Die Rumjacks haben sich mit den Flatfood 56 zusammengetan um ihre sogenannte „Split EP“ zu produzieren. Beinhalten tut diese sechs Songs und erscheint am 06.05. sowohl digital, als auch auf Vinyl. Die drei ersten Songs sind dabei von den Rumjacks eingespielt, die letzten drei von Flatfood 56. Alles Songs sind bisher unveröffentlicht.
Beginnend beim ersten Song „Whitecaps“ handelt es sich hier um eine Hymne die aus den Tiefen des Punks gekommen ist und politisch wie auch musikalisches Feuer versprüht. Ebenfalls fantastisch an dem Eröffnungstrack ist der live Charakter der beim Hören mitschwingt. Man kann sich sofort vorstellen, wie er auf einem Konzert wirken wird und wie schnell das Publikum sich hier entfalten kann. Auch der politische Inhalt, den Sänger Mike Rivkees hier verpackt hat regt zum Nachdenken an. Er selbst sagt,

„something big and bad is coming politically. I wrote it based on seeing swastikas all over Eastern Europe. As a Jew, it rattles you to the core to know people want you to not exist.“

Die guten Klänge des Irish Folk die bei „Whitecaps“ noch im Hintergrund standen, treten im zweiten Song „Fith Ward Firestorm“ der EP nun deutlicher in den Vordergrund. Der Song ist in feinster Rumjacks Manier geschrieben. Ein Brüller, der niemanden stillsitzen lässt, unterlegt mit harten Riffs und irischen Klängen im Wechsel.
What Was Your Name In The States“ ist der dritte und letzte Song, den die Rumjacks beisteuern. Auch hier wird wieder ein Mitsingcharakter aufgegriffen, jedoch sind die Riffs weniger hart, was dem Song jedoch nichts abtut und zum kräftigen mitsingen einlädt.
Wo die Rumjacks ihren Part der EP beenden, startet Flatfood 56 mit „Mud„. Wie bereits bei „Whitecap“ hat sich hier Sänger Tobin Bawinkel zu Wort gemeldet und beschreibt den Opener seiner Band als

“Mud” is a song about the process of personal recovery that follows after the breakdown of a long-held and important relationship“.

Der Song ist keine Ballade, hat aber einen schwermütigen Klang, unterlegt mit einem Hauch von Optimismus, dass am Ende ein neuer Weg bestritten werden kann.
Sorry“ beschreibt mit seinen Dudelsackklängen musikalisch positivere Wege, doch es lohnt sich in den Text hineinzuhorchen, der sich mit Rassismus und den selbstgezogenen Grenzen zwischen Menschen beschäftigt.
Trouble“ ist leider schon der letzte Song dieser EP. Ein Song der sich damit beschäftigt, wie schwer es ist, sich in der Welt zurecht zu finden, passt er in ein Gefüge mit „Sorry„. Beide Songs werden von Dudelsackklängen untermalt, was den Folk Charakter auch hier hervorbringt. Über beide Songs lässt sich sagen, dass sie Live gut funktionieren werden, denn sie enthalten eingängige Momente, die das Publikum abholen, gepaart mit gerissenen Texten und der rauen Stimme von Frontman Tobin Badwinkel.
Abschließend kann man sagen, dass die beiden Bands musikalisch perfekt zusammen passen und damit eine solide EP entstanden ist, die kein Genre neu erfindet, das aber auch niemals vorhatte. Man hat hier in 18 Minuten einen Querschnitt zweier Bands, die ihren Weg gehen und damit schon lange wissen, wie sie ihre Fans begeistern. Es ist beinahe Schade, dass nach knapp zwanzig Minuten Schluss ist, denn diese EP lässt erahnen, wie gut beide Bands zusammen harmonieren.

Wer nun neugierig geworden ist, kann sich mit den Videos zu „Whitecaps“ (The Rumjacks) und „Mud“ (Flatfoot 56) davon überzeugen, wie gut die Symbiose dieser Bands zusammen harmoniert.

Whitecaps von The Rumjacks

Mud von Flatfood 56

 

denise
denise

8.8

Sound

9.0/10

Konzept

9.0/10

Hörspass

8.0/10

Atmosphäre

9.0/10