Review: Adam Angst – Neintology

Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass im aktuellen gesellschaftspolitischen Geschehen so einiges – gelinde gesagt – schief läuft. Und auch wenn „Neintology“, die sehnlichst erwartete zweite Platte der Punk-Rock-Combo Adam Angst, kein durchweg politisches Album ist, bilden Fremdenfeindlichkeit, Filter Bubbles & Co. den wichtigsten Nährboden für die scharfsinnigen Lyrics des Bandkopfs Felix Schönfuss. Statt den Finger zu erheben oder in eine „Alles scheiße“-Mentalität abzudriften, wählt die Band in der Auseinandersetzung mit eben diesen Problemen vor allem vier Zutaten: Eine gnadenlose Beobachtungsgabe, viel Humor, wohldosierte Übersteigerungen und beißende Ironie. Und legt den Finger dabei immer genau in die Wunde. An den Stellen, die es erfordern, nutzt Schönfuss zudem eine unmissverständliche Direktheit: „Egal, wie viele es nicht erkennen: Ich werde dich immer Nazi nennen!“ (aus dem Song „D.I.N.N.“). Diesen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Entertainment haben Adam Angst bereits auf ihrem Debütalbum mit Bravour gemeistert und auf „Neintology“ nun weiter perfektioniert. Musikalisch wirkt „Neintology“ noch ausgereifter und facettenreicher als Album Nummer 1, wobei jede Instrumentierung das Gesagte auf den Punkt unterstreicht. Im Gesamtbild liefern Adam Angst damit nicht nur eine auf vielen Ebenen unterhaltsame, sondern vor allem verdammt wichtige Platte ab.

Beitragsbild: Markus Hauschild

Adam Angst – Neintology
Sound
Konzept
Hörspass
4.4 Stark

Ein wichtiges Album zur richtigen Zeit.

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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