Einzigartig – herzzerreißend traurig – emotional aufgeladen & gar gespenstisch

So könnte man das neue – und damit dritte Studioalbum der US-amerikanischen Metalcore-Band Bad Omens bezeichnen, das die Jungs aus Richmond, Virginia am 25. Februar unter dem Titel „The Death of Peace of Mind“ veröffentlicht haben.

Während sie 2016 bei der Veröffentlichung ihres Debütalbums noch als „Bring Me The Horizon Abklatsch“ aus der Sempiternal-Ära gehalten wurden, bewiesen sie spätestens vergangenen November, bei der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Titeltracks, dass damit definitiv Schluss ist und sie nicht nur visuell mit einem großartig gedrehten und inszenierten Musikvideo – sondern auch pochenden Beats, Synthesizern und Gesang, der sich von purer Verletzlichkeit bis hin zu entfesselter Aggression steigert, überzeugen können!

Ein Titeltrack, der dich von der ersten Sekunde an durch seine Eleganz fesselt und dessen dramatische Lyrics dich einfach nur in seinen Bann ziehen – so dass du ihn noch einmal hören musst, um all die Feinheiten zu begreifen.

Der Opener „Concrete Jungle“ wird mit atmosphärischen Synthesizern, die sich langsam zu einem härteren, raueren und fast industriellen Slam aufbauen, in Kombination mit sanften Vocals, perfekt in Szene gesetzt – und „Nowhere to Go“ leitet den ersten riesigen und unfassbar lebhaften Refrain ein – etwas, woran es dem Album keinesfalls mangelt. Irgendwie erinnert dieser Song durch seine modernen Crossover-Momente und wuchtigen Melodien stark an die Hybrid Theorie Ära von Linkin Park, was euch bei „The Grey“ oder „Just Pretend“ ebenfalls auffallen wird.

Like a Villain“ beschert uns den perfekten Mix aus Nu-Metal-Riffs und schimmernden Synthesizern, wobei die Kombination aus Noahs stimmungsvollen Cleans, einer groovigen Bassline, die von knackigen Riffs ergänzt wird, in den Strophen perfekt aufeinander abgestimmt ist. Bei ihren künftigen Shows wird dies zweifellos eins der Lieblingsstücke zum mitgrölen, vor allem weil der Song durch seinen emozentrischen Refrain und verzerrten Breakdown bei den Fans jetzt schon absolut durch die Decke geht!

Kommen wir aber nun zum härtesten Track der Platte – und einem meiner absoluten Favoriten „Artificial Suicide“. Beeindruckende Hooks und ein zweiter, separater Drum-Sound, den die Jungs eingespielt haben, um uns zwei verschiedene rhythmische Empfindungen zu vermitteln, erzeugen einen extrem starren und maschinenähnlichen Sound, der ihre Wurzeln im Metalcore perfekt widerspiegelt. Gleichzeitig erinnert er auch sehr an „Dethrone“ aus ihrem zweiten Album „Finding God Before God Finds Me“.

Und auch wenn die Jungs mit „Miracle“, dem letzten Track ihres neuen Albums, doch wieder ein wenig an Bring Me The Horizon und AMO erinnern, gelingt es ihnen trotzdem, etwas völlig Neues zu kreieren, womit sie auch daran erinnern, dass sie im Herzen immer noch eine Metalcore Band sind.

Fazit:

In einer Zeit, in der Acts – vor allem in der Metalcore-Szene – wie Pilze aus dem Boden schießen und alle verzweifelt versuchen, ihre Aufmerksamkeit auf ihre Musik zu richten und oftmals jahrelang mühsam daran arbeiten, sich in der Szene einen Namen zu machen, haben sich Bad Omens mit „The Death of Peace of Mind“ definitiv bewiesen. Die Vielseitigkeit ihrer Sounds ist erstaunlich und jeder einzelne Song ist auf seine ganz eigene Art und Weise anders und einzigartig. Herzzerreißend traurig. Einfach umwerfend.

Jeder einzelne Song bringt die verschiedensten Arten von Emotionen in dir hervor, jeder einzelne Satz spricht dich direkt an – und Noahs Vocals beeindrucken nicht nur durch seine breite Varianz – Nein, sie verpassen dir auch Gänsehaut und klingen live genauso überragend, wie man auf ihrer aktuellen US-Tour mit Underoath, Spirit Box und Stray From The Path zu hören bekommt.

niici
niici

8.4

Sound

8.0/10

Konzept

8.5/10

Hörspaß

8.0/10

Atmosphäre

9.0/10
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