Junge Römer – Giant Rooks Live, Nürnberg Z-Bau Saal 30. Mai 2019 AUSVERKAUFT

 

 

Fast scheint es, als sei die Band, die heute auf der Bühne steht schon jahrzehntelang Geschäft. In Wirklichkeit sind die fünf Mannen von Giant Rooks aber noch sehr, sehr jung. Gerade mal Anfang 20, doch alles andere als Rookies auf den Bühnen der Welt. Was 2014 als klassische Schülerband begann, wurde schnell zum  Selbstläufer. 2016 zum PopNRW Newcomer gekürt, bestritten Giant Rooks zahlreiche Konzerte, zuletzt als Support von Annenmaykantereit, und versetzten Kritiker in Verzückung. Deutscher Indiepop, der gar nicht Deutsch klingt, ArtPop der besten Güte, ein Livephänomen- aus den Vorschusslorbeeren könnten sich zahlreiche römische Kaiser Kränze flechten.

Der Saal des Nürnberger Z-Baus ist ausverkauft und zum Bersten gefüllt, als Giant Rooks um kurz nach 21 Uhr die Bühne unter frenetischem Jubel betreten. Zunächst ertönt als Intro Cara declares war (hier geht es wirklich um Cara Delevingne) dann rockt das Quintett energisch mit 100mg los. Im Fokus (und im Licht) steht eindeutig Sänger Frederik Rabe. Er spielt des Weiteren auch Gitarre und Percussion. Mit seiner charmanten Art führt er das Publikum durch den Abend, unterstützt von seinem Cousin
Finn Schwieters an der Gitarre, Finn Thomas am Schlagzeug, Jonathan Wischniowski am Piano-Synthie und Luca Göttner am Bass. Überhaupt sind Giant Rooks im Gesamten grundsympathisch. Die Freude über die Verzückung des Publikums scheint echt, man glaubt Rabe, wenn er kopfschüttelnd und breit grinsend dem Nürnberg Publikum attestiert, dass es ganz und gar verrückt sei und wie sehr sich die Band freut, heute Abend spielen zu dürfen. Die Fans danken es mit noch mehr Jubel und einer fast schon erschreckenden Textsicherheit- kein Song, der nicht lauthals mitgesungen wird. Doch, es gibt Ausnahmen, denn immer, wenn Frederik alleine an der Gitarre, im Scheinwerferlicht, singt, dann ist es andächtig ruhig im Saal. Der fränkische Anstand gebietet es, dem Künstler Respekt zu zollen.

Neben den Gassenhauern Chapels, Bright Lies und New Estate finden sich in der Setlist auch Rainfalls, Wild Stare, ein gelungenes Bowie Cover zu Life on Mars und als dritte und letzte Zugabe King Thinking. Der Sound ist durchweg anstandslos gut, das Licht on point und gut akzentuiert und die Band performt auf hohem Niveau. Auch abseits der Bühne bestätigt sich der gute Eindruck weiterhin- Fair Trade Merchandise und für die EP zahlt man, was man möchte oder kann. So geht kluges Musikmarketing 2019, Giant Rooks haben es verstanden.

Giant Rooks sind jung, fresh, on fleek und bringen einen Hauch Internationalität in die deutsche Indiepop-Szene. Der Hype um die fünf Musiker aus Hamm ist absolut berechtigt, besser kann eine Band kein Konzert bestreiten. Nicht zuletzt die ausverkauften Venues zeugen von der Qualität von Giant Rooks, die in spätestens zwei Jahren den Popolymp erklommen haben dürften.

Redaktion und Fotocredits_ Désirée Pezzetta

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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