Stick together and Stick to your Guns – Live Review zur Show im Gruenspan, Hamburg am 25.04.2019

Um 18 Uhr sieht man bereits einige feierwütige Gäste mit Bierchen in der Hand die Straße der Großen Freiheit zum Grünspan hinauf tingeln. Es ist ein lauer Sommerabend in Hamburg und alle Zeichen deuten darauf hin, dass es ein genialer Abend in den heiligen Hallen des Grünspans wird, in denen schon Legenden wie Alice in Chains und Linkin Park ihre Songs zum Besten geben durften. Vor den Türen des in den 1970er Jahren gegründeten Musikclubs steht bereits auch eine kleine Gruppe von PETA-Anhängern, die gegen den Walfang protestieren und zeigen damit die Verbundenheit zu Frontsänger Jesse Barnett, der auch durch seinen vielseitigen Einsatz in der Aktivistenszene bekannt ist.

Als erster Support dürfen die kanadischen Hardcore-Jungs von Get the Shot um 20 Uhr auf die Bühne. Jean-Philippe Lagacé macht bereits zu Anfang klar, dass er vom Publikum einiges abverlangen wird. Und so geschieht es auch; zu fast jedem der insgesamt 10 Songs fordert er oder ein anderes Bandmitglied die Meute auf, sich in einem Circle Pit zu verausgaben. Gesagt – Getan und schon nach der Hälfte der gespielten Setlist ist die Crowd topmotiviert und eskaliert zudem noch in einer kleinen aber feinen Wall of Death. Der Schweiß tropft nur so von der Decke, als die Band nach einer halben Stunde die Bühne wieder verlässt und den teils erschöpften Gästen eine kurze Verschnaufspause gönnt. Ein grandioser Auftakt!

Als sich die Crowd vor den Türen der Location wieder etwas gefangen hat, geht es zurück in die mittlerweile stickige Halle, in der nun Matthias Tarnath und die restlichen belgischen Jungs von Nasty dem Publikum weiterhin einheizen wollen. Der nun bis zum letzten freien Stehplatz gefüllte Saal tut sich nun allerdings schwer, den vorhergegangenen Vibe durch die ruppigen Beatdown-Parts weiter am Leben zu erhalten. Lediglich der Anteil der Meute vorne an der Bühne liefert sich ein paar Kampfsporteinlagen und springt zu einigen Songs, aufgefordert durch Tarnath, von der Bühne. Zum Ende der lichteffektiven Show der Belgier ruft Tarnath, wie für Nasty üblig, zum „Stick together!“ in der Hardcore-Szene auf.

In der Pause zum Hauptakt des Abends, drängen immer mehr Leute in den vorderen Bereich des Saals und die Meute bebt als Barnett zusammen mit dem Rest der Band die Bühne betritt. Die Setlist ähnelt derer vom Impericon Festival in Leipzig ein paar Tage vorher; ein guter Mix aus den alten Klassikern wie „Nothing you can do to me“, „We still believe“ und „Against them all“ und neuen Songs vom 2017 erschienenen True Views. Stick to your Guns liefern wie gewohnt eine souveräne und mitreißende Show ab und hinterlassen nach knapp 1 ½ Stunden beim Publikum ein lachendes sowie ein weinendes Auge, denn die Band kommt im November lediglich für zwei Shows noch einmal nach Deutschland (am 16.11. nach Köln und am 23.11. nach Leipzig). Ein Pech also für diejenigen, die diesen grandiosen Abend in Hamburg nicht miterlebt haben.

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredits: Jana Böse

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