Anlässlich des am 30.07.2021 erschienenen, ersten Albums von THE BEAT-HELLS. haben wir uns mit Sänger Sibbi virtuell zusammen gesetzt und ein wenig über das Album, das gesamte Bandprojekt und die Idee dahinter gesprochen.

Gringoz: Wir haben ja erst vor ein paar Monaten miteinander gesprochen – was hat sich bei dir seitdem getan oder verändert?

Sibbi: Wow! ehm… Seitdem ist passiert, ein Buch von Itchy ist rausgekommen, wir sind in den Proben für unsere Open-Air-Konzert-Leseungs-Reise und natürlich jetzt das BEAT-HELLS Album. Und das sind natürlich viele Sachen, die sich eigentlich geändert haben, leider hat sich die Pandemie noch nicht so wirklich geändert und ist immer noch vorherrschender Bestandteil unseres Lebens. Vor allem was Rockmusik angeht, deswegen hat sich leider noch nicht ganz viel getan aber in meinem Leben natürlich schon und viele spannende und schöne Projekte trotz Corona-Pandemie, hab ich’s irgendwie hinbekommen alles spannend und interresant und schön auch zu halten für mich.

Gringoz: THE BEAT-HELLS ist jetzt schon dein zweites Nebenprojekt dieses Jahr, nach Sibbi Hier – kriegst du einfach nicht genug?

Sibbi: Ja es scheint so. Ich bin etwas getrieben! *lachen* wie es scheint. Nee ich bin ganz schlecht im still sitzen und nichts tun. Und dann gibt’s entweder die Möglichkeit ich gehe allen anderen auf den Sack oder ich mach irgendwas Nützliches und Kreatives draus. Und jetzt hab ich mich für Zweiteres entschieden und deswegen ist es auch ein Projekt was letztes Jahr eben ziemlich spotan eben entstanden ist. Und ohne Corona-Pause wär’s wahrscheinlich nicht so weit gekommen wie es jetzt ist.
Gringoz: Da gehst du lieber den ganzen Fans „auf die Nerven“?
Sibbi: Genau!
Gringoz:… und überflutest sie mit Content
Sibbi: Genau *lachen*

Gringoz: Wie kamt ihr auf die Idee zu diesem Band-Projekt?

Sibbi: Die Idee kam, und zwar ganz knapp vor Corona, hat mir der Neil Starr, sprich mein Mitstreiter in THE BEAT-HELLS, hat er mir ’ne WhatsApp geschickt mit den Worten: „Do you like the Beatles?“ Und dann dachte ich so: Was ist das denn für ’ne Frage? Ja natürlich mag ich die Beatles! WIeso? Und er hat dann geschrieben: Ja, er hat immer mal schon dran gedacht vielleicht so ’ne Art Cover-Projekt von Beatles-Songs zu machen mit Punkrock / Alternative Sounds. Die Songs dann sozusagen ’n bisschen verrocken. Und ob ich Bock hätte da mitzumachen? Ich so: Ja natürlich hab ich Bock! Auf jeden Fall! Ich bin John oder Paul, Ganz egal, ich bin auf jeden Fall dabei! Und dann haben wir gesagt, dass machen wir mal, aber das machen wir „mal“, wie man’s halt so sagt und das war kurz vor der Itchy-Tour, er mit seiner Band Phil Campbell and the Bastard Sons hätten auch ganz viele Shows gespielt letztes Jahr. Und dann war das halt so ’ne Idee die wir alle cool fanden, aber die man halt irgendwann mal macht und am Ende klappt’s wahrscheilich doch nicht aus vielen Gründen, weil man einfach keine Zeit findet. Und dann kam eben Corona und dann haben wir doch Zeit gefunden und haben das dann mal angegangen und jetzt ist ’n Jahr später und wir haben ’n Album am Start. Vollig irre!

Gringoz: Ich glaube es ist das Album mit den meisten Schlagzeugern das ich kenne – wie kam es dazu? Konntet ihr euch einfach nicht entscheiden?

Sibbi: Ja ich hab wirklich die letzten Tage, weil immer wieder Fragen reinkamen, wie es dazu kam, und ich will mich erinnern wie es dazu wirklich kam, was der ausschlaggebende Punkt war oder wo die Idee herkam. Irgendwie haben wir relativ früh gesagt: Hey, so wer spielt denn eigentlich Schlagzeug auf dem Song jetzt, an dem wir jetzt arbeiten, an dem Ersten. Naja, keine Ahnung! Wir können auch mal einfach rumfragen, die Freunde von uns die Schlagzeug spielen, wir haben ja über die Jahre und Jahrzehnte wirklich viele tolle Menschen kennengelernt, die Schlagzeug spielen in anderen Bands. Ob die nicht Bock haben und Zeit vielleicht ’nen Song beizusteuern. Und so haben wir erstmal rumgefragt und irgendwie alle haben Ja gesagt. Und ja klar hab‘ grad eh Zeit und Bock und hört sich ja super an die Idee. Und wirklich, wir sind so dankbar, weil das ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass Schlagzeuger von anderen Bands, die ja erstmal nichts mit dem Projekt zu tun haben, dass die alle sagen: Ja klar, mach ich! Weil das ist natürlich Zeit und Anstrengung und da ist ja Arbeiten oder Mühe mit verbunden. Und das die da alle zugesagt haben ist einfach nur irre und geil! Und dann haben wir das so gemacht und jetzt sind es 12 Schlagzeuger auf dem Album. Schlagzeuger von denen wir wirklich Fans sind und das ist toll!
Gringoz: Das find ich auch! Sehr abwechslungsreich.

Gringoz: Wie war die Studio-Arbeit bei diesem Album für euch, ihr kommt ja nun nicht grade alle von der gleichen Ecke?

Sibbi: Ja zwei sind aus Wales, ich bin aus Eislingen bei Stuttgart und die Schlagzeuger sind von überall her. Von Österreich über Wales, Deutschland nach USA, überall verstreut! Und ja, jeder hat das sozusagen bei sich zu Hause oder ziemlich in der Gegend eben aufgenommen. Ich hab’s in meinem Home-Studio aufgenommen, meine Parts. Neil und Will haben es in ’nem Studio in Wales, bei sich um die Ecke aufgenommen. Und die Schlagzeuger haben’s in Studios, die sie entweder selber haben, oder wo sie Zugang haben, oder in ihrem Proberaum aufgenommen. Also, jeder so bei sich eben, so wie’s irgendwie ging und dann hat unser Mischer der Todd, hat dann die wahrscheinlich schlimme Aufgabe, alle Sounds die er zugeschickt bekommt zu einem irgendwie homogenen Gesamtwerk zusammen zu schrauben, was nicht einfach ist. Und hat er aber geschafft. weil das Album kann man Durchhören und man hört sozusagen nicht, dass es an 15 verschiedenen Orten sozusagen aufgenommen wurde. Und ja, so ist das Album enstanden.

Gringoz: Warum denn ausgerechnet die Beatles?

Sibbi: Weil’s einfach die geilste Band ist, die es jemals gab und die es jemals gegeben haben wird. Ich fand die Band einfach immer schon genial, wirklich schon im Jugendalter. Hab mich dafür interessiert, hab Dokus angeschaut, hab irgendwie CD’s und DVD’s und so Bücher, also das war schon immer ’ne Faszination für mich, was die erreicht haben, was die in so kurzer Zeit geschaffen haben, so zeitlose Musik zu machen. Und es zeigt ja auch dieses BEAT-HELLS Projekt jetzt, dass es wirklich zeitlose Songs sind, also haben sie ja quasi nicht verändert die Songs, wir haben sie nur in ein modernes Gewand sozusagen gepackt und die funktionieren halt 1 zu 1 wie hätt’s ’ne Band jetzt geschrieben und es ist einfach irre! Wirklich geil, tolle Band und für mich die Allerbesten und sowas wird es nie wieder geben.

Gringoz: Ihr schreibt, dass es eure persönlichen Lieblingssongs der Beatles sind, welcher ist denn davon dein Lieblingssong?

Sibbi: Zum ersten Teil der Frage: Ja es sind unsere persönlichen Lieblingssongs aber wir haben auch noch circa 70 andere persönliche Lieblingssongs, das heisst es gibt noch Material für weitere Werke von unserer Band. Und mein persönlicher Lieblingssong ist vielleicht sogar „Please, Please Me“ und unsere erste Single jetzt. Der Song, der hat mich schon immer fasziniert und er hat mir schon immer so gefallen. Der ist irgendwie so leicht, locker, flockig. Ist einer ihrer ersten Songs, die sie jemals geschrieben haben. Und wir haben auch mit an dem als erstes dran gearbeitet und für mich wahrscheinlich mein Lieblingssong.

Gringoz: Auf dem Album sind ja keine von den großen Evergreens, wie „All You Need Is Love“, „Hey Jude“, „Let It Be“ oder „Imagine“. Der Einzige der da vielleicht noch rein passen würde in diese Reihe ist „Help“. Warum?

Sibbi: Ehm, joa gute Frage! Wir, ich glaub wir wollen so ’ne Mischung schaffen, also wir wollten nicht so grade die Evergreens die wirklich jeder, jeder, jeder kennt und die einen sofort anspringen, weil das wär‘ so auch ein bisschen langweilig. Wir wollten halt ’ne gute Mischung finden von Songs die wirklich jeder kennt wie „Help“ zum Beispiel und dann eben auch Songs, oder „Ticket To Ride“ den kennen wahrscheinlich auch die Meisten, und mit Songs die nicht ganz so in der ersten Reihe stehen, die aber immer noch Milliarden von Menschen auf der Welt kennen. Und so haben wir das so’n bisschen zusammengestellt, mit ganz bekannten und bekannten und etwas weniger bekannten Songs und so wollen wir dasauch in Zukunft handhaben, wenn’s neue Projekte denn mal gibt. Einfach um das auch spannend zu halten und vielleicht Leute auch mal an Songs ranzuführen die sie eben noch nicht tausend Mal gehört haben.

Gringoz: Was würden wohl die Beatles zu diesem Album sagen?

Sibbi: So wir verklagen euch jetzt! *lachen* Wahrscheinlich, also ich glaub die Anwälte, die würden sowas vielleicht sagen, aber ich glaub die Beatles selbst, glaub ich würden das cool finden, weil wir die Songs ja nicht, also wir haben’s ja nicht verändert, wir haben ja ihr Werk nicht zerstört, hoffentlich, oder Sachen hinzugebaut, die sie so nicht gedacht haben, sondern wir haben einfach versucht die Songs so klingen zu lassen, als, wie wenn die Beatles sich jetzt erst gegründet hätten und jetzt Songs geschrieben haben. Oder wie ’ne Punkrock-Band die damals Songs geschrieben hätte. Und deswegen glaub ich die würden’s auch gut finden.

Gringoz: Wie wäre es für dich wenn jetzt einer von den Beatles bei euch ein Featuring anfragen würde?

Sibbi: Das wär‘ natürlich das Allergrößte und ich würde sofort sagen Ja! Bitte feature! Alles was du möchtest! Ich tre’t gern zurück und alle anderen in der Band treten auch zurück. Mach’s am Besten alleine!

Gringoz: Plant ihr denn mit THE BEAT-HELLS auch auf Tour zu gehen?

Sibbi: Ja! Also wir, was heisst planen, wir wollen’s unbedingt machen. Grade ist mit Planen bisschen schwierig. Aber wir wollen das auf jeden Fall machen, weil ich glaub das könnte richtig Spaß machen und es würde auch glaub ich überall funktionieren. Das würde im Vorprogramm von irgend’ner Band, egal ob’s von Green Day, oder von den Hosen, oder von wem auch immer. Die Songs kennt jeder, Rockmusik mag jeder. Das würde da funktionieren, das würde auf Festivals funktionieren, das würde auch auf ’ner Geburtstagsfeier oder Hochzeit gut funktionieren. Heisst, da wären die Möglichkeiten auf jeden Fall da, das mal auf die Bühne zu bringen und ich hätte tierisch Bock!

Gringoz: Noch eine Fun-Frage zu Schluss: Ist das noch Punkrock?

Sibbi: Eeh, ist es wichtig? *lacht* Was für ’ne Frage.. juckt, interessiert es jemanden? Also mich interessiert es nicht, ob es Punkrock ist oder Jazz oder was auch immer. Es ist halt Musik. Und es ist sehr gute Musik, was vielleicht daran liegt, dass wir sie nicht selbst geschrieben haben *lachen*. Und das ist alles was zählt! Also wir haben Spaß mit der Sache, das Album ist super geworden und es macht einfach großen Spaß zu Machen und zu Hören und darum geht’s. Nicht was für’n Name drauf steht.

Gringoz: Danke fürs Interview!

Sibbi: Danke, dass es geklappt hat!

mareike
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