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Review: Marathonmann – Alles auf Null

by Mareike

Es ist einfach ein ungleiches Paar, die Begriffe „Live-Konzert“ und das Jahr 2020. So gut wie keine Band hat es geschafft im letzten Jahr eine Tour zu spielen. Viele haben es nicht einmal auf eine Bühne geschafft. So viele Touren und Festivals wurden verschoben oder komplett abgesagt und wohl ein jeder von uns vermisst sie schmerzlich. Doch Marathonmann haben es geschafft und ein paar wenige bestuhlte Akustik-Konzerte im Jahr 2020 gespielt und daran wollen sie uns alle nun noch einmal teilhaben lassen. Mit „Alles auf Null“ erscheint am 9. April 2021 ihr erstes Live-Akustik-Album. Frontmann Michi Lettner sagte dazu: „Ich meine, das hat doch schon was, eine Live-Platte aus einem Jahr zu veröffentlichen, in dem Konzerte eigentlich nicht stattgefunden haben.“

„Alles auf Null“ beginnt mit dem Song „Holzschwert“, welchen die Jungs aus München bereits am 4. Dezember 2020 veröffentlicht haben. Es ist einfach der perfekte Song um ein solches Akustik-Album zu eröffnen. Denn der emotionale Text, des sonst so punkigen Songs, passt einfach absolut auf die harmonische Intonation mit den Streichern. Hinzu kommt, dass der Text einfach auch die Gedanken wiederspiegelt, welche so viele während der Corona-Pandemie schon hatten. So zum Beispiel die Zeilen: „Weißt du, was Träume sind oder träumst du gar nicht mehr? Hast du den Sinn verloren? Es weggepackt? Den Deckel drauf und abgesperrt“.

Marathonmann sagen selbst: „Die größte Herausforderung für uns war, die Songs nicht einfach nur ohne Strom zu spielen, sondern sie in ein komplett neues Gewand zu hüllen.“ Gerade Songs wie „Hinter den Spiegeln“ oder „Wo ein Versprechen noch was wert ist“ erhalten durch dieses neue Gewand eine ganz andere besondere Tiefe und man kann einfach noch mehr in die Bedeutung der Texte eintauchen.

„Flashback“ war der zweite Song den die Jungs bereits vorab veröffentlicht haben, am 26. Februar 2021, diesmal mit einem Video. Darin taucht sowohl der Clown wieder auf, welchen man schon vom ersten „Flashback“-Video kennt (dieses könnt ihr euch hier anschauen), als auch, dass es Video-Ausschnitte von Live-Shows gibt, welche einem wirklich einen Flashback verpassen.

Mein persönlicher Favorit ist „Abschied“. Der Song ist auch bereits im Original sehr ruhig gehalten und wird dabei ebenfalls mit Klavier gespielt. Die neue Untermalung im Arrangement mit Violine und Cello gibt dem Song noch einen neuen ganz besonderen Charme. Dadurch berühren die Zeilen einfach noch mehr, wie bei: „Wir müssen wissen, dass es nicht leicht ist zu vermissen. Doch tief in unserem Herzen tragen wir die Erinnerung.“
Genauso berührend ist der relativ neue Song „Die Bahn“. All die Sehnsucht und das Vermissen werden im Akustik-Gewand einfach nur noch intensiver.

Zuletzt haben Marathonmann am 26. März 2021 „Wir sind immer noch hier“ veröffentlicht. Damit machen sie den Start einer Special-Online-Aktion, bei der die Band im Wechsel mit befreundeten Musikern, wie zum Beispiel Nathan Gray oder Hi! Spencer, ungewöhnliche (Cover-) Video-Sessions via Social-Media veröffentlichen.

Mit „Die Stadt gehört den Besten“ findet das Album einen rasanten Abschluss, welcher ein Gefühl hinterlässt, dass dieser Moment einfach für immer halten könnte.

Gesamt betrachtet ist „Alles auf Null“, wie man es von einem Akustik-Album erwartet, ein eher ruhiger Zeitgenosse. Wobei es auch flotte und lustige Songs gibt, wie zum Beispiel „Nie Genug“ oder „Rücklauf“. Es wird sehr emotional und die Texte regen einen noch mehr als sonst zum Nachdenken an.

Wenn ihr jetzt schon Gefallen an „Alles auf Null“ gefunden habt, könnt ihr das Album bereits hier vorbestellen! Hinzu kommt, dass Marathonmann am Release-Tag ein kostenloses Livestream-Konzert auf dem YouTube-Kanal von Redfield Records planen. Um 20 Uhr geht es dort los und alle Infos dazu findet ihr hier.

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