Grundsätzlich gilt, wenn es eine deutsche Band schafft, dass ihr Debüt ein gutes Album einer etablierten englischen Indierock Band klingt, hat man doch schonmal alles richtig gemacht. Doch irgendwie hat wohl niemand den Jungs aus Thun gesagt, wo man schon jede Erwartung übertroffen hat, denn hier wurde einfach weitergefeilt und das Endergebnis lässt sich wirklich sehen.

Ihr habt übrigens richtig gelesen, wir reden hier von einem Debüt Album! Dabei klingen Rooftop Sailors einfach viel zu selbstsicher in ihrem stark treibenden Sound. Bei Songs wie dem Opener Modern Life oder Money fühlen wir uns direkt den englischen Clubs zu ihren besten Zeiten ganz nah und werden bei Man On The Run quasi schon musikalisch dazu eingeladen, die Bordsteine dieser Welt hinter uns zu lassen und rhythmisch zur Musik unsere Träume zu jagen.

Das absolute Highlight der Platte spiegelt sich jedoch in dem Song Fuckyou wieder, welcher locker provokant sich entfaltet, als hätten die Jungs schon 30 Jahre Bühnenerfahrung auf dem Buckel – für uns die live Hymne der Platte! Wer zum Schluss noch ein bisschen Abwechslung sucht, wird beim Closer Mind Like (A) Mine eine klangliche Oase der Ruhe finden, denn ja – die Jungs können auch noch in diesem Genre ordentlich punkten!

Insgesamt kann das Debüt / BestOf der Band sich durchweg sehen lassen und weckt Interesse, die Band auch weiterhin auf dem Radar zu halten. Wir könnten absolut nachvollziehen, wenn sich hier der ein oder andere Hörer an die Anfangszeit von Größen wie Mando Diao oder Foals zurückerinnert.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

Rooftop Sailors - Kaleidoscope

7.4

Sound

8.0/10

Konzept

6.0/10

Hörspaß

8.0/10

Atmosphäre

7.5/10