Fast genau zwei Jahre ist es her, dass Great American Ghost ihr Album Power Through Terror veröffentlichten. Mit der Scheibe konnte die Band aus Boston den Hype, den sie als Opener der Never Say Die! Tour 2019 aufbauen konnten, weiter füttern. Als es dann aber auf Tour gehen sollte, kam alles anders als geplant.

Zweifel an der Band während des Lockdowns

Während die Musikwelt während des Lockdowns sehnsüchtig auf Besserung wartete, gab es in der Band erste Zweifel, ob das alles noch Sinn macht. Isolation und persönliche Probleme ließen Sänger Ethan Harrison daran zweifeln, ob er mit der Band noch weitermachen möchte. Die Enttäuschung durch die entfallenen Touren zum Album-Release gepaart mit der langen Ungewissheit, wann es denn endlich weiter geht, lassen sich mehr als nur nachvollziehen. Gegen Ende des Lockdowns, als wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen war, keimte aber wieder die Hoffnung auf und die Jungs zogen daraus neue Motivation, um wieder voll durchzustarten.

Was dabei rauskam, ist Toture World. Ein Mix aus vier Songs, deren Einflüsse aus den verschiedensten Ecken des Metals und Hardcore kommen, denn sich auf ein Subgenre festzulegen, ist nicht das Ziel der Band.

I’m so sick of the whole subgenre thing. We’ve always been in this middle ground. Some people who listen to metal don’t see us as a metal band. We’ve never been a straight-up hardcore band. So, we don’t really care. I only care whether or not people get it. As long as they get it, or it changes them or touches them emotionally in some way. Call us whatever you want.“ ließ Harrison wissen.

Zum Auftakt gibts direkt ins Gesicht!

Kingmaker zeigt direkt zu Beginn der EP was wir erwarten können: erbarmungslose, angepisste Vocals gepaart mit brachialen Riffs und einer Double-Bass Drum die sich gewaschen hat. Geschrieben wurde der Song als Statement gegen die QAnon-Bewegung. Besonders die kleinen Details im Song sorgen dafür, dass der Hörspaß ab Sekunde eins direkt gegeben ist. Sei es nun die Bass-Drum, die sich im Hintergrund immer weiter steigert oder die Einflüsse aus dem Industrial Metal.

Der Titeltrack des Albums Torture World startet zunächst sehr atmosphärisch, wechselt dann aber sehr zügig in schnelle Parts, in dem die Double-Bass wieder sehr markant in den Vordergrund rückt. Eine kleine Überraschung gibt es dann im Chorus, denn dieser wartet mit einigen clean gesungenen Parts auf. Wer mit Cleans aber nicht so viel anfangen kann, wird kurz danach aber wieder ein breites Grinsen im Gesicht haben, denn der letzte Part des Songs spart nicht gerade mit tiefen Growls. Ein sehr gelungener Mix, den Great American Ghost gerne öfter an den Tag legen dürfen.

Zweite Hälfte der EP wird nochmal härter

Die Zweite Hälfte der EP ist dann nochmal einen ticken härter, denn Womb gibt einem zunächst absolut keine Ruhe und geht mit turbulenten Parts und extrem angepissten Vocals so was von ins Ohr. Da wird der eine oder andere sicherlich einen kleinen Moshpit im Wohnzimmer veranstalten. Einzig das kurze Gitarrensolo im Song erlaubt einen mal für einige Sekunden durchzuschnaufen. Aber direkt danach geht es direkt mit Breakdowns weiter. Für knappe drei Minuten gibt es also non-stop ins Gesicht, finden wir gut!

Den Abschluss der EP bildet dann der Song Death Forgives No One. Auch hier ist der Mix aus clean Vocals und aggressiven Shouts im Chorus eins der Highlights. Auch die Riffs in Verbindung mit den Drums geben dem Instrumental noch mal die gewisse Note, um den Song dann doch eine Weile auf Dauerschleife laufen zu lassen.

Fazit:

Mit Torture World haben Great American Ghost da angesetzt, wo sie mit Power Through Terror aufgehört haben. Der Einsatz der clean Vocals bereichern die vier Songs lange EP ungemein, die gewohnte Härte und roughness tut dies aber keinen Abbruch. Durch die vielen verschiedenen Genre-Einflüsse bietet die Platte eine fast schon perfekte Abwechslung, ohne dabei den typischen Stil von Great American Ghost zu verlieren. Einerseits wünscht man sich natürlich mehr als vier Songs, aber die Länge der EP ist für den intensiven Sound genau richtig. Von Anfang bis Ende gibts hier schonungslos ins Gesicht, gefällt uns!

Tracklist:

1. Kingmaker
2. Torture World
3. Womb
4. Death Forgives No One

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Fotocredits: Great American Ghost // Pressebild

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in seiner Westentasche und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.

8.7

Sound

8.9/10

Konzept

8.5/10

Hörspass

9.0/10

Atmosphäre

8.4/10