Einen unkonventionellen Weg zur Veröffentlichung ihres siebten Albums wählten in diesem Jahr Of Mice & Men. Statt einfach ein Album zu veröffentlichten, entschieden sich die Kalifornier dazu den Release auf drei EPs verteilt über das gesamte Jahr laufen zu lassen. Die erste EP, „Timeless“, erschien bereits im Februar, die zweite EP, „Bloom“ dann im Mai. Nun ist es endlich soweit und das Gesamtwerk mit dem Namen „Echo“ wurde am 03.12. veröffentlicht.

So weit, so spannend, allerdings erwartet aufmerksame Of Mice & Men Hörer*innen insgesamt nur ein neuer Song, welcher ein Cover von „Hopelessly Hoping“ von Crosby, Stills and Nash ist. Neben den sechs durch die EPs bekannten Songs, wurden von den Kaliforniern zusätzlich noch die Singles „Fighting Gravity“, und zuletzt am vergangenen Mittwoch der Track „Echo“, veröffentlicht. Viel Neues bleibt dann leider letztendlich nicht mehr übrig, aber das war durch das unkonventionelle Releasekonzept natürlich zu erwarten. Eine Neuerung gibt es jedoch: „Echo“ stellt den ersten Albumrelease der Band via SharpTone Records dar.

Aber zurück zu „Echo“ als Ganzes. Im Laufe der ersten Jahreshälfte wurden die ersten beiden EPs bereits von uns reviewt, aber im Folgenden bekommt ihr noch einmal eine Zusammenfassung der Fakten:

Das Album  beginnt mit dem ruhigen Intro von „Timeless“. Die ersten 20 Sekunden stellen hier aber wirklich die Ruhe vor dem Sturm dar. In gewohnter Of Mice & Men Manier überzeugt der Opener des Albums durch klaren Gesang im Refrain und harte Breakdowns und Screams. Die Streichinstrumente dürften Hörer*innen in „Obsolete“ überraschen. Überraschend ist hier auch genau das passende Wort zur Überleitung: Of Mice & Men bringen auf der Platte neue, eher Metalcore untypische, Elemente zum Einsatz und schaffen in den Songs so neue Dimensionen und aufregende Atmosphären. Mein persönlicher Favorit der Platte bleibt der dritte Track „Anchor“.

Das zweite Drittel des Albums rund um die EP „Bloom“ lässt Fans wohl in Moshpit Träumen schwelgen. Ähnlich wie zu Beginn des Albums wird der seichte Regenschauer schnell von einem harten Gitarrenriff abgelöst. „Levee“ bleibt hier der atmosphärischste Song der Platte und ist mit 4:50min gleichzeitig auch einer der längsten. Allgemein wird das Album hier im zweiten Drittel deutlich härter und wütender. Thematisch hält es an der Thematik von Verlust und zeitlicher Begrenzung des Lebens fest.

Die letzten 4 Songs des Albums bringen abschließend die neuesten Releases des Quartetts. „Mosaic“ legt noch einmal einen oben drauf im Bezug auf Härte und bringt durch die biblischen Anspielungen und die Sirenen im Hintergrund Doomsday Atmosphäre auf. Auch im letzten Teil des Albums haben es sich Of Mice & Men nicht nehmen lassen noch einmal neue Facetten einzubringen und spielen mit elektronischen Einflüssen. Der namensgebende Track des Albums fasst abschließend noch einmal alle musikalischen Einflüsse passend zusammen und bietet eine perfekte Mischung aus harten Riffs und Melancholie.

Das Album wurde mitten in der Corona Pandemie über Twitch und Zoom geschrieben, so fasst die Band es auch selbst zusammen: als eine Reflektion ihres Lebens in den letzten 1,5 Jahren.

„Echo is a snapshot of the last year-and-a-half of our lives. […] It covers loss and growth, life and impermanence, love, and the infinite — how the most wonderful and most tragic parts of the human experience are deeply intertwined“.

Mit dem „Helplessly Hoping“ Cover wird die Platte dann mit der nötigen Melancholie abgerundet und erinnert einen wieder einmal daran wie gut Aaron Pauley’s Singstimme ist. Aber wie bei den meisten Covern, sollte sich jede*r eine eigene Meinung bilden, also hört doch mal selbst rein:

Fazit

Of Mice & Men bieten ihren Hörer*innen mit „Echo“ ein rundes Metalcore Album, mit einigen neuen Facetten, prinzipiell aber mit wenigen überraschenden Elementen. Dennoch verliert es dadurch kaum an Qualität und liefert in dieser Zeit von mit Lichterketten geschmückten Innenstädten eine großartig passende Atmosphäre weit weg von der Weihnachtsstimmung, dafür aber mit der passenden nötigen Melancholie. Und auch ab von der Winterzeit warten die Songs nur darauf hoffentlich im nächsten Jahr ihre Live Debüt feiern zu können und gebührend im Moshpit gefeiert zu werden. Live sehen könnt ihr Of Mice & Men 2022 übrigens unter anderem bei Rock am Ring und Rock im Park.

Vorbestellen könnt ihr das Album und Merch hier.

Tracklist:
1. Timeless
2. Obsolete
3. Anchor
4. Levee
5. Bloom
6. Pulling Teeth
7. Mosaic
8. Fighting Gravity
9. Echo
10. Helplessly Hoping

Nicola
Nicola

Häufiger auf Konzerten als in der Uni zu finden, Stimme der (Un)Vernunft, besteht zu 90% aus Tee, meistens mit Kopfhörern in den Ohren, professionelle 1. Reihe Sprinterin.

Of Mice & Men - Echo

8.5

Sound

9.0/10

Konzept

8.5/10

Hörspaß

7.5/10

Atmosphäre

9.0/10