Angenehme Temperaturen, sonniges Wetter und ein schönes Kaltgetränk. Was könnte da noch fehlen, um dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen? Richtig, ein Konzert! Berlin, frisch erwacht nach den jährlich stattfindenden 1. Mai Demos, ließ sich am Montag, dem 02. Mai also nicht lumpen und versuchte alles, um vom klassischen Montagsfeeling abzulenken. Im tiefsten Kreuzberg befindlich fanden sich knapp 150 Leute im Privatclub zusammen, um am Abend ordentlich die Sau rauszulassen. Die Rede ist hier natürlich vom Konzert der schwedischen Rockband Normandie, welche Our Hollow, Our Home und Led By Lanterns aus England im Schlepptau hatten.

Um 19 Uhr ging es mit dem Einlass los und eine halbe Stunde später standen die Jungs von Led By Lanterns schon auf der Bühne. Normalerweise hat es die erste Vorband bei Berliner Konzerten in der Woche recht schwer. Aber nicht heute. Die Tour wird anscheinend von einem harten Kern von Fans mitverfolgt und so hatte man das Gefühl, dass Led By Lanterns schon mehr als eine Vorband war. Die gute Stimmung schwappte also sehr schnell auf die Band über und so entstanden schnell Sing-A-Longs und auch der ein oder andere Moshpit. Nach knapp 30 Minuten war für Led By Lanterns dann auch Schluss.

Weiter ging es dann mit Our Hollow, Our Home aus Southampton. Auf den ersten Blick doch etwas ungewöhnlich, da die Metalcore-Band nicht ganz ins Line-Up des Konzertes passte. So entschuldigte sich Shouter Connor Hallisey mehrmals mit einem Augenzwinkern dafür, dass die Band einigen wohl etwas zu hart sein würde. Mitleid zeigten die Jungs dann aber wenig und so wurde es vor der Bühne etwas härter. Mit Klassikern wie Loneshark und Hartsick und dem frischen Song Shatterdome zogen die Engländer aber auch den letzten Fan in ihren Bann. Gerade die Tatsache, dass man Our Hollow, Our Home nicht in einem solchen Line-Up erwartet, war dann auch fast schon das Beste daran. Mit ordentlich Abwechslung verwandelten sie den kleinen Privatclub regelrecht in eine Sauna. So gut wie niemand im Publikum war danach nicht aufgewärmt. Mit ihrem Auftritt machte die Band wunderbar Werbung für ihre Headline-Tour im Oktober, da sind wir natürlich auch dabei!

Mittlerweile blickt man in einige leicht erschöpfte Gesichter, dabei steht mit Normandie noch die Hauptband an. Die Luft im Privatclub ist mittlerweile stickig und gefühlt läuft der Schweiß schon an den Wänden herunter. Die Erschöpfung und Sorgen sind aber schnell vergessen, als Normandie mit dem ersten Song Babylon die Bühne betreten. Das Publikum wirkt wieder wie frisch aufgeladen und die Stimmung ist wunderbar. Auf der Setlist von Normandie fehlt nicht ein wichtiger Song und die Jungs aus Stockholm geben trotz unangenehmer Luft alles. Kaum sind die letzten Töne von Collide gespielt, werden auch schon die ersten „One More Song“ Rufe vernommen. Dabei hat die Band noch nicht mal richtig die Bühne verlassen. So dauert es dann auch nicht lange, bis die Band mit einem breiten Grinsen wieder auf der Bühne steht. Und es wird nicht nur „One more Song“ folgen, sondern direkt drei. Die letzten Reserven also noch mal bündeln, um den Abend entsprechend ausklingen zu lassen. Mit White Flag legen Normandie dann ein furioses Ende hin. Zwar schade, dass das Konzert vorbei ist, so waren einige aber sehr froh, endlich an die frische Luft zu kommen.

Abschließend bleibt zusagen, dass Normandie immer einen Besuch wert sind. Mit Our Hollow, Our Home und Led By Lanterns waren ebenfalls starke Bands mit an Bord, welche dem Publikum eine ordentliche Show bieten konnten. Also ein wunderbares Konzert von Anfang bis Ende. Mehr Fotos zum Abend findet ihr in unserer Galerie. Wer sich für die Setlist der einzelnen Bands interessiert kann hier gerne nachschauen, Spoiler natürlich auf eigene Gefahr!

Led By Lantern Setlist

1.Alive

2.Disconnected

3.Catacombs

4.Dxwn

5.Paralysis

6.Six Feet Down

7.Criminal

Our Hollow, Our Home Setlist

1.Monarch

2.Better Daze

3.Loneshark

4.Remember Me

5.Hartsick

6.Anger

7.Wraiths

8.Shatterdome

9.Overcast

10.Burn in the Flood

Normandie Setlist

1. Babylon

2. Jericho

3. Ecstasy

4. Awakening

5. Mission Control

6. Holy Water

7. Dead

8. Fight

9. Renegade

10.Bury Me Alive

11.Atmosphere

12.Collide

Encore:

13.Thrown in the Gutter

14.Hostage

15.White Flag

Fotocredits: datzphotography

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in seiner Westentasche und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.