Itchy zerlegen das E-Werk Erlangen am 04. Mai 2018

Hoch die Hände- Wochenende! Und das beginnt diesmal fulminant mit einer der dienstältesten und sympathischsten deutschen Punkrockbands: Itchy.

Seit nunmehr über einem Jahr ohne das Poopzkid unterwegs, hat die Musik des schwäbischen Trios nach dem Namenswechsel nichts von ihrer wohltuenden Rotzigkeit eingebüßt. Ob dies live ebenfalls noch der Fall ist, davon wollen wir uns heute überzeugen. Itchy Konzerte sind eigentlich ein Garant für eine fette Party mit Spaßfaktor, also was soll da schiefgehen? Vorweg genommen: Nichts, im Gegenteil.

Der Support an diesem Abend sind Vizediktator, die sich selbst als „Straßenpop aus Berlin“ beschreiben. Tatsächlich ist es eingängiger Indiepop-Punk mit nachdenklichen Texten, der  streckenweise an die ehrenvollen Bands der Hamburger Schule erinnert. Von den Barden um Sänger Benjamin wird man zukünftig bestimmt noch Einiges hören. Anspieltipp „Stadt aus Gold“.

Als Itchy die Bühne betreten ist es schon sehr heiß im E-Werk, aber SibbiPanzerMax lassen sich davon nicht abhalten und geben sofort Vollgas. Das lässt sich das Publikum nicht zweimal sagen und eröffnet in Windeseile den Pogo.  Man sieht Körper, aber auch Gegenstände, in der Luft herumfliegen und es ist schnell klar: Dieses Itchy Konzert wird abermals ein Abriss werden.

Gewohnt  spielfreudig, sympathisch und lustig führen Itchy durch den Abend, spielen alte und neue Hits, erzählen von der Tour, von alten Touren und davon, auf Touren zu sein. Das Publikum feiert frenetisch jeden Song, sogar das etwas schiefe Bob Dylan Cover „Knockin on heaven’s door“, mit dem, aufgrund des defekten Schlagzeugs von Max, kurzerhand die Reparaturzeit überbrückt wird. Trotzdem- so ein Itchy Acoustic Set hätte schon was. Vielleicht kommen wir ja zukünftig mal in den Genuss.

Dass  Itchy auch anders können zeigen sie bei „The Sea“, für den Panzer und Sibbi ins Publikum kommen. Das entzündet Wunderkerzen, es brennen Feuerzeuge und Handytaschenlampen. Romantischer wird’s nicht mehr. Nicht unerwähnt bleiben sollte in diesem Zusammenhang, dass sich Itchy für die Säuberung der Ozeane einsetzen und die Organisation Ocean Care unterstützen.

Der ganze Abend ist in sich stimmig, die Band gibt dem Publikum genug Raum um zu feiern, aber auch um kurz zu verschnaufen. Diejenigen, die ihre Schuhe verloren haben, bekamen mit etwas Glück Cinderella-like von Prinz Sibbi persönlich die Treter wieder angezogen. Nach 18 Songs und weiteren drei Zugaben geht auch dieser schöne Abend einmal zuende. Hat Spaß gemacht, das würden wir uns Day in, Day out gefallen lassen.

 

Setlist:

Nothing

The Enemy

Where Is The Happiness

And Now We Stopped

The Living

Kings and Queens

Knock Knock

Keep It Real

Why Still Brother

Fall Apart

Drogenfrau

Day In Day Out

The Sea

Silence Is Killing Me

Learn To Drown

Grip It Tighter

Mute Somebody

Dancing In The Sun

Black

Out There

Down Down Down

 

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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