Review: Turbobier – King Of Simmering

Bereits in unserem Interview zu ihrem letzten Album „Das Neue Festament“ wurde schnell klar, dass die Wiener Punk-Kapelle Turbobier deutlich mehr auf dem Kasten hat als nur Bier zu trinken und darüber zu singen (auch wenn sie das zugegebenermaßen ziemlich gut kann). Mit ihrer mittlerweile dritten Platte „King Of Simmering“ untermauert die Formation um Bandkopf Marco Pogo diesen Eindruck und legt zugleich eine hörbare musikalische Weiterentwicklung hin. Die Basis des Sounds ist zwar weiterhin klar dem Punk-Rock zuzuordnen, jedoch klingen die neuen Songs vielseitiger und vor allem im Hinblick auf die Melodie-Linien ausgereifter als die beiden Vorgängerplatten. Stellvertretend dafür steht bereits der Opener des Albums, „Heut fahr ma Polizei“ feat. Paul Pizzera, der von catchy Synthie- und Gitarren-Riffs geprägt ist und fast schon Pop-Appeal aufweist. Lyrisch geht es zugleich ein Stück weit ernster zur Sache wie beispielsweise im melancholisch angehauchten „VHS“ – beim Genuss von Gerstensaft wird man eben manchmal auch etwas nachdenklich, um mal auf Bier zurückzukommen. Der bandtypische Humor und die Leichtigkeit der Texte bleiben in den zehn Songs dennoch omnipräsent. Letztendlich sind Turbobier trotz ihres reiferen Sounds unterm Strich immer noch Turbobier – wer bisher nichts mit dem Konzept der Band anfangen konnte, wird auch mit der neuen Platte vermutlich nicht zum Fan konvertieren. Nichtsdestotrotz ist „King Of Simmering“ aus musikalischer Sicht klar das bislang stärkste Album der Band.

Turbobier – King Of Simmering
Sound
Konzept
Hörspass
3.4

Das bislang stärkste Turbobier-Album.

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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