Der Tag der Arbeit wurde in diesem Jahr gemeinsam mit The Wombats gefeiert. Wir waren für euch in Köln dabei, als sie den Traum eines jeden 2010er Indie-Rock Kids aufleben ließen: mit Klassikern wie „Let’s Dance to Joy Division“, „Greek Tragedy“ oder „Moving to New York“ brachten sie das Carlswerk Victoria zum Beben.

Aber mal von vorne: den Anfang machten Vistas aus Schottland. In ihrem 30 Minuten langen Set präsentierte die erst 2018 gegründete Band klassischen Indie-Rock, der stilistisch ein The Wombats Konzert nicht besser hätte einläuten können. Wie Sänger Prentice Robertson erzählte, spielen sie während dieser Support Tour ihre ersten Shows außerhalb des Vereinigten Königreichs. Beim Publikum blieb die Euphorie leider aus, die Meisten ließen sich nur zu einem leichten Kopfnicken hinreißen.

Die Indie-Rock Zeitreise

Die Stimmung bekam jedoch einen schnellen Aufschwung, als während der Umbaupause Klassiker wie „Mr.Brightside“ oder „I Want To Break Free“ vom Band klangen. Pünktlich um 21 Uhr wurde dann auch das Licht gedimmt und zu dem recht schlichten Bühnenbild, rund um einen 8-Bit-Wombat Backdrop und einige Lichtsäulen, gesellten sich die drei Haupt-Beuteltiere. Kaum war das Set mit den ersten Klängen von „You Flip Me Upside Down“ eröffnet, gingen auch schon die ersten Moshpits auf und das Publikum stand bis zum Ende des Sets quasi nicht mehr still.

Wir begaben uns auf eine Reise durch die Diskographie von The Wombats. In den nächsten knapp 90 Minuten kamen neben einigen Songs dem aktuellen Album „Save Yourself Not The World“ auch alle Klassiker zum Einsatz. Kurze Anekdoten von Sänger Matthew Murphy und Drummer Dan Haggis brachten die benötigten Atempausen, Menschen in Wombat Kostümen kaperten zwischenzeitlich die Bühne, Bassist Tord Øverland-Knudsen machte seine Schrittzahl voll, während er über die Bühne sprang und es wurden Witze gerissen ob das häufige auftauchen des Wortes lemon wohl für einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde reichen wird. Ansonsten hielten sich die Ansagen an diesem Abend eher im Rahmen, aber wir waren ja auch für die gute Musik da. Und davon gab es genug!

Die etwas ruhigere Seite

Ruhigere Töne wurden zu „Lethal Combination“ angeschlagen, als nur Sänger Murph mit einer Gitarre bewaffnet den Song zum Besten gab und prompt etliche Handylichter in die Höhe schnellten. Ansonsten wurde der Energie aber kein Abbruch getan und wenn mal der Moshpit an der falschen Stelle aufging, so hatte man spätestens eine Minute später wieder die Chance den Kreis zu schließen. „This is our fake last song“ hieß es dann, bevor der erst letztens durch TikTok wieder neu entdeckte Klassiker „Greek Tragedy“ seinen Auftritt bekam und die Engländer die Bühne zum ersten Mal verließen.

Nach einem ruhigen Start in die Zugabe wurden die letzten Energiereserven zu „Let’s Dance To Joy Division“ rausgelassen. Den krönenden Abschluss bildete dann „Turn“. Und wenn sich dann alle während des Songs in den Armen liegen und aus tiefster Seele „it won’t get better than this“ in Richtung Bühne grölen, dann fühlt sich auch für einen kleinen Moment wirklich alles perfekt an.

Fazit

Der Indie-Rock lebt – das haben The Wombats an diesem erinnerungswürdigen Abend einmal mehr bewiesen. Ob bei den Klassikern oder doch bei den neuen Stücken, die Stimmung war ekstatisch und das Publikum textsicher und unermüdlich. Ein weiteres kleines Stückchen Normalität die man in den letzten Jahren so vermisst hat. Wann The Wombats uns das nächste Mal in Deutschland beehren, ist leider noch nicht bekannt. Bis dahin könnt ihr euch einfach nochmal von den Klassikern beschallen lassen.

 

Fotocredits: Nicola Drilling

Nicola
Nicola

Die Indie-Ansprechpartnerin eures Vertrauens, häufiger auf Konzerten als in der Uni zu finden, besteht zu 90% aus Tee, meistens mit Kopfhörern in den Ohren, professionelle 1. Reihe Sprinterin.