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Review: One Morning Left – Hyperactive

by Dennis

Die finnischen Trancecore-Veteranen One Morning Left melden sich mit ihrem neuen Album Hyperactive zurück, um dem Genre wieder neues Leben einzuhauchen. Ganze fünf Jahre ist es her, dass die sechsköpfige Band rund um Vocalist Mika Lahti ihr letztes Werk Metalcore Superstars veröffentlicht haben. Höchste Zeit also um mal ein Blick auf das neue Werk zu werfen, welches am 21.05.2021 via Arising Empire veröffentlicht wird.

Ruby Dragon ist der erste Song der Platte und stellt recht schnell klar, was uns hier erwarten wird: Party, Spaß, eine ordentliche Priese 80er und eine Menge an Eskalation. Synthies gepaart mit Gitarrenriffs die in die Ohren gehen und dazu ein Chorus der auch noch einige Stunden nach dem Hören im Kopf bleiben wird. So in etwa kann man Ruby Dragon beschreiben. Genau so geht es auch beim zweiten Song der Platte weiter: Neon Highway. Schnell wird hier klar: All zu ernst nehmen sich die Jungs nicht. Und das solltet ihr auch nicht. Man sollte definitiv mit einer Portion Humor an die Sache rangehen. Und das ist auch komplett in Ordnung so, schließlich zieht sich dieser Faden durch das gesamte Album.

Party, Party und noch mehr Party!

Sinners Are Winners schlägt in die gleiche Kerbe wie die ersten beiden Songs. Für diesen Song hat man sich aber etwas Hilfe ins Boot geholt. Joonas Parkkonen, bekannt als Ex-Gitarrist von Santa Cruz, hat sich nicht lumpen lassen und mit seinem mächtigen Gitarrensolo dem Song seinen ganz eigenen Touch verliehen. Wer völlig eskalieren will und eine Hymne für den nächsten Trinkabend braucht: Sinners Are Winners ist nicht nur wegen den Lyrics dafür bestens geeignet. Eine gewisse Anlehnung an die berühmten Hair-Metal Bands der 80er ist definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Weiter geht es mit Drowned God. Bestechend durch seine Härte und den vielen Gitarrenlicks sticht Drowned God schon recht deutlich aus dem bisherigen Party-Thema heraus. Einen Song später wird man von CREATVRES aber direkt wieder in den Bann der 80er gezogen. Die Synths erinnern dabei nicht gerade an die gewohnten Töne des Trancecores. Vielmehr ist hier der Synthwave Trend der letzten Jahre durchaus maßgebend.

Live, Laugh, Love wirkt als nächster Song schon etwas ZU chaotisch. Stimmiger Chorus, ordentliche Gitarrenriffs werden unterbrochen von Blastbeats und brachialen Growls. Und das alles in 2:20 Minuten gepresst. Wer auf schnelle und wilde Songs steht wird hier definitiv fündig.

Weniger ist manchmal mehr

Bei Ruthless Resistance fragt man sich nicht ganz zu unrecht, ob die Jungs sich manchmal vielleicht nicht ganz einig waren wo die Reise bei einigen Songs hingehen soll. Hier wird gefühlt alles reingepackt, was vom Stil her auch nur ansatzweise passen könnte. Natürlich soll dies das Konzept des Albums werden, aber manchmal ist weniger dann vielleicht doch etwas mehr.

Downfall leitet dann so langsam das Ende des Albums ein. Mit einem kurzen Rap-Part wird nochmal ein neues Element in die Songs eingebaut, so viel zum Thema „Alles muss rein“. Das ganze ist aber gar nicht abwertend gemeint, so passt der Rap-Part irgendwie doch ganz überraschend in den Song, der auch insgesamt zu einem der stärkeren Stücke des Albums zählt.

Worry Less, Dance More und Hyperactive zeigen dann nochmal so richtig, wie viel Spaß die Jungs beim aufnehmen der Song wohl gehabt haben. Beide Songs passen vom Gesamtbild genau in das Albumkonzept. Mit seinem Outro schließt Hyperactive das Album dann nach knapp 36 Minuten ab.

Fazit:

Hyperactive ist der erste musikalische Output der Finnen seit ihrem Metalcore Superstarts Release aus dem Jahre 2016. Hat die Band ihren Sound mit dem neuen Album weiterentwickelt, gar das Genre Trancecore neu definiert? Wohl kaum. Aber das muss es auch gar nicht, schließlich war dies auch gar nicht der Anspruch des Albums. Viel mehr soll das Album zeigen, dass man sich nicht immer selbst zu ernst nehmen sollte und auch einfach mal Spaß haben sollte, dies ist schließlich der Kerngedanke des Genres. One Morning Left nehmen die Stärken der einzelnen Bandmitglieder, packen diese in einen poppigen Elektro-Sound und hauen am Ende nochmal ordentlich mit Metalcore-Elementen drauf. Und fertig ist der Sound von Hyperactive.

Manchmal kommt jedoch der Gedanke auf, dass die Jungs zu viel von allem wollten. Einige Songs leiden etwas darunter, aber dies hält sich auch in Grenzen. Wer deepe Lyrics und ernste Themen erwartet wird hier falsch sein. Jeder der mit ein wenig Humor an die Sache rangeht und einfach mal die Sau rauslassen will, wird mit Hyperactive sicher viel Spaß haben.

Tracklist:

1. Ruby Dragon
2. Neon Highway
3. Sinners Are Winners
4. Drowned God
5. CREATVRES
6. Live, Laugh, Love
7. Ruthless Resistance
8. Downfall
9. Worry Less, Dance More
10. Hyperactive

Fotocredits: One Morning Left // Pressebild

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