Plattenreview: Royal Republic – Club Majesty

VÖ: 31-Mai-2019

Die schwedische Kombo Royal Republic legt mit Club Majesty ihren vierten Longplayer vor, der in gewohnter Manier partywütige Rockfans in Verzückung geraten lässt. Seit mehr als zehn Jahren tummeln sie sich nun im Musikzirkus und haben allem Anschein nach die Weltformel für beständigen Erfolg und eingängige Riffs gefunden.

Daher verwundert es nicht, dass die Mannen um Adam Grahn auch auf ihrem neuen Album das tun, was sie am Besten können- nämlich rocken, bis der Arzt kommt. Oder bis das Bier leer ist. Das Album, das mit dem Ausruf „Ah, c’mon!“ des Frontmanns beginnt, ist von Anfang an auf Party gebürstet.

 

Neue Wege mit alten Sounds

Nun lehnen sich Royal Republic auf Club Majesty für ihre Verhältnisse schon weit aus dem Fenster, denn obwohl sie ihrem unverwechselbaren Stil treu bleiben, trauen sich die Herren aus Malmö auch an neue Soundelemente. So hört man auf dem Opener Fireman & Dancer neben mehrstimmigen Gesang in Queen-Manier auch ein Saxophon. Anna Leigh entführt uns in die poppigen 80er und mit Blunt Force Trauma öffnen sich Royal Republic sogar für Soulpop a la Tom Jones. You can’t fight the Disco hingegen hat deutliche Indieanleihen, die ebenso ihren Landsmännern von Mando Diao eingefallen hätten sein können. Apropos Indie, Boomerang (wieder mit Bläsern) klingt, als hätten Franz Ferdinand sich ein Stelldichein mit Kiss geliefert und diese Mischung macht den Track zum Hit des Albums. Das sexuell aufgeladene Like a Lover zeigt wieder eine ganz andere Seite der Band: Konzentriert auf das Wesentliche präsentieren Royal Republic hier in feinstem Bluesrock das intensivste Stück auf Club Majesty. Trivia am Rande: Under Cover, der vierte Song des Albums, war ursprünglich als Jingle für eine große Kondommarke geplant.

 

Never change a winning tune

Never change a winning team konnte bei Royal Republic zuletzt getrost zu never change a winning tune umgedichtet werden- weitere berühmte Beispiele für dieses Schema gibt es zur Genüge. AC/DC, Kiss, The Hives… schließlich keine schlechte Gesellschaft! Auf Club Majesty jedoch macht die Band musikalisch gleich mehrere Schritte nach vorne. Die Produktion ist poppiger, die einzelnen Songs in sich gebündelter und abwechslungsreicher, ohne dabei den bekannten Royal Republic Sound aufzugeben. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber die geschickte Kombination aus neuen und alten Sounds, gepaart mit eingängigen Melodien und Texten, die sowohl auf Festivals, als auch Clubgigs schnell zu begreifen sind, machen das Album zu einer im wahrsten Sinne runden Sache.

Sound
Konzept
Hörspaß
4.2

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

Keine Kommentare on "Plattenreview: Royal Republic – Club Majesty"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.