Knapp zwei Jahre ist es her, dass Rising Insane uns mit Porcelain ihr letztes Album serviert haben. Am 10.Dezember 2021 wird es daher Zeit für das neue Album Afterglow. Mit ihrem mittlerweile dritten Studioalbum knüpft die Band dort an, wo sie mit Porcelain aufgehört haben. Traumabewältigung und der Innere Kampf mit sich selbst sind hier vorherrschend. Rising Insane nehmen uns mit auf eine ganz intime und private Reise und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund.

Bereits im Juli diesen Jahres veröffentlichten die Jungs aus Bremen den Titeltrack des Albums, Afterglow. Schon hier hört man raus, was uns in den folgenden Zwölf Songs erwarten wird: Verzweiflung, eine Innere Wut aber auch der kleine Funken an Hoffnung der benötigt wird um dies durchzustehen wird hier thematisiert.

in Meant To Live bringen Rising Insane den Aufwärtsgang auf den Punkt, was die Band seit der Veröffentlichung von Porcelain im Dauerkampf bereits erreicht hat. Ein kraftvoller Refrain, Drums die ins Ohr gehen und ein starkes Gitarrensolo runden einen emotionalen Song mit dem gewissen Etwas perfekt ab.

War nennt sich der dritte Song des Albums und hier ist der Name quasi Programm. Ohne groß drumherum zu reden geht es hier genau um eben diesen Krieg, den man mit sich selbst führt wenn man dabei ist schwere Erlebnisse zu verarbeiten.

Track vier hört auf den Namen Flightless Bird und thematisiert die Folgen der Anhedonie auseinander. Ein innerer Zwang, der einem nach einem schlimmen Erlebnis nicht mehr ermöglicht auch gute Emotionen zuzulassen. Besonders hier hervorzuheben sind die Clean-Vocals von Sänger Aaron Steineker, die sich perfekt mit den Instrumentals ergänzen und so eine Atmosphäre erschaffen die so sonst kaum zu finden ist.

Weiter geht es mit Serenade. Ein Refrain der ins Ohr geht und sich dort ordentlich breitmacht. Bereits im August wurde das dazugehörige Musikvideo veröffentlicht. Serenade hebt sich soundtechnisch etwas von den anderen Songs der Platte ab, da der Fokus auf die fulminante Hook hier besonders deutlich wird.

Mit Oxygen zeigt Sänger Aaron wieder, dass er den Wechsel zwischen kraftvollen, wütenden Vocals und dem melodischem Clean-Gesang optimal beherrscht und die Band so gepaart mit den Instrumentals auch die gefühlvolle Seite wunderbar zum Ausdruck bringen kann.

Breakout ist auf dem ersten Blick vielleicht einer der Songs, die bei all den mächtigen Singles etwas untergeht. Auf dem zweiten Blick zeigt sich aber, dass der Song durch den Mix von mitreißenden Gitarren-Riffs, temporeichen Drums, starken Clean-Vocals und druckvollen Screams und Growls mehr als überzeugen kann. Für den ein oder anderen bestimmt ein Geheimtipp auf der Platte.

Der achte Track des Albums nennt sich The Surface und besticht vor allem durch die Harmonie der Gitarren-Riffs und den Drums. Das von Sandra Krafft designte Albumcover wurde im übrigen durch eben jenen Song inspiriert. Bezüglich des Riffs am Anfang des Songs erwähnt Sänger Aaron dabei passend:

„Das Gitarrenriff am Anfang von ‚The Surface‘ klingt für mich immer wie ein Klopfen, als würde man unter Wasser gegen eine Eisschicht schlagen. Das ist für mich zum Sinnbild meiner Gefühle geworden – ich bin im Wasser gefangen und will eigentlich durchbrechen. Aber irgendwas hält mich zurück.“

Mental Health ist nach wie vor ein großes Thema in unserer Gesellschaft und die Wichtigkeit kann gar nicht oft genug betont werden. Und genau darum dreht sich der Song Something Inside of Me. Ein musikalisch sowieso textlicher Wutschrei an all diejenigen, die dem Thema immer noch keine ausreichende Wichtigkeit einräumen.

Broken Homes leitet allmählich das Ende des Albums ein. Fokussiert wird hierbei der Gedanke, dass man oft nicht weiß wohin mit seinen Problemen, man am Ende aber niemals allein ist. Im Song vor zu heben sind wieder einmal die Clean-Vocals und die unglaublich starke Message. Die harten Riffs in der Mitte des Songs setzen dem Ganzen dann nochmal das i-Tüpfelchen auf.

Mit Bend and Break haben wir die aktuellste Singleauskopplung des Albums vor uns. Wie auch bei den anderen Songs der Platte gibt es hier wieder eine Chorus der ins Ohr geht und dort auch bleibt. Imprisoned als Album-Closer wurde wiederum perfekt gewählt. Ein Song mit einer Botschaft, die gehört werden will. Imprisoned fordert zum Handeln auf, zum Zusammenhalt und Empathie in schwierigen Zeiten aufrufen. Diesen Aufruf wollen die Jungs auch sobald wie möglich auf der Bühne mit ihren Fans teilen.

Fazit:

Mit Afterglow liefern uns Rising Insane eine unglaublich persönliche Platte, die dabei schonungslos aufzeigt wie schwer es sein kann mit schlimmen Erlebnissen umzugehen. Allerdings zeigen die Songs auch auf, dass man niemals allein mit seinen Problemen kämpfen muss. Eine unglaubliche wichtige Message zum Thema Mental Health.

Es ist für mich etwas schwierig die Platte anhand unserer Kategorie „Hörspaß“ zu bewerten. Hat man wirklich bei solchen ernsten Themen wirklich „Spaß“? Sollte man die Ernsthaftigkeit und Emotionen dabei anders bewerten als bei „Standard“-Alben die nicht so persönlich sind? Das muss im Endeffekt jeder selbst entscheiden. Wichtig für mich ist, dass Rising Insane mit ihren Emotionen, Problemen und Erlebnissen ein Werk geschaffen haben, welches Leuten helfen kann eine schwere Zeit zu überwinden und zu verarbeiten. Und das machen die Jungs auf eine unglaublich gute Art und Weise. Die Atmosphäre die in den Songs rüberkommt liefert nicht nur einmal Gänsehaut. Rising Insane zeigt uns, dass es vollkommen in Ordnung ist wenn man Probleme hat und offen über eben diese redet. Niemand ist dabei allein.

Wer also auf emotionale Texte, Refrains die ins Ohr gehen, harte Gitarren-Riffs steht wird hier voll auf seine Kosten kommen. Die Platte ist die nächstlogische Weiterentwicklung der Band und das zeigt sich in der Qualität der Songs deutlich. Unsere Anspieltipps der Platte sind: Afterglow , Breakout und Imprisoned.

Uns ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist über persönliche Probleme zu reden. Solltest du also selbst das Gefühl haben, dass du dich in einer belastenden Situation befindest, dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym Hilfe von Beratern, die zusammen mit dir Auswege aus schwierigen Lebenssituationen finden.

Tracklist:

1. Afterglow
2. Meant To Live
3. War
4. Fightless Bird
5. Serenade
6. Oxygen
7. Breakout
8. The Surface
9. Something Inside Of Me
10. Broken Homes
11. Bend And Break
12. Imprisoned

Im nächsten Jahr sind Rising Insane, hoffentlich, wieder auf Tour. Wer die Jungs mit Deez Nuts,Kublai Khan TX und UnityTx live sehen will, hat hier die Möglichkeiten dazu :
* mit DEEZ NUTS
18.12.2021 DE – Oldenburg- Amadeus // RELEASE SHOW
28.12.2021 DE – Würzburg – Posthalle +Devil May Care
04.02.2022 DE – Schweinfurt – Stattbahnhof *
05.02.2022 DE – Hannover – Musikzentrum *
06.02.2022 DE – Berlin – Hole 44 *
09.02.2022 AT – Wien – Flex *
12.02.2022 DE – München – Backstage *
21.02.2022 CH – Solothurn – Kofmehl *
22.02.2022 DE – Wiesbaden – Schlachthof *
23.02.2022 DE – Oberhausen – Kulttempel *
24.02.2022 DE Hamburg – Logo *
25.02.2022 DE – Dresden – Blauer Salon *
02.04.2022 DE – Münster –  Up the iFans! Festival
29.07.2022 DE – Cloppenburg – Afdreiht un Buten Festival
17.09.2022 DE – Stuttgart – Core Fest

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Fotocredits: Sandra Krafft (Albumcover)

Dennis
Dennis

Knippst gerne Fotos von Menschen die auf der Bühne stehen, kennt sich in der japanischen Metalszene besser aus als in seiner Westentasche und gibt in Reviews gern seine unqualifizierte Meinung ab.

8.2

Sound

8.1/10

Konzept

8.5/10

Hörspaß

8.0/10

Atmosphäre

8.0/10