Review: U pronounce it [bluːt] – BLVTH live in Berlin

Ey dieser Typ hat Millionen verdient, der muss gehypt werden“ – nicht nur in den YouTube-Kommentarspalten feiert man ihn. Vor allem in seiner Wahlheimat Berlin wird BLVTH (ausgesprochen [bluːt]) von Kennern der Musikszene mit Lob überschüttet. Einigen dürfte der junge Producer und Singer/Songwriter, der stilistisch irgendwo zwischen Hip-Hop, Electro, Trap und Grunge einzuordnen ist, aus dem Kosmos von Casper, Marteria oder auch Ahzumjot bekannt sein, mit denen er bereits auf Produzentenseite zusammenarbeitete und sie auch bereits als Voract supportete. Im Rahmen seiner „Pre-Stadium Tour“ zieht BLVTH aktuell das erste Mal als Headliner durch diverse Clubs des Landes – wir waren bei der Hometown-Show im ausverkauften Berliner Musik & Frieden am Start.

BLVTH, der Singer/Songwriter 2.0

Das Support-Programm des Abends übernahm der ebenfalls in Berlin lebende Songwriter Search Yiu (Szenekenner haben diesen Namen sicherlich ebenfalls schon längst auf dem Schirm), der ein DJ-Set mit Hip-Hop-Tracks quer durch die Dekaden kredenzte. Sein DJ-Pult konnte gleich auf der Bühne stehen bleiben, da dieses neben einer E-Gitarre ein wesentlicher Bestandteil von BLVTHs Performance werden sollte. Zusätzlich arbeitete der Berliner, wie auch bei den digitalen Versionen seiner Tracks, nicht gerade sparsam mit Autotone und Stimmen-Verzerrung – was nicht für mangelndes Gesangstalent spricht, sondern schlichtweg ein zentrales Stilmittel der BLVTH’schen Soundästhetik ist.

We knew BLVTH before it was cool

Sowohl BLVTH als auch das normalerweise eher behäbige Berliner Publikum hatten vom ersten Song „Tokyo Run“ an verdammt Bock, sodass eine gelungene Show vorprogrammiert war. Der Vibe des Abends bewegte sich irgendwo zwischen Moshpit und gefühlvollen Momenten, in denen BLVTH seine Gitarre einsetzte (in Zukunft gerne mehr davon einbauen!). Der klare Awwww-Moment des Sets war, als der Musiker mit einem Grinsen im Gesicht von seiner Mutter erzählte, die ihm vor der Tour geraten hat, doch bitte etwas zu Knabbern für seine Fans besorgen. Und der Herr hörte auf Mama – wenige Momente später flogen einige Chips-Tüten ins Publikum. Als weiteres Highlight sprang wenig später Wegbegleiter Ahzumjot auf die Bühne, der den von BLVTH produzierten und noch unveröffentlichten Track „Tunnel Life“ performte (Spoiler: Da kommt ein ziemliches Brett auf euch zu). Ahzumjot hielt nach seinem Part noch eine ausgedehnte Lobrede auf seinen Homie – so betonte er, wie stolz BLVTH auf sich sein kann (sold out in Berlin ist schließlich nicht selbstverständlich) und wie glücklich sich das Publikum schätzen kann, ihn jetzt noch live zu sehen, bevor er the next big thing ist. Normalerweise kann man solche Worte schnell als leere Phrasen abtun – doch an diesem Abend wurde schnell klar, dass er damit verdammt recht hat.

Review: Linda Kasprzack
Beitragsbild: Roberto Brundo

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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