Sunrise Avenue – Open Air 2018 Loreley

Es sind 35 Grad, der Himmel ist blau, hier und da ein kleiner Windhauch und unter uns das wunderschöne Panorama des Mittelrheintals. Die Freilichtbühne auf dem Loreleyfelsen bei St. Goarshausen hat definitiv ein Panorama zu bieten. Der Einlass ist schon gewaltig voll, einige Fans sind schon am Vortag angereist, viele tragen die Einlassbändchen der Frühjahrestour zu ”Heartbreak Century” noch stolz am Arm und auch wenn der Einlass etwas holprig von statten geht, kann nichts die Vorfreude dämpfen.  
Das Publikum, welches sich aus jeglicher Altersklasse zusammensetzt, ist durchweg gut gelaunt und durch den Aufbau der Freilichtbühne, der an ein Amphitheater erinnert sind für jeden Geschmack die passenden Plätze verfügbar, ohne, dass man auf einen guten Bühnenblick verzichten muss.  
Tim Kamrad eröffnet als Vorband pünktlich um halb acht und heizt schon einmal ein. Auch wenn nicht jeder begeistert von der Wahl der Vorband war, sind doch sehr viele textsicher und singen und tanzen sich in die richtige Stimmung für Sunrise Avenue. Der poppige Sound bringt auch Spaß, ist beschwingt und macht Laune, zumal Sänger Tim ein lustiger Zeitgenosse ist, der sich auch mal selbst auf den Arm nimmt.  
Und dann ist es soweit: die ersten Töne erklingen, der Loreleyfels erbebt, über 10.000 Menschen jubeln, noch ein bisschen lauter, als der große, blonde Finne mit dem verschmitzten Lächeln die Bühne betritt. Wir wissen schließlich nicht erst seit “The Voice”, dass Samu Haber Frauenherzen zum Schmelzen bringt. Die Finnen eröffnen mit “Prisoner in Paradise”, um direkt danach mit dem peppigen “I help you hate me” die Stimmung um ein hundertfaches anzukurbeln. Die Bühnenshow untermalt jeden einzelnen Song mit passenden Themen, blendet abwechselnd Videosequenzen und Aufnahmen der Band und des Publikums ein. Hinter der Bühne geht langsam die Sonne unter und während die ersten Sterne aufgehen kommen die Balladen besonders gut zur Geltung. Wer sich zu Anfang mehr Interaktion mit dem Publikum gewünscht hätte, wird auch schnell beruhigt, denn Samu kommt schnell ins Plaudern, mal auf Deutsch, viel auf Englisch und dazwischen spricht er Denglisch. Er  bringt die Massen mit seinem Akzent zum Lachen (das Wort “Mücke” klang noch nie so lustig) und auch die Anekdote, wie er seinen ersten deutschen Satz gelernt hat, darf natürlich nicht fehlen. “Ich bin spitz wie Nachbars Lumpi”, hat er genau hier auf der Loreley auf einem der ersten (man munkelt dem ersten) Sunrise Avenue Konzert in Deutschland beigebracht bekommen, damals noch als Vorband von Tokio Hotel. Alle lachen. Zwischendurch versucht er noch seine weiblichen Fans auf die Schippe zu nehmen, spielt kurz den Macho, um dann doch nur festzustellen, dass er Frauen wohl nie verstehen wird. Noch ein bisschen mehr Gelächter.  
Besondere Highlights sind auch die Akustik Version von “Forever Yours” und eine alternative Version von “Farytale gone bad”. Generell ist die Songauswahl gerade zu perfekt. Die bekanntesten, alten Lieder und sehr viele Songs von “Heartbreak Century” haben ihren Weg in die Setlist gefunden. Bei “Lifesaver” ein ganz großer Gänsehautmoment, denn die Fans sind verdammt stimmgewaltig. Man merkt, wie sehr sie hinter ihrer Band stehen, bei “Question Marks”, holen nicht wenige gebastelte Fragezeichen aus ihren Taschen, bei “Flags” schwingen hunderte rote Flaggen um Zuschauerraum umher. Es ist ein Sunrise Avenue Konzert wie man es sich gewünscht hat und das große Gemeinschaftsgefühl, dass man vermittelt bekommt lässt einen noch mehr schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen.  
Mit “Hollywood Hills” endet ein wundervolles Konzert, zwar sehr abrupt, was ein wenig Schade ist, doch alles in allem sind die Finnen sehr zu empfehlen, musikalisch hört es sich an, wie die Platte, nur eben besser, weil Live. Es ist klar, dass dies nicht das letzte Konzert war, sowohl für die alteingesessenen Fans, als auch für die, die Sunrise Avenue heute zum ersten Mal erleben durften. 

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