt dabei als Erstes ins Auge. Viele haben sich gefragt, was ein Rap-Artist auf einem Elektro-Event zu suchen hätte. Doch sie alle taten dem erfolgreichsten Künstler der Geschichte (gemessen an der Anzahl der Nummer-Eins-Hits) Unrecht, da die Outdoor Mainstage dermaßen gut besucht war, dass sich kaum noch ein freies Plätzchen mit Blick auf die Bühne erhaschen ließ. Aber am Ende will natürlich niemand enthusiastisch mitgesungen haben…
Ein weiterer untypischer Act kam mit den Mädels von Chefboss daher, die man in den letzten Jahren eher auf Festivals wie dem Deichbrand oder Hurricane bestaunen durfte. Nun standen sie bei strahlendem Sonnenschein in Frankfurt und haben die Bühne ordentlich gerockt. Das anfänglich etwas verhaltene Publikum taute mit der Zeit und der enormen Lockerheit von Frontfrau Alice Martin Stück für Stück auf und tanzte gemeinsam mit der Chefboss Crew um Tänzerin Maike Mohr ausgelassen. Wir können nur sagen, dass sich die Background-Tänzer von Jason Derulo vom Vortag eine Scheibe von der krassen Choreographie der Hamburgerinnen hätten abschneiden dürfen.
Sonntagabend wird es kurz nochmal unübersichtlich. Aus internen organisatorischen Gründen werden die Hauptacts Robin Schulz, Don Diablo, David Guetta und Dimitri Vegas & Like Mike auf der Mainstage Indoor munter durchgetauscht. Bis auf diese kleine Unstimmigkeit gibt es an der Organisation und ihrer Umsetzung aber nichts zu meckern und es wurde im Großen und Ganzen ein reibungsloser Festivalablauf ohne dramatische Zwischenfälle präsentiert.

Alles in allem haben, dem Veranstalter zufolge, an diesem Wochenende mehr als 180.000 Menschen aus über 70 Nationen gemeinsam die elektronische Musik zelebriert. Unter Hochwetter ist die Stimmung zu jeder Zeit ausgelassen gewesen und die Freude für die einzelnen Acts elektrisierend. Der Versuch ebenso Rap oder Pop mit in das Line-Up einzubauen kam nicht so schlecht an, wie nach der massiven Kritik im Vorhinein zu vermuten galt. Teil des „größten Clubs der Welt“ zu sein ist auf jeden Fall ein Gefühl wie von einem anderen Planeten und wir freuen uns auf die nächste Ausgabe 2020.
Parallel zum Festival haben die Big City Beats die nächsten Termine und Frühbucherpreise rausgehauen.

Fotocredit: Kevin Randy Höfer @Gringoz Magazine 

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