Am Freitag, dem 21.01.2022 ist es endlich so weit: Comeback Kid feiern den Release ihres mittlerweile siebten Albums. Heavy Steps heißt das gute Stück und ist damit der Nachfolger von Outsider (2017). Ganze fünf Jahre hat es also gedauert bis es wieder neuen Output der Hardcore-Giganten aus Winnipeg gab. Hat sich das Warten gelohnt? Finden wir es heraus!

Gewohnt, aber doch neu?

In dieser Review wollen wir diesmal nicht wie gewohnt auf alle einzelne Songs eingehen und diese Stück für Stück auseinandernehmen. Heavy Steps muss einfach als Ganzes betrachtet werden, denn was die Jungs da von Comeback Kid gezaubert haben, ist mit den bisherigen Veröffentlichungen nicht sonderlich gleichzusetzen. Natürlich sind bekannte Elemente aus dem Hardcore-Bereich wiederzufinden, denn schließlich handelt es sich immer noch um eine Band, die dort seit ziemlich genau zwanzig Jahren ihre Wohlfühlzone hat. Die Grenzen dieser Wohlfühlzone werden mit Heavy Steps aber nicht nur kaputt getreten, nein, sie werden in den Pit gezerrt und dort in feinster Crowdkill-Manier zerberstet.

Mit Heavy Steps geht die Scheibe direkt mit dem namensgebenden Song los, und wie! Gangshouts, Riffs, die im Ohr bleiben und dazu die einzigartige Stimme von Sänger Andrew Neufeld. Mit einem zeitgleichen Mix aus Screams, kreischen und fast schon eine Art Clean-Gesang schafft es der Frontmann die Hörer an die Lautsprecher zu fesseln, und wer da einmal zuhört, will die auch bis zum Ende tun! Die Melodie bleibt im Kopf und man wird sich definitiv noch einige Tage später dabei erwischen, wie man beim Abwasch plötzlich den Song nachträllert und dabei die Küche mit gepflegten Moshpitmoves umdekoriert.

Ein kleines auf und ab

Insgesamt schaffen es Comeback Kid das Neue mit dem Alten wunderbar miteinander zu mischen. Die Essenz des Hardcore wird fein säuberlich mit Elementen aus dem Modern Metal und Metalcore vermischt und als Ergebnis haben wir eine Platte, die für den modernen Hardcore steht wie kaum eine andere. Im Vergleich zum Vorgänger Outsider wird schnell klar, dass Comeback Kid hier aggressiver, böser und bitterer vorgehen und so den energievollen Live-Shows der Band in keiner Weise nachstehen.

Besonders die erste Hälfte des Albums ist einfach brutal stark. Songs wie Heavy Steps, No Easy Way Out und Face The Fire geben keine Verschnaufpause und liefern ein Brett nach dem anderen. Da wird schon fast das Feature mit Joe Duplantier von Gojira auf dem Track Crossed in den Schatten gestellt. Die Mitte des Albums flacht dann im Vergleich zu den ersten Tracks doch etwas ab, da kann leider auch kein Feature von Deez Nuts Frontmann JJ Peters helfen. Lediglich Dead On The Fence kann in der Mitte auf voller Linie überzeugen, in meinen Augen sogar der beste Song der Platte.

Gegen Ende des Albums ziehen die Tracks aber noch mal etwas an. An Songs wie Menacing Weight oder auch Standstill kann man die Entwicklungsstufe wunderbar sehen, die Comeback Kid seit dem letzten Release vollzogen haben.

Fazit:

Comeback Kid schaffen mit Heavy Steps den nächsten Schritt in der Bandgeschichte und zeigen zurecht, warum sie quasi den Status als Hardcore-Legenden innehaben. Das Album hat einen unglaublich starken Anfang, lässt im Vergleich dazu aber in der Mitte etwas nach, nur um am Ende wieder voll anzuziehen. Das ist natürlich meckern auf unglaublich hohem Niveau, denn selbst die schwächeren Songs der Platte brauchen sich vor anderen Hardcore Bands keineswegs zu verstecken. Letztendlich schaffen Comeback Kid etwas, woran viele Bands scheitern: einen gewohnten Stil beizubehalten und mit neuen Einflüssen auf das nächste Level zu heben, ohne dabei gezwungen zu wirken. Die Songs haben einen natürlichen Flow und man merkt einfach, dass die fünf Jahre Wartezeit sich definitiv gelohnt haben. Nur Schade, dass die geplante EU Tour im Frühjahr ersatzlos abgesagt wurde. Wir sind uns aber sicher, dass die Venues ordentlich eingeheizt werden, sobald die Jungs wieder auf Tour sind!

Tracklist:

1. Heavy Steps
2. No Easy Way Out
3. Face The Fire
4. Crossed feat. Joe Duplantier
5. Everything Relates feat. JJ
6. Dead On The Fence
7. Shadow Of Doubt
8. True To Form
9. In Between
10. Standstill
11. Menacing Weight

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Fotocredits: Comeback Kid // Pressebild

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in seiner Westentasche und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.

8.5

Sound

8.7/10

Konzept

8.3/10

Hörspass

8.5/10

Atmosphäre

8.6/10