Interview: Der große Bromance-Check mit Marco Pogo und Axel One

Gemeinsam sind sie süßer als ein Schokobrunnen und ein Korb voller Katzenbabies zusammen: Marco Pogo und Axel One. Marco ist seines Zeichens Kopf der österreichischen Punk-Kapelle Turbobier, die gerade frisch ihr neues Album „King Of Simmering“ veröffentlicht hat. Axel dürfte vielen durch seine Tätigkeit als Bassist bei We Butter The Bread With Butter und Placenta, seine fast schon legendären Videos bei Berlin Metal TV und nicht zuletzt seine millionenfach geklickten Metal-Cover bei YouTube bekannt sein. Im Doppelpack sind sie Pogo & One – und vor allem unzertrennlich. Wir trafen die Beiden zum Doppelinterview, um über das neue Turbobier-Album und natürlich ihre innige Bromance zu sprechen – und erfuhren dabei das ein oder andere schmutzige Detail.

Gringoz Magazine: Starten wir doch erstmal mit ein paar Fragen zur neuen Platte! Warum ist „King Of Simmering“ das bisher beste Turbobier-Album?

Marco: Weil es das bisher vielschichtigste Album ist. Es ist wichtig, manchmal gewohnte Pfade zu verlassen. Gleichzeitig ist es natürlich schwierig, vom besten Turbobier-Album aller Alben zu sprechen, wenn alle Alben sehr gut sind. Bei uns sagt man „Sudern auf hohem Niveau“. Aber: Es sind die besten Songs drauf. Und es sieht am schönsten aus.

Axel: Also ich find’s einfach nur klasse, wenn ich das so sagen darf. Weil Dr. Marco Pogo in der Zeit zwischen „Das Neue Festament“ [dem Vorgängeralbum, Anm. d. Red.] und „King Of Cockering“ ja nur auf Tour war und ich mich, als ich die ersten Demos gehört habe, wirklich gefragt habe, wie er es geschafft hat, sich nochmal zu steigern.

Marco, was macht Axel für dich zum King Of Köpenick?

Marco: Keiner vermag es in Köpenick so schön dem Müßiggang nachzugehen wie er. Das was ich für Simmering bin, ist er auch für Köpenick. Ich glaube, wir haben das beide perfektioniert und sind beide Tunichtgute. Wer schonmal in Köpenick war, weiß außerdem, dass er mit Abstand der bestaussehendste Mensch dort ist.

Axel: Diesen Titel teile ich mir aber schon mit dem General [dem Rapper Romano, Buddy von Axel und Marco, Anm. d. Red.], das muss man schonmal sagen.

Marco: Der General ist natürlich auch sehr schön. Es sind beides sehr schöne Menschen.

Axel: Das Wichtige ist ja, dass ich einen anderen Zuständigkeitsbereich als der General habe. Der General arbeitet erst hinter dem Bahnhof und ich davor.

Axel, es ist ja bekannt, dass du sehr gern Songs in ein Metal-Gewand steckst. Wenn du einen Song von „King Of Simmering“ auswählen müsstest – welchen würdest du am liebsten als Metal-Cover spielen?

Axel: Ganz klar… wobei, nicht ganz klar. Aber das würde mich wieder darauf zurückführen, dass ich das gern mit Romano zusammen machen würde: „Mord im Affekt“. Ich würde den Song dann noch ein bisschen härter spielen. Der Track würde dann aber heißen: „Mit Mortimer Sekt“. Romano ist dann in dem Fall Mortimer und ich trink mit Mortimer Sekt. Das wär für mich das Ding, was ich gerne machen würde. Oder „Heute fahr ma Polizei“, aber dann als jemand, der Medikamente ausspioniert: Statt „Heute fahr ma Polizei“ dann „Heute Pharma-Polizei“.

Marco: Für diesen ganzen Wahnwitz kriegt er auch die Freigabe von mir. Er braucht sich dann nicht vor einer Unterlassungsklage oder dergleichen fürchten.

Marco, was findest du an Berlin besser als an Wien? Gibt es da eine Sache, die Berlin voraus hat?

Marco: Ja, die Bierpreise. (Axel lacht) Ansonsten bin ich schon echt gern in Wien. Aber auch gern in Berlin, es kommt ja immer auf die Gesellschaft an, wo man sich heimelig fühlt. Aber bierpreistechnisch kann man noch einiges nachschärfen in Wien.

Axel, die nächste Frage ist ein bisschen gemein, aber wir müssen sie stellen: Wenn du dich zwischen Berliner Pilsner und dem Turbobier entscheiden müsstest – was würdest du lieber trinken?

Axel: Oh. (lacht) Aber glücklicherweise ist die Frage seit Neustem gar nicht mehr so gemein. Das Großartige an Berliner Pilsner war bisher, dass es nur Berliner Pilsner gab und kein Alkoholfreies, kein Light-Bier, kein Radler, kein Export. Und jetzt hat sich Berliner Pilsner dazu entschieden, ein fucking Radler rauszubringen! (sichtlich empört) Deswegen würde ich mich in diesem Fall heute für das Turbobier entscheiden. Berliner Pilsner hat mich nachhaltig enttäuscht.

Auf „King Of Simmering“ gibt es den Song „VHS“, wo es ein bisschen nostalgisch wird. Es geht um alte Erinnerungen und alte Zeiten. Was war bisher der schönste gemeinsame Moment eurer Freundschaft?

Marco (lachend): Der schönste Tag in unserem gemeinsamen Leben war der, den wir zusammen im Wiener Prater zugebracht haben. Axel wird auch nicht müde zu betonen, dass das der beste Tag überhaupt war. Es war später Vormittag, wir haben begonnen Bier zu trinken und schlussendlich habe ich ihm Wien gezeigt, weil ich bin ja ausgewiesener Wien-Experte.

Axel: Man muss hinzufügen, dass wir um 11 gesagt haben, dass wir jetzt mal Arbeit…naja, Arbeit ist es ja nicht, halt Social-Media-Kacke machen. Wir hatten aber noch einen kleinen Kater vom Vortag und sind nicht so vorangekommen. Irgendwann gegen 13 Uhr haben wir beschlossen rauszugehen. Dann sind wir losgelaufen von Simmering bis zum Prater und immer, wenn es uns irgendwo gefallen hat – also an so ziemlich jeder Ecke – haben wir uns so ein kleines Schnabeltierchen aufgemacht. Im Prater dann waren wir erstmal alleine und sind glaube ich jedes Fahrgeschäft gefahren. Ich glaub, ich hab irgendwie 170€ an dem Tag ausgegeben. Nach jedem Fahrgeschäft haben wir uns auch wieder ein Bier geholt. Dann kamen auch noch der Doci und der Fredi vorbei [Bandkollegen von Turbobier, Anm. d. Red], mit denen haben wir uns auch noch Biere reingestellt. Dann gab’s noch so ein Pendel-Fahrgeschäft, das sich irgendwann überschlägt. Ich hab da drin Laute und Worte aus meinem Körper rauskommen lassen, von denen ich selber nicht wusste, dass ich sie sagen kann. Das war echt das maximal Schlimmste und da hatten wir glaube ich schon 12-13 Bier pro Person intus.

Marco: Aus dem Ding ist letztens sogar einer rausgefallen. Also bei uns wird technische Sicherheit groß geschrieben.

Axel: Das Lustige ist, wir haben danach gesagt, dass wir das nie wieder fahren. Als ich vier Monate später wieder in Wien war, saßen wir wieder drin mit GoPro. (lacht)

Marco: Aber ja, der Tag im Prater war toll. Da erinner ich mich heute noch gern dran zurück.

Axel: Der Tag mit Romano in Köpenick war aber auch super!

Marco: Genau, wir hatten zweierlei solcher Tage. Der andere war in Köpenick und hat ähnlich begonnen. Wir wollten mit Romano einfach an die Tankstelle oder zum Fußballstadion oder so und dann nahm das Ganze einen ähnlichen Verlauf.

Axel: Wir waren dann noch zusammen Pizza essen und da hat man gemerkt – was ich richtig toll und auch süß fand – dass Marco doch betrunken war. Wir saßen mit Romano in dem Restaurant, da ist Marcos Handy einmal runtergefallen und ich dachte schon – oh. Er hebt es auf, will uns irgendwas zeigen – fällt wieder runter. Ihm ist es dreimal runtergefallen, als er eine Geschichte erzählen wollte und das war einfach so putzig. Und irgendwann sind wir sanft eingeschlafen.

Das ist doch eine wunderbare Überleitung zu unserem Bromance-Check. Frage 1, die euch wahrscheinlich oft gestellt wird: Wer von euch ist der Trinkfestere?

Marco: Eindeutig Axel.

Axel: Ja. (lacht)

Stellt euch vor, ihr hättet ein gemeinsames Kind –  wie würdet ihr es nennen?

Axel: Mortimer.

Marco: Kui.

Axel: Oh ja, Kui! Eindeutig Kui.

Marco: Axel hat ja auf unserer China-Tour für uns Bass gespielt und dort hieß der Tourmanager Kui. Eine Tourmanager-Legende. Zu Ehren dieses Tourmanagers, der ziemlich viel ertragen musste – und wir auch, es war gegenseitiges Ertragen notwendig! – würde das Kind Kui heißen.

 

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Habt ihr für euch gegenseitig irgendwelche Spitz- oder Kosenamen?

Axel (überlegt): „Sexgetüm“ oder so nenne ich ihn gerne mal. Oder „Horny Hogo“.

Marco: Ich sag oft „Schnaggsel“. Angelehnt an das österreichische Wort für „den Geschlechtsverkehr ausüben“. Oder Apfel. Aber generell immer was Süßes.

Was ist die nervigste Angewohnheit des Anderen?

Marco: Dass ich nicht zurückschreib und er es nicht aushält, wenn ich nicht zurückschreib. (lacht)

Damit ergänzt ihr euch ja auch irgendwie! Nun wieder eine etwas gemeine Frage: Wer von euch ist der bessere Musiker?

Axel: Ich würde sagen, anhand der Veröffentlichungen Marco, anhand des tatsächlichen Könnens (Marco lacht laut auf) sind wir beide Stümper, aber können aus dem Stümperhaften doch was ziehen, was relativ gar nicht mal so schlecht ist. Aber ich glaube aktuell, dadurch dass er mehr im Flow ist, würde ich ihm so eine Nasenlänge – was bei ihm ja auch nicht schwer ist – Vorsprung geben.

Marco: Ich bin echt ein ziemlich lausiger Gitarrist. Nicht, weil ich es nicht theoretisch können würde, aber ich bin sehr faul was das betrifft und gebe mich mit minderen Leistungen oft schon sehr zufrieden. (lacht)

Was ist für euch der beste Song des Anderen?

Marco: „Out of the Dark“. Ich mag die Sachen, die er alleine macht.

Axel: Bei mir ist es der eine Song aus dem Udo-Jürgens-Medley – „Sauf mit mir dein letztes Bier“. Da hat er viele Sachen gut getroffen: „Mein Geheimrezept ist allererste Sahne – ich hab immer ’ne Fahne!“. Aber wenn es um selbstgeschriebene Songs geht, bin ich glaube ich aktuell bei „VHS“. Ja, da würd ich mitgehen.

Marco: Dankeee!

Interview & Redaktion: Linda Kasprzack

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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