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SIBBI HIER – Hier im Interview!

by Mareike

Direkt nach seinem ersten Squash-Training seit langer Zeit hat Sibbi die Zeit gefunden, sich mit uns zu einem Interview via Zoom zu treffen. Auch wenn sein erstes Soloalbum „Vol. 1“, unter dem Namen Sibbi Hier, bereits am 26. Februar 2021 erschienen ist, haben wir noch einige tiefer gehende Fragen dazu.

Gringoz: Hallo Sibbi! Ich hab da mal so ’n paar Fragen vorbereitet, kommen wir doch direkt zur ersten Frage. Wie bist du auf die Idee gekommen ein Soloalbum rauszubringen?

Sibbi: Ich bin ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen, sondern meine Bandkollegen, Panzer und Max, tatsächlich. Und zwar waren wir gerade beim Aufnehmen von unserem letzten Itchy-Album „Ja als ob“ und da war’s so, dass ich schon ’n ziemlich kreativen Overflow hatte und die Jungs wahrscheinlich doch ’n bisschen genervt hab mit meinen ganzen Songideen die immer so gekommen sind. Und dann haben sie mir gesagt: Hey, weisste was, mach doch mal ’n Soloalbum. Einfach um ihre Ruhe wahrscheinlich zu haben und dann hab ich das.. ich so: Jaja, mach ich dann mal! Und dachte auch irgendwie vielleicht kann ich das ja echt mal machen weil, in so ’ner Bandkarriere gibt’s ja schon viele Songs die man geschrieben hat, die aus dem einen oder anderen Grund nicht auf ein Album geschafft haben und das sind ja nicht unbedingt schlechtere Songs. Und da dachte ich, eigentlich wär’s ja schade wenn man die.. weil wenn die nicht auf ’n Itchy-Album kommen, dann sind die eigentlich in ’ner Schublade, aber werden auch nicht mehr rausgekramt, weil die sind dann alte Songs und wenn man ’n neues Album schreibt, dann schreibt man gerne neue Songs. Und da dachte ich: Ja kann ich ja irgendwann mal was mit machen. Weil sich da schon echt viele Sachen angehäuft haben und dann wollten wir eigentlich mit Itchy grade 2020 in DAS Itchy-Jahr überhaupt starten, mit vielen Shows und mit neuem Album, erstes mal auf deutsch und dann kam eben Corona und dann war gar nichts mehr mit starten, sondern eher wieder mit zusammenpacken. Und dann waren wir erstmal tierisch schlecht drauf alle, wie glaub ich alle in der Branche so und wussten auch nicht was geht eigentlich jetzt, was passiert mit allem, mit uns? Mit der Band, mit der Musikbranche, mit der Welt? Keine Ahnung. Und nach irgendwie ’n paar Monaten wo’s echt irgendwie blöd war alles, so weil keiner wusste was jetzt passiert, dachte ich so: Hey, vielleicht ist jetzt dann die richtige Zeit um mal doch weiter einfach Musik zu machen, weil es bringt auch nichts ständig schlecht drauf zu sein und zu Warten bis irgendwann mal irgendwas besser wird, dann nimmst es einfach selbst in die Hand und machst irgendwas, auch was Positives einfach aus der Situation und dann hab ich mich so rangesetzt, dachte dann guck mal, ob ich solo was machen kann in der Zeit jetzt so. Hab dann auch mal die alten Sachen so angehört, die ich so geschrieben hatte und hab dann gleich so Lust bekommen. Hab dann aber eigentlich neue Songs geschrieben hauptsächlich für dieses Projekt und kam dann auch wieder in so ’nen Flow rein und hab mich total gut gefühlt und das hat mich richtig erfüllt in dieser Zeit, war irgendwie richtig gut drauf und positiv. Und das spiegelt sich glaub ich auch so ein bisschen im Sound von diesem Album wieder. Und ich bin total happy, dass ich das jetzt wieder machen konnte und die Zeit für mich so super nutzen und ja es hat mich echt erfüllt.
Gringoz: Ja das mit Corona letztes Jahr war echt krass. Ich hatte das perfekte Konzert-Jahr geplant. Radio Havanna im Februar noch geschafft, ihr wärt dann im März dran gewesen in Hamburg und zack auf einmal nichts mehr.
Sibbi: Ja das war echt… Timing-mäßig hätte es nicht schlimmer sein können für Itchy, weil wir waren wirklich 5 Tage vor der Tour und ja, aber so ist es eben. Aber wie gesagt, dann konnt ich die Zeit eben in der Zwischenzeit jetzt gut nutzen und bin voll happy. Es ist auch total das irre Gefühl, dass ich jetzt so ’ne CD in den Händen halten kann, oder ne LP, von ’ner Sache wo ich heute vor ’nem Jahr .. also heute vor ’nem Jahr gab’s die Idee quasi noch gar nicht und jetzt hast du so ’ne LP in der Hand. Das ist für mich selbst völlig irre eigentlich und total krass und ja irgendwie geht immer irgendwas und es kommt eh anders als man denkt…

Gringoz: Wie war es denn für dich so ohne Panzer und Max im Studio zu sein?

Sibbi: Ja also im Studio, ich war eigentlich in meinem Home-Studio. Hab das ja eigentlich alles, bis auf’s Schlagzeug hab ich alles selbst aufgenommen, bei mir zu Hause. Und es ist eigentlich gar nicht so anders wie wenn ich anfange Songs für Itchy zu schreiben, weil da bin ich ja auch erstmal alleine und probier‘ irgendwie rum und Panzer ist bei sich und probiert da rum und deswegen ist der Anfang gar nicht so anders eigentlich, aber natürlich, auf der einen Seite fehlt es so das Korrektiv und das sich Austauschen wie: Was hälste davon, was hälste davon? Auf der anderen Seite ist es natürlich auch cool einfach machen zu können ohne irgendwie was im Hinterkopf zu haben. Zum einen ohne zu Denken wie gefällt es den Anderen, passt es zur Band, passt es auf das Album oder so und zum anderen auch so gar keine Erwartungshaltung zu haben. Also klar ich will ’n guten Song schreiben oder ’n gutes Album rausbringen aber es muss kein besonderer … es müssen so und so viele Leute hören oder streamen oder so und so viele Leute müssen auf die Tour kommen, dass es ein Erfolg ist, sondern ich mach einfach mal und schau einfach was passiert und es war schon sehr erfrischend auch jetzt grade immer noch wenn es rauskommt. Ich bin einfach nur happy und das Feedback ist so toll und wenn die Leute mir sagen: Hey, voll geil, dass du’s gemacht hast und finden das Album geil. Bei diesem Projekt ist mir das tausendmal wichtiger als bei Itchy zum Beispiel dann wenn’s irgendwie besondere Zahlen erreicht oder besondere Plays oder Views und so. Was natürlich bei so ’ner langen Bandgeschichte aber auch völlig normal ist, dass man halt schon Ansprüche auch hat und Sachen wieder erreichen möchte oder wachsen und so weiter. Jetzt genieß ich es einfach mal zu machen und das war auch beim Album-Songwriting und beim Machen so. Einfach gemacht und ich hatte Spaß.

Gringoz: Hast du rückblickend auf das Album einen absoluten Lieblingssong oder einen Song mit dem du etwas Besonderes verbindest?

Sibbi: Also das Album ist ja gar nicht so lang, deswegen hab ich viele Lieblingssongs und also ich bin ziemlich happy mit dem Ergebnis so und wie zum Beispiel „Tag für Tag“ find ich ’nen sehr guten Eröffnungssong, weil dieser Text und dieser Song spiegelt so das ganze Album irgendwie wieder. Ich erzähl‘ warum ich’s eigentlich gemacht hab, weil ich ’ne Unfähigkeit besitze irgendwie ruhig und still sitzen zu können. Ich muss irgendwie immer was machen, sonst hätte es das Album nicht gegeben. Ich hätt‘ mich auch einfach zurücklehnen können. Und ’n anderer Song auf den ich … der mir sehr viel bedeutet ist „Im selben Raum“, ist der letzte Song auf dem Album. Das ist so ’ne Ballade eigentlich und da freu ich mich, dass ich es geschafft hab ein Liebeslied zu schreiben ohne kitschig zu klingen. Was gar nicht so einfach ist wie man es sich überhaupt denken mag. Und ja ich finde die Idee dahinter, oder so die Thematik super, weil ich wurde da tatsächlich inspiriert von einer Netflix-Serie, die heißt „After Life“, mit Ricky Gervais. Und da geht’s eigentlich so darum, dass er als Charakter hat seine Frau mit der er lange verheiratet war verloren, die ist gestorben, und er ist jetzt eben am trauern und dann ist mit so ’ner Bekannten beim Essen und die regt sich ’n bisschen über ihren Freund auf und sagt so: Eeh, er will nie mit mir ins Kino, ins Theater, der will nichts mit mir unternehmen. Und er sagt so: Ja, okay, die Probleme hätte er nicht, er würde einfach gern mit seiner Frau nochmal „sein“. Also er würde gern mit ihr nochmal „sein“ können, einfach da sein können. Und weil ich hab auch meinen Papa verloren vor ein paar Jahren und ich kann das so nachvollziehen, dass es gar nicht immer darum geht was Krasses zu erleben oder hier ’n krassen Urlaub zu machen oder ’ne krasse.. keine Ahnung, Bergsteigen und Fallschirmspringen zu gehen oder irgendwie tolle Instagram-Bilder von ’nem Strand posten, sondern oftmals ist es einfach nur, es reicht schon wenn man mit einer Person die man gerne hat oder die einem fehlt einfach da sein kann. Also wenn mein Vater jetzt hier sitzen würde neben mir und auf den Bildschirm hier starrt, dann würde es mir schon reichen, weil dann wäre er einfach da. Und das finde ich so ein schönes Bild. Eigentlich muss man gar nichts Besonderes mit irgendjemandem machen, er soll einfach nur da sein.

Gringoz: Wo du schon bei Inspirationen gerade warst. Mir ist aufgefallen, dass einige Songs an frühere Hits erinnern. So zum Beispiel bei „Kannibalen“, da klingt der Refrain leicht nach „Guten Tag“ von Wir sind Helden, oder das Intro von „Zwei Herzen“ klingt irgendwie nach „Schrei nach Liebe“ von die Ärzte. War das beabsichtigt?

Sibbi: Das hab ich im Nachhinein… das hab ich sogar irgendwo gelesen…
Gringoz: In meiner Review womöglich.
Sibbi: Ja, da haste Recht. Aber es war völlig unbeabsichtigt. Aber es sind auch Gott sei dank so, dass sind nur die Gitarrentöne am Anfang glaub ich und dann sobald ich anfang‘ zu Singen. Und „Kannibalen“ das hör‘ ich jetzt zum ersten Mal, aber ja *summt* Oh ja! Stimmt! Da hast du absolut recht.
Gringoz: Die Rhythmik von „Durchschnittlich egal“ erinnert mich auch an etwas – ich komm aber nicht drauf woher.
Sibbi: Wenn er dir einfällt, dann sag’s mir. Würde mich interessieren! – Na jedenfalls hab ich nicht bewusst geklaut, aber selbst wenn *lacht*. Solang ’s nur eine Person merkt, hab ich alles richtig gemacht.
Gringoz: Richtig! Und ich fand es halt auch geil weil’s halt so erinnert hat und dann komplett anders wurde, gerade bei „Zwei Herzen“, wenn man das Intro hört, gerade als Ärzte-Fan, denkt man dann so: Ja, geiles Intro! und dann kommt wieder ’n anderer Song.
Sibbi: Das hab ich zum Beispiel bei „Ich Roque“ von Sportfreunde Stiller und „Rock’n’Roll Queen“ von The Subways. Fängt auch ziemlich ähnlich an.

Gringoz: Mein absoluter Lieblingssong ist ja „Zwei Herzen“. Ich hab halt Musikwissenschaft studiert und finde es sehr cool, dass du im Text genau die musikalischen Stilmittel nennst, welche du auch im Song verwendest. Wie kamst du auf den Song und steckt da noch etwas hinter?

Sibbi: Das ist einer der beiden Songs, die ich schon, die ich quasi für das letzte Itchy-Album, zumindest in ’ner ähnlichen Form geschrieben hab. Und eigentlich war’s dann nur so hey, ich könnt ja eigentlich mal im Text genau das Ausschreiben was ich gerade mache. Also dann schreibe ich ’ne Strophe, ja ’ne Strophe hab ich schon und ’n halben Refrain so und dann im Refrain eben so singen, das was ich gerade in dem Moment spiele, dachte ich mal ’n interessanter Ansatz und du hast es gecheckt! Deswegen, mein Ansatz hat völlig funktioniert! Und das war aber auch schon die komplette Überlegung. Also ich würd‘ jetzt keine Doktorarbeit drüber schreiben.
Gringoz: Nicht?
Sibbi: Aber zumindest hast du das kapiert und weißt es zu schätzen.
Gringoz: Ich find den ziemlich cool, ja!

Gringoz: Kommen wir mal auf den Song „Kein Bock“ zu sprechen. Im Video zeigst du ja schon einige Personen auf die man gut kein Bock haben kann. Auf was hast du heute genau kein Bock?

Sibbi: Oh, wow, muss ich kurz überlegen. Hm, heute ist echt schwer, weil heute ist eigentlich ’n ganz guter Tag wo wenig Schlechtes passiert ist. Also die ganzen Leute aus dem Video, die ich da so in die Kamera halte, die sind natürlich heute noch genauso kacke wie gestern.
Gringoz: Bis auf Trump der nichts mehr zu sagen hat.
Sibbi: Der hat zwar nichts mehr zu sagen, aber ist trotzdem noch genauso kacke wie gestern.
Gringoz: Genau!
Sibbi: Und die anderen Politiker und Verschwörungstheoretiker ebenso. Aber die haben mich jetzt heute tatsächlich noch nicht so aufgeregt. Danke, dass du es angesprochen hast, jetzt reg ich mich schon wieder auf.
Gringoz: Guck einfach keine Nachrichten. Dann bleibst du unbetastet davon.
Sibbi: Ne, heute hab ich tatsächlich auf alles Bock.

Gringoz: Welche Gedanken halten dich bei „Tag für Tag“ Nacht für Nacht wach?

Sibbi: Tatsächlich sind es fast mehr so Rhytmen oder Melodien also ich kann… Guck mal jetzt gerade, ich spiel die ganze Zeit mit diesem Stift hier rum. Einfach weil ich was in den Händen halten muss.
Gringoz: Ja, ich hab das auch.
Sibbi: Ja, kennste. Und so ist es bei mir auch mit Rhytmus also ich bin auch die ganze Zeit selbst wenn ich entspannt Fernseh schaue, machen meine beiden Hände irgendwie ’n Schlagzeug-Beat. Oder mit meiner Beinmuskulatur mach ich ’n Schlagzeug-Beat in meinem Kopf. Wirklich, das ist völlig krank. Sodass auch Leute die mit mir irgendwie auf’m Sofa sitzen sagen: Was machst du? Wieso zuckst du die ganze Zeit? Und ich sag: Ne, ich hab ’n Beat im Kopf und zuck den gerade. *lacht* Und sowas hab ich halt Nachts dann auch. Und oftmals, zum Beispiel blöd, heute Nacht, richtig Beispiel von Dummheit, obwohl ich’s nämlich weiß. Ich hatte ’n supertollen Liedeinfall und hatte richtig Bock. Kurz vor’m Einschlafen. Okay, macht richtig Spaß. Das könnte echt ’n geiler Song werden. Dachte, okay, ich muss jetzt obwohl ich so müde bin aufstehen und den irgendwie aufnehmen, sonst ist er morgen vergessen, weil das schon oft so war. Und dann dachte ich: Ne, ich glaub ich kann mich morgen noch dran erinnern. Heute morgen wach ich auf, kann mich nicht mehr dran erinnern. Song – verloren! ‚N Song geht verloren, das hätte ’n Hit sein können! Das kann sein das wäre der größte Itchy– oder Sibbi Hier-Hit und jetzt hab ich ihn einfach vergessen, weil ich zu faul war um aufzustehen. Blöd.
Gringoz: Vielleicht kommt er ja heute Nacht wieder.
Sibbi: Ja vielleicht… Aber das: Ich hatte heute kein Bock auf mich, weil ich es verkackt hab!

Gringoz: Wenn irgendwann wieder Live-Konzerte stattfinden können, in welcher Konstellation willst du dann auftreten? Einfach alle Instrumente zeitgleich spielen?

Sibbi: Ja genau, mit so ’ner Mundharmonika mit Gestell um den Kopf und so ’ner Bassdrum auf’m Rücken.
Gringoz: Genau, und Gitarre plus Bass in einem.
Sibbi: Genau so, genau. Entweder so, oder mit Gastmusikern, mit Freunden, die ich dann Frage ob sie nicht die Instrumente halten wollen. Tatsächlich hab ich mir noch gar nicht so konkret Gedanken gemacht, weil ja leider kann man sich, braucht man sich gerade irgendwie über sowas keine Gedanken machen. Aber ich werd’s auf jeden Fall mal irgendwie in Angriff nehmen, sobald sich das wieder lichtet und dann hätte ich auch irgendwann Bock mit Sibbi Hier auf der Bühne zu stehen.
Gringoz: Das wär‘ auch ziemlich cool! Am coolsten wäre ja als erstes Sibbi Hier und dann direkt Itchy, aber das ist auch zu anstrengend.
Sibbi: Viel zu viel Arbeit! Du musst auch an mich denken.

Gringoz: Stellen wir uns mal vor: du hast die Möglichkeit bei einem großen Festival mit Itchy zu spielen und kriegst dann noch eine Anfrage zur selben Zeit auf einem anderen Festival solo aufzutreten. Wie würdest du dich entscheiden?

Sibbi: Ganz klar für Itchy! Weil das ist meine Priorität und mein Job und das hat auf jeden Fall Vorrang. Deswegen wird Sibbi Hier da immer nur stattfinden können wenn mal bei Itchy irgendwie ’n Zeitraum ist wo keine Shows, keine Tour, oder kein Album sind. Ja, weil das hat auf jeden Fall Vorrang. Immer!

Gringoz: Hast du mit Itchy oder Sibbi Hier vielleicht schon mal an Corona-Livestream-Konzerte gedacht?

Sibbi: Also gedacht natürlich schon, aber wir haben es bisher irgendwie geschafft es zu vermeiden, weil wir bei beiden Projekten sozusagen der Meinung sind, dass es halt … es ist zwar cool, weil man dann irgendwas machen kann, und auch für die Leute was machen kann und sich zeigen und mal wieder sozusagen ’n Konzert zusammen zu spielen, aber es ist einfach nicht geil. Ich schau es mir auch nicht an, wenn’s andere Bands machen, oder schau mal kurz rein und nach ’nem Song denk‘ ich mir: Okay. Das ist ja, da kann ich mir auch ’n YouTube-Clip von ’nem Live-Auftritt von uns früher anschauen. Und es ist nicht geil. Wir wollen halt einfach… wir wissen, dass wir ’ne gute Live-Band sind und sind dann ’ne gute Live-Band, wenn wir bei den Leuten sind und die stehen vor der Bühne und da kracht’s laut runter ins Volk und alle haben Spaß und tanzen. Dann ist es ’n cooles Erlebnis. Und wenn wir irgendwie 150 km von jemandem entfernt in ’nem Raum stehen und die sitzen auf der Couch, das ist nicht geil, finden wir nicht geil. Aber natürlich, wenn wir in 2 Jahren immer noch keine Shows spielen dürfen, vielleicht sieht’s dann anders aus. Das man dann sagt: okay bevor man gar nichts macht, dann machen wir das! Aber bisher konnten wir es vermeiden und wir wollen es eigentlich auch aktuell nicht machen, weil wir wissen das kann einfach niemals auch nur ansatzweise so geil sein wie das echte Erlebnis.
Gringoz: Das letzte Mal als ich Itchy live gesehen hab, war beim Birthday Slam von den Donots in Hamburg. Das war mega!
Sibbi: Genau, das war mega und jetzt stellst‘ dir vor du hättest das auf der Couch angeschaut, das ist dann nicht mehr so mega.
Gringoz: Wäre nicht vergleichbar.
Sibbi: Aber ja das war ein sehr schöner Abend!
Gringoz: Es gibt sogar ein wundervolles Foto von uns beiden an dem Abend. Wir sehen beide gar nicht durchgefeiert aus.
Sibbi: Sehr schön! Aber ja so muss man aussehen nach ’nem Konzert, verstehste? Und ich komm ja jetzt grad vom Squash, ich seh‘ ja wieder so aus, auch ohne Konzert. *lacht* Ja, schön, dass wir so ausgesehen haben, das heißt das Konzert war gut!

Gringoz: Zum Schluss dann noch mal ein ganz anderes Thema. Du warst bei „Wer wird Millionär“ und wärst fast an der 50€ Frage gescheitert. War die Aufregung so groß oder woran lag es?

Sibbi: Ja es war die Aufregung und ja … das war ja die allererste Frage und dann hab ich’s ja tatsächlich auf diesen Stuhl geschafft und dann ist man da so im Film und denkt so: Was geht eigentlich jetzt, krass ich hab’s! Und dann hockst du dich da hin und checkst erstmal gar nichts und dann fängt der schon und stellt die Frage und dann hab ich die Frage gar nicht so wirklich gelesen und hab dann irgendwie was halt geantwortet, was mir in den Sinn kam, was totaler Quatsch war. Und da war ich eigentlich noch gar nicht so aufgeregt, sondern erst als ich gemerkt hab: Ups, irgendwas läuft grad falsch! *lacht* Anhand seiner Reaktion und der Reaktion vom Publikum, dachte ich: Oh, und dann war ich aufgeregt, weil dann fällt einem sofort ein: Okay, jetzt haste dich halt gerade blamiert vor 5 Millionen Menschen und das ist jetzt kein so gutes Gefühl. Und dann biste eigentlich nur noch beschäftigt damit, solange die Sendung geht, dich nicht noch mehr zu blamieren und vielleicht diese Blamage von zu Beginn irgendwie wieder wett zu machen und da so irgendwie halbwegs heil aus der Nummer rauszukommen. Und deswegen war das… die Sendung war eigentlich die Hölle! *lacht* Im Nachhinein im Fernsehen kam’s gar nicht so schlimm rüber, es war alles in meinem Kopf diese Hölle, aber auf jeden Fall ein Erlebnis was ich niemals vergessen werde.

Gringoz: Meine letzte Frage wäre dann noch, wenn Corona vorbei ist, beziehungsweise größere Lockerungen kommen, was wäre das Erste was du unbedingt machen möchtest?

Sibbi: Das Squashen hab ich ja jetzt schon gemacht, weil es so ’ne kleine Lockerung jetzt gab. Aber, einfach mal wieder mit ’ner größeren Runde als mit einer oder zwei Personen mal irgendwie ’n schönen Abend zu verbringen. Oder auch mal wieder Essen gehen. So also die ganz normalen Sachen, das vermiss ich am meisten.
Gringoz: Das wäre bei mir auch so.

Gringoz: Super, dann waren das alle Fragen die ich hab.
Sibbi: Schön, war wirklich ’n gutes Interview. Danke auch für die schöne Review und das es dir gefällt.
Gringoz: Ich dank dir auch! War wirklich nett, hat mir viel Spaß gemacht!
Sibbi: Ebenso, dann hoff ich, dass wir uns mal wieder so verschwitzt nach ’nem Konzert zusammen fotografieren können. Ich wünsch dir was!
Gringoz: Danke, bis dann, ciao!

Photocredits by Christy Anna

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