Wenn es um härtere Musik aus Japan geht, denken viele zuerst an Bands wie Crossfaith, Crystal Lake, Coldrain oder Dir en Grey. Zugegebenermaßen haben sich die Bands diesen Status auch hart erarbeitet und stehen zurecht dort, wo sie sind. Aber neben den großen, bekannten Bands hat Japan noch so viel mehr zu bieten. In Japan können seit geraumer Zeit ohne Unterbrechung Konzerte stattfinden. Da ausländische Bands aktuell dort aber nicht auftreten dürfen, liegt der Fokus klar auf einheimische und vor allem aufstrebende Bands. Welche Bands 2022 besonders für sich nutzen konnten, erfahrt ihr hier, denn das sind unsere Highlights 2022 aus Japan!

Paledusk

Den Anfang machen Paledusk. Die fünf-köpfige Truppe aus Fukuoka besticht vor allem durch eins: Chaos. Auf dem ersten Blick mag das für einige eventuell sogar abschrecken und schlichtweg überfordernd sein, beim zweiten hinhören merkt man aber, dass hinter all dem Chaos auch ein Plan steckt. Die Songs haben trotz dem durcheinander einen klaren Ablauf. 2021 wurden die Jungs beim Label Greyscale Records unter Vertrag genommen und zeigen so, dass das internationale Interesse bereits groß ist. Neben dem einzigartigen Sound zeigen die Jungs ihre Kreativität auch in ihren Musikvideos, wer empfindlich auf Lichtflackern reagiert, sollte hierbei aber gewarnt sein! 2022 verspricht einiges für Paledusk, wir sind also gespannt, was uns alles erwarten wird!

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Bloom in the Crevasse

Bloom in the Crevasse stehen in Japan als Sinnbild für die vielen Nachwuchs DIY-Bands. Die vier Jungs aus Tokyo nehmen jegliche Songs selbst auf, mischen sie ab und hauen sie dann für uns auf YouTube und Spotify. Der rohe Sound ist dabei vollkommen beabsichtigt. 2020 haben BitC ihr Debut-Album Alter Ego veröffentlicht, wenige Monate später wurde mit der Doppel-Single Backstab und Reptile nachgelegt. Dieses Jahr ging die Band es etwas ruhiger an in Sachen musikalischer Output. Zwei Singles und ein Musikvideo wurden dieses Jahr auf den Markt gebracht: Hollow Point und Get That Sucker Over Here Pronto. Beide Songs werden aber Teil des zweiten Albums R.E.V, welches uns im nächsten Jahr erwarten wird.

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Prompts

Eine sehr starke Entwicklung hingelegt haben die Nu-Metalcore Spezialisten von Prompts. Die koreanisch-japanische Kombi aus Tokyo hat 2020 noch die Deluxe Version ihrer EP Magenta Smile veröffentlicht, dieses Jahr aber mit zwei Songs nachgelegt, die sich gewaschen haben. Asphyxiate war dabei nicht nur der erste Song unter ihrem neuen Label Modern Empire Music, sondern zeichnete sich auch durch das Feature mit Crystal Lake-Sänger Ryo Kinoshita aus. Wenige Monate später kam mit Möbius dann direkt das nächste Brett. Wer einen genaueren Blick auf Prompts werfen will, dem empfehlen wir unseren Spotlight zur Band.

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Hanabie

Für Hanabie war 2021 wohl DAS Jahr schlecht hin. Die Band aus Tokyo startete dieses Jahr komplett durch, was sich unteranderem auch am gefeierten Debut-Album lag. Bei japanischen Bands mit Female-Vocals ziehen viele schnell den Vergleich zu Babymetal, dabei könnten die Bands kaum unterschiedlicher sein. Ihren Stil bezeichnet die Band als Harajukucore, benannt nach dem Szene-Viertel in Tokyo, welches besonders durch seine bunte Straßenmode bekannt ist. Produziert wird die Band im Übrigen vom Crystal Lake Schlagzeuger Gaku Taura, dessen Name noch bei der ein oder anderen Band vorkommen wird.

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Sable Hills

Sable Hills wird wohl die erste Band dieser Liste sein, die wir in Deutschland live erleben dürfen, zumindest wenn das Wacken Open-Air in diesem Jahr stattfinden sollte. Die Jungs aus Tokyo haben dieses Jahr die japanische Version des Wacken-Bandcontests gewonnen und sich somit einen Auftritt auf eben jenen Festival gesichert. Vor Kurzem veröffentlichten sie eine Tripple-Split-EP mit Earthists. und Graupel. Zwei Bands, die zwar nicht auf dieser Liste sind, aber es auf jeden Fall wert sind, mal ausgecheckt zu werden.

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C-Gate

Weiter geht es mit C-Gate, einer Band aus Tokyo, die sich durch einen sehr gelungenen Mix aus Metalcore und Post-Hardcore auszeichnen. Die unverwechselbare Stimme von Sänger Nashun gab es dieses Jahr auf drei neuen Songs zu hören. Die drei Single Releases Samsara, Dawning und Victims wurden vom oben bereits erwähnten Gaku Taura von Crystal Lake aufgenommen und produziert. Noch ist unbekannt, ob uns im neuen Jahr eine neue Platte erwarten wird oder ob es wieder verteilte Single-Releases geben wird. Wir sind uns aber sicher, dass 2022 für C-Gate nur gut werden kann!

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mildrage

Die 2016 in Atsugi gegründete Metalcore-Kombo von mildrage zeichnen sich durch das harmonische Zusammenspiel der beiden Vocalists Meg und teppei aus. Der Mix aus den sanften cleanvocals der Sängerin Meg, deren Unclean-Vocals im übrigen im nichts nachstehen, und den aggressiven Shouts von Sänger teppei machen mildrage zu einer Band mit unglaublichem Ohrwurmpotenzial. Dies kann man auch auf der aktuellen EP Emergence hören, die dieses Jahr erschienen ist und den nächsten Entwicklungsschritt der Band darstellt.

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Age Factory

In Japan mittlerweile recht bekannt, hierzulande aber doch noch unter dem Radar sind Age Factory. Mit japanischen Lyrics ist es natürlich immer Schwer außerhalb von Japan Fuß zu fassen, doch Age Factory schaffen es mit ihrem pop-punkigem Sound schnell zu begeistern. Auch wenn man textlich nicht viel versteht, catcht der Roadtrip-Vibe der Band ziemlich schnell und verleitet zum mit grölen und mittanzen. Das Album Pure Blue, welches dieses Jahr erschien, versprüht beim Hören einfach gute Laune. Unbedingt reinhören!

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Eternal Hostage

Richtig ins Gesicht gibt es nun mit Eternal Hostage. Die Deathcore-Band aus Tokyo sorgten mit ihrem erst zweiten Song Catastrophic für ordentlich Wirbel in der japanischen Szene und zeigten, welches Potenzial in der noch jungen Truppe steht. Für das nächste Jahr soll bereits der nächste musikalische Output anstehen und wir sind mehr als gespannt was uns erwarten wird. Wer Fan von tiefen Growls ist und viel mit Bands wie Lorna Shore und Thy Art Is Murder anfangen kann, wird hier auf jeden Fall seine Freude haben.

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Hikage

Den Abschluss unserer Liste bildet die fünfköpfige Band aus Hokkaido. Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte die Band ihre EP Light My Wounds und legte mit dem Musikvideo zu Isolation direkt einen Vollstart hin. Dies blieb natürlich auch anderen Bands aus Japan nicht unbemerkt und so stehen die Jungs mittlerweile mit Szenegrößen wie Paledusk, Make My Day und vielen weiteren auf der Bühne. Wir sind uns ziemlich sicher, dass 2021 der Start einer großen Reise für Hikage wird und wir sind gespannt, was da im nächsten Jahr noch auf uns zu kommt.

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Damit ihr euch direkt einen EIndruck von den Bands machen könnt haben wir hier eine Playlist für euch vorbereitet:

Fotocredit: Paledusk // Pressebild , Bloom in the Crevasse // riko___mmd

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in der deutschen und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.