Von Britrock zu Pop-Rock – Deaf Havana Markthalle Hamburg, 05. März 2019 Live Review

Nach fast anderthalb Jahren Bandgeschichte haben Deaf Havana rückblickend ziemlich alle Krisen, die eine Band auch nur treffen kann, durchlebt. Seien es Mitgliedsausstiege aus persönlichen Gründen und die anschließende Bandneugründung, Diskrepanzen zwischen den Mitgliedern, oder aber auch wie die – durch ihr zuletzt veröffentlichtes Album Rituals 2018 eingeläutete neue Ära der Band. Damit hatte der Frontmann und Songwriter James Veck-Gilodi, der mit dem Album quasi einen Alleingang startete, den Grundstein für Diskussionen rund um den neuen Sound der Band gelegt. Wir waren für Euch vor Ort und haben uns einen Einblick von den neuen Popstrukturen der Band geben lassen.

Support yourself!
FKP Scorpio gibt am frühen Abend des 04. März 2019 bekannt, dass der eigentliche Support aus dem Vereinigten Königreich AIRWAYS krankheitsbedingt leider absagen muss. Aber wie sagt man doch so schön?
„Des einen Freud, des anderen Leid.“ Die Resonanz hierauf – durchweg positiv. Ein kleines Akustikset wird angekündigt, bevor es im Anschluss mit der eigentlichen Show weitergeht.
Die Band lässt am Dienstagvormittag über Instagram fragen, was sich die Fans innerhalb des Akustiksets an Songs wünschen. Neben 22 und Saved aus ihrem 2013 veröffentlichten Album Old Souls, kommen natürlich auch Antworten wie Wonderwall von Oasis und Angel von Robby Williams. Zu beiden Songs äußert sich die Band positiv – „Abso-bloddy-lutely“!
Um 20 Uhr betreten James und sein Bruder Matt mit zwei Gitarren bewaffnet die Bühne des dürftig besuchten Großen Saals in der Markthalle am Hamburger Hauptbahnhof. Am Wochenende zuvor spielt Deaf Havana noch in einem ausverkauften Bi Nuu in Berlin und trifft nun in Hamburg auf ein paar wenige hundert Besucher. Die Gebrüder Veck-Gilodi starten mit Seattle aus dem Album All These Countless Nights und fragen anschließend das Publikum, was es hören möchte. Auch hier fallen wieder Vorschläge wie die beiden oben bereits genannten Antworten und so bekommt das Publikum auch das, was es will. Nach den drei Songs ist der Zauber dann auch schon vorbei und die Beiden verabschieden sich in eine 30minütige Pause.

Von Himmel und Hölle, von Heiligen und Sündern
In weniger als drei Monaten produziert das Brit-Quintett letztes Jahr die neue Platte und startet mit einem ausgekoppelten Song (Hell) hieraus das eigentliche Set des Abends. Gefolgt von einem bunten Mix aus härteren Rocknummern wie Cassiopeia und Balladen wie Happiness, in der James sein komplettes Herzblut hineinsteckt, vergisst man anfangs die verstreichende Zeit. Als jedoch nach einer halben Stunde bereits die halbe Playlist gespielt schien, merkt man, dass es die Band schier eilig hat zum Ende zu kommen.
Ein Song jagt den Nächsten und so kann man sich gar nicht auf Nummern wie Pensacola, 2013 freuen.
Kaum verdrückt man sich hierzu ein Lächeln, ist der Song auch schon wieder zu Ende und eine neue Melodie erfüllt den Saal. Kein Vergleich zur Tour aus dem letzten Jahr. Auch im Publikum sieht man kaum jemanden so richtig abfeiern. Wir fragen uns, ob die Jungs am Wochenende zuvor vielleicht ein wenig zu viel Alkohol getankt haben und demnach noch leicht lädiert sind?!

Aus Alt mach Neu?
Nach 15 Songs und der Zugabe Sinner ist um kurz nach 22 Uhr das Konzert der Briten nach nur einer Stunde wieder vorbei. Es findet kaum Interaktion mit dem Publikum statt und die Songs werden nur so herunter gespielt. Alles in Allem kann man aber auf einen guten Mix aus alten und neuen Songs zurückblicken. Die älteren Rocksongs kommen aber im Vergleich besser beim Publikum an, als die mit Synthesizer begleiteten neuen Nummern.
Dennoch ist ein James Veck-Gilodi vorab bereits auf Konfusion und Diskussionen vorbereitet und man wird erfahren, was Deaf Havana mit dem gewonnenen Feedback zum neuen Album in Zukunft anstellen werden.

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredits: Jaime Martinez

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