Interview: JESSE BARNETT (Trade Wind / Stick To Your Guns)

Wer auf modernen Hardcore steht, wird sicherlich schonmal mit dem Namen Jesse Barnett in Berührung gekommen sein. Der gebürtige Kalifornier ist Frontmann der Band Stick To Your Guns, die zu den Aushängeschildern der Szene zählt. Doch der Herr kann auch ganz andere Töne anschlagen. Gemeinsam mit Tom Williams von Stray From The Path rief er 2011 das Projekt Trade Wind ins Leben, das kürzlich sein Debütalbum “You Make Everything Disappear” veröffentlichte und vor allem auf gefühlvolle Melodielinien und atmosphärische Klangteppiche statt dicke Riffs und Breakdowns setzt.

Wir haben Jesse per E-Mail zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Projekts ausgequetscht und u.a. auch einiges über die Hardcore-Szene und heimliche Laster des Sängers erfahren.

 

Gringoz: Möglicherweise haben nicht alle unserer Leser schonmal von Trade Wind gehört. Beschreibe das Projekt doch mal bitte in drei Worten.
Jesse: It’s. fucking. good.

Gringoz: Wir haben gelesen, dass Trade Wind anfangs eigentlich nur ein kleines, privates Projekt sein sollte. Wie kam es dazu, dass es nun doch so groß wurde?
Jesse: Ich denke, dass die Leute ziemlich überrascht waren, als sie das Projekt zuerst gehört haben. Sie haben gesehen, dass es ein neues Projekt von STYG- und SFTP-Mitgliedern gibt und sind wahrscheinlich davon ausgegangen, dass es nach irgendwas klingen muss, das unseren Bands ähnelt. Ich denke, so hat uns die Tatsache, dass es die Leute überrascht hat, einen Kickstart und ein bisschen einen Hype verpasst.

Gringoz: Trade Wind klingt ziemlich anders als STYG. Ist Trade Wind eine Möglichkeit für dich, eine andere Seite von dir auszudrücken, die du mit STYG nicht ausdrücken kannst?
Jesse: Das ist absolut richtig. Ich denke, viele Musiker werden in eine Schublade gesteckt. Das macht mir wirklich Angst, da mein Musikgeschmack und mein Geschmack in vielen anderen Dingen wirklich variiert und sehr dynamisch ist. Genau so ist auch die Art, wie ich mich selbst ausdrücke und wie ich die Welt sehe, wirklich dynamisch und deshalb hatte ich das Gefühl, dass es einfach geteilt werden muss.

Gringoz: Die meisten Reaktionen, die wir zu „You Make Everything Disappear“ und Trade Wind allgemein gelesen haben, waren ziemlich gut (uns selbst gefällt die Platte auch wirklich sehr), aber gibt es auch Leute, die es nicht gut finden, dass du in der Hardcore-Szene aktiv bist und gleichzeitig ein Projekt am Start hast, das wenig bis nichts mit Hardcore zu tun hat?
Jesse: Wahrscheinlich. Aber die, die es verstehen, versuchen aufzuklären und die, die es eben nicht verstehen, kritisieren. Ich schenke den belanglosen Meinungen der Leute allerdings nur selten Beachtung.

Gringoz: Die Lyrics von „You Make Everything Disappear“ drehen sich um die emotionale Achterbahnfahrt nach der Trennung von einer geliebten Person. Es mag zwar etwas pathetisch klingen, aber war das Schreiben der Songs in gewisser Weise wie eine Therapie für dich?

Das komplette Interview lest ihr in unserer Juli-Ausgabe (07/16). Hier geht es zum Magazin-Archiv!

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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