In den letzten Jahren ist so einiges im Deathcore passiert. Bands wie Lorna Shore, Shadow of Intent und Slaughter to Prevail entfachten in kürzester Zeit einen unglaublichen Hype. International ist der Deathcore für die nächsten Jahre also mehr als gut aufgestellt, aber wie sieht es in der deutschen Szene aus? Ein Hoffnungsschimmer des deutschen Deathcores sind die Jungs der Berliner Band Ruins of Perception. Nach ihrem Wechsel vom Metalcore hin zum Deathcore erlebte die Band so einiges. So gab es zum Beispiel im Line-Up einen richtungsweisenden Wechsel. Nicht nur das Schlagzeug wurde neu besetzt, denn Hagen, ehemals Bassist der Band, legte sein Instrument zur Seite und findet von nun angefallen daran, uns mit brutalen Screams und Growls das musikalische Leben zu versüßen. Schnell (wenn man in Zeiten von Corona von schnell reden kann) ins Studio und schon ist es Zeit, das erste Album auf die Leute loszulassen. Was das Debütalbum Shinigami so alles auf dem Kasten hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Neu, aber doch vertraut

Inhaltlich befasst sich das Album mit der Thematik des düsteren Totengott-Kults aus Japan. Inspiriert wurden die Jungs dabei von Animes und Mangas, so zum Beispiel von Bleach. Wer bei diesen Themen harte Songs, die ordentlich schallern erwartet, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Schon mit dem Intro Track Hannya schaffen es die Jungs aus Berlin eine Atmosphäre zu erzeugen, bei der man einfach nur weiterhören will. Hinter jedem Gitarrensolo oder Chorgesang könnte sich der nächste Breakdown verstecken. Und das ist hier eine der großen Stärken des Albums. Es wird sich nicht davor gescheut, klassische Songstrukturen des Deathcores aufzubrechen, um sie dann mit Slam-inspirierenden Einflüssen neu zusammenzusetzen.

Dieser Mix aus Blackenend/Symphonic Deathcore gepaart mit Downtempo und ordentlichem Slam wirkt gleichzeitig vertraut, aber auch frisch. Frontmann Hagen kommt auf den Songs besonders zum Vorschein. Bei einigen Screams fragt man sich gerne mal aus welcher Ecke der Hölle er entflohen ist, nur um dann von gewaltigen Growls direkt selbst dorthin geschickt zu werden.

Features die sich sehen lassen können!

Aufgenommen und produziert wurde das Album im Berliner Studio von ULS-Production. Der Klang der einzelnen Songs lässt nichts zu wünschen übrig. Die Tracks bringen den Sound rüber, den sie rüber bringen müssen und klingen dabei wunderbar auf den Punkt gebracht. Generell spielt die Band gern und viel mit chor-ähnlichen Gesängen, die gerne auch mal den „ruhigen“ Teil des Songs übernehmen, nur um dann direkt im nächsten krachenden Breakdown zu münden. Das sorgt für eine Atmosphäre, die den Hörspaß des Albums wunderbar abrundet und so seine ganz eigene Note setzt.

Wer einen Blick auf die Tracklist macht, wird schnell merken, dass dort einige bekannte Namen aufgelistet sind. Unter anderem Cj McCreery (ex. Frontmann von Lorna Shore), Alan Grnja (Distant) und Dane Evans (To The Grave) fallen dort natürlich direkt ins Auge. Internationale Namen, die in der Deathcore-Szene mit zu den bekanntesten gehören. Aber auch ein Feature aus der deutschen Szene in Form von Kilian Babon von Untethered ist auf dem Album vertreten. So haben also vier von zehn Tracks einen Feature-Part. Für manche ein Ticken zu viel, aber bei genauerem Hinhören merkt man dann doch, wie sehr die Gastparts die Songs noch mal aufwerten und auf ein höheres Level bringen, von der brutalen Vocal-Qualität mal komplett abgesehen. Die Features wirken nicht wahllos ausgewählt, sondern passen zum jeweiligen Song.

Fazit:

Der Wechsel vom Metalcore hin zum härteren, brutaleren Deathcore ist mehr als gelungen. Mit ihrem Debütalbum haben die Jungs aus Berlin bewiesen, dass die Deutsche Szene sich nicht vor internationalen Bands verstecken muss. Der Wechsel vom Bass zum Mikrofon hat sich für Vocalist Hagen mehr als ausgezahlt, denn dort macht er mehr als gute Arbeit. Insgesamt bleibt es spannend zu sehen, wo die Reise der Band in den nächsten Monaten und Jahren hinführen wird. Etwas Luft nach oben ist immer da, aber Ruins of Perception legen mit Shinigami auf jeden Fall schon mal einen mehr als ordentlichen Start hin. Fans von Breakdowns (und davon gibt es hier viele!!), brutalen Vocals, mitreißenden Soli und harten Drums werden hier also voll auf ihre Kosten kommen.

Tracklist:

1. Hannya
2. Shinigami
3. Demigod (feat. Dane Evans)
4. Realm ov the Allreading Moon
5. Nocturnal Breed (feat. Kilian Babon)
6. Jigokucho
7. Son ov Pestilence
8. Hollowfication (feat. Alan Grnja)
9. Zabimaru
10. Necrotic Enchantment (feat. CJ McCreery)

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Fotocredits: Ruins Of Perception // Albumcover

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in seiner Westentasche und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.

8.7

Sound

8.5/10

Konzept

9.0/10

Hörspass

8.7/10

Atmosphäre

8.6/10
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