Hoch gepokert – tief gefallen? So war das Impericon Festival in der Leipziger Messehalle am 20.04.2019

Mit dem LineUp für das diesjährige 9. Impericon Festival in Leipzig haben sich die Veranstalter selbst ein Bein gestellt, denn mit Hollywood Undead als Headliner eines Metalcore-/Hardcore-Festivals war die Veranstaltung am Ostersamstag vorab schon kontrovers diskutiert worden. Schließlich folgt die Band unter anderem Vorreitern wie Heaven Shall Burn oder Parkway Drive.

Das Impericon Festival hat sich seit Beginn im Jahre 2011 einen Namen in der deutschen und europäischen Festivallandschaft gemacht und hinterlässt im vergangenen Jahr noch mit einem überzeugend starken LineUp eine Schneise der Verwüstung in fünf Städten. Auch 2019 sind wieder 20 Bands auf zwei Bühnen geladen und geben sich von 10 Uhr bis Mitternacht die Klinke in die Hand – der Unterschied aber ist die Konstellation.
Den diesjährigen Impericon-Bandwettbewerb hat Rising Insane gewonnen. Die Bremer Metalcore-Band steht somit als Opener um 10.10 Uhr auf der Lonsdale Stage in einer sich nur langsam füllenden Messehalle. Es sei jedoch erwähnt, dass sich für den recht frühen Start an einem Samstagmorgen schon mehr Menschen vor Ort verzeichnen ließen als im Vorjahr. Mit Holding Absence kann den bisher eingetrudelten Gäste allerdings noch nicht so richtig eingeheizt werden.

Für diejenigen, die es an diesem Samstag krachen lassen wollten, ging es erst am frühen Abend mit Deez Nuts, Nasty und Emmure so richtig mit dem Violent-Dancing und einigen Kampfsportaktivitäten los. Mittlerweile muss man auch schon länger an den Bierständen und der Bar anstehen, da die meisten Gäste sich wohl eher das Abendprogramm des diesjährigen LineUps zu Gemüte führen wollen.
Mit der Lonsdale Boxing/Acoustic Stage haben sich die Veranstalter für dieses Jahr etwas Neues überlegt. Die Akustik-Sets von Jesse Barnett und Defeater laufen innerhalb eines Boxrings ab, bei dem der Sound leider ständig durch die Soundchecks an den großen Bühnen übertüncht wird. Auch die Aufmachung eines Boxrings als Location für eher sanfte und ruhige Töne der Akustik-Acts sollte vielleicht noch einmal überdacht werden. Würde sich da nicht vielleicht eine „Chill-Out-Area“ mit Sitzsäcken und Teppichen besser machen?

Zum Ende des Tages hin geben Callejon und Caliban noch einmal Vollgas und überzeugen beide mit einer sehr interaktiven Show mit Wasserbällen und Lasern. Die Stimmung wird durch weitere zahlreiche Effekte noch mehr angeheizt und wird schließlich von dem „Ausreißer des Abends“, den Donots, nur dankend entgegen genommen. Die Band hat sich für den heutigen Abend einen kompletten Abriss zu Ehren ihrer mittlerweile 25-jährigen Bandgeschichte vorgenommen und schmettern Klassiker wie „Stop the Clocks“, „Calling“ und „So long“ nur so dahin. Die Menge ist begeistert und schnell wird klar, dass die deutsche Punkrock-Band ihre Daseinsberechtigung bei diesem Festival hat.
Der Hauptgrund für Viele, bis zum Abend durchzuhalten, ist der eigentliche Headliner des Festivals. Stick to your Guns zelebrieren mit einem gut sortierten Set alte wie neue Songs und bringen die Crowd noch einmal ordentlich zum Beben. Als der letzte Riff von den Saiten geht, merkt man relativ schnell, wie sich die Messehalle zu Leeren beginnt.

Der Zauber des Abends ist für viele dann nach knapp 12 Stunden wieder vorbei. Das Publikum, welches sich vor der Monster Stage für Hollywood Undead zu versammeln beginnt, besteht größtenteils aus den jüngeren Gästen. Mit viel Feuerstrahlern, Lichteffekten und Klimmbimm versucht die Band ihren recht eintönigen neuen Songs mehr Glanz und Anklang bei den Menschen zu verleihen. Doch eines steht fest; die Band hat für einige aus der Szene musikalisch ihren Zenit schon längst überschritten.
Es bleibt nur zu hoffen, dass aus dem „Fehlgriff“ gelernt wird und somit für das 10jährige Jubiläum im nächsten Jahr wieder ein anderer Wind durch die Halle Eins der Leipziger Messe wehen kann. Einer, der am Ende wiederum eine Schneise der Verwüstung hinter sich her zieht.

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredits: Kevin Höfer ( Impericon Festival Oberhausen ) 

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