Review: Crossfaith – EX_MACHINA

Nach der Veröffentlichung der fünften LP aus dem Hause Crossfaith sind wir uns nun verdammt noch mal sicher: Diese Band läuft privat nur noch in Jogginghose rum und hat daraus folgend komplett die Kontrolle über ihr Leben bzw. ihre Band verloren. Bevor wir aber weiter auf das aktuelle Geschwür mit dem Namen EX_MACHINA eintreten, wollen wir die letzten Jahre der Band noch mal reflektieren.

Wo Crossfaith 2015 mit Xeno gerade dabei waren, zwar nicht die Szene neu zu erfinden, aber immerhin im Kopf zu bleiben, kam den Jungs kurz danach die absolut genial verkorkste Idee, zwei EP´s zu veröffentlichen, welche im Zusammenspiel einer echt billigen Fahne im Wind gleicht. Die erste EP mit dem Namen Freedom war ein gut gescheiterter Versuch, EDM deutlicher denn je mit Metal zu vermischen und bot außer dem starken Featuring mit Rou Reynolds von Enter Shikari (welche sich lustigerweise musikalisch auch gerade total verlieren) leider nichts. Das merkte dann auch Crossfaith anhand der Fanstimmen und ruderte mit der zweiten EP Wipeout komplett zurück zu den Wurzeln. Im direkten Vergleich könnte man meinen, dass bei beiden Werken verschiedene Bands zugange waren.

Kommen wir nun also mit dieser Vorgeschichte auf das Jahr 2018 und der bahnbrechenden Idee, auf Basis der letzten beiden kurzweiligen Meisterwerke, direkt ein ganzes Album rauszuhauen. Zum Auftakt gibt es mal wieder ein elektronisches Intro auf die Ohren, welches allerdings durch einen höllisch schlechten Ansager, welcher wahrscheinlich aus dem Tekken Universum stammt, an jeglicher Form von Atmosphäre verliert. Der Übergang zum ersten richtigen Song mit dem Namen Catastrophe lässt uns leider nur erahnen, ob Crossfaith insgeheim hiermit die nächsten 45 Minuten anspricht, aber immerhin gibt es mit The Perfect Nightmare anschließend einen Song zu hören, welcher wie ein Schlag ins Gesicht der Kritiker (das sind wir) daherkommt und ein wahres Inferno auslöst, welches an die besten Slipknot Zeiten erinnert – leider ist dieses 4-minütige Werk auch wirklich der einzig gute Song auf der Platte (hätte sich verdammt gut auf einer EP gemacht by the way).

Grob zusammengefasst ist alles hiernach leider nur das perfekte Beispiel dafür, dass die Band keinerlei Ahnung hat, wo sie sich musikalisch aktuell befindet. Das zeigt unter anderem der Versuch, die zwei einzigen durchschnittlich guten Songs der letzten zwei EP`s auf die Platte zu packen. Dazu gesellt sich dann noch der Song Destroy und schon habt ihr alle „Highlights“ der Platte auch direkt abgehört.

Der Rest gleicht eher einem Entwurf von jemandem der das Youtube Tutorial „15 leichte Metal Riffs für Anfänger und wo sie zu finden sind“ zwei Mal gekuckt hat und sein Werk mit elektronischen Beats überschüttet hat. Klingt generell nicht verkehrt, sollte man aber nicht als Standard bei einer Band erwarten, welche mit fünf Alben, sieben EP´s und über 12 Jahren im Business sich musikalisch komplett verloren hat.

EX_MACHINA ist leider ein absoluter Reinfall und damit der dritte Stein in Folge auf dem sonst so guten Brett Namens Crossfaith. Das rettet auch nicht die Cover Version vom Linkin Park Klassiker Faint als finalen Track mit einem Featuring von Masato, dem Sänger der Band coldrain.

Sound
Konzept
Hörspaß
1.5

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Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen - oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

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