Home Interviews Im Interview mit Beifang! – ein Bonus zum Spotlight-Underground

Im Interview mit Beifang! – ein Bonus zum Spotlight-Underground

by Mareike

Gestern noch im Spotlight und heute schon im Interview! Wir haben uns anlässlich des Spotlight-Beitrages mit Sänger Felix und Gitarrist Sören von Beifang virtuell getroffen und den Jungs aus Kiel noch ein paar Fragen gestellt, damit ihr sie noch ein bisschen besser kennenlernen könnt.
Das Spotlight zu Beifang findet ihr hier.

Gringoz: Moin Jungs! Starten wir doch direkt mal rein. Wer sind Beifang und was macht euch als Band aus?

Felix: Ein Haufen von acht Chaoten die zu gern Bier trinken und beschlossen haben Musik zu machen, weil wir inzwischen ja erst zu 8 sind.
Sören: Ja, das ist aber ja jetzt auch direkt mal ’ne sehr schwierige Frage.
Gringoz: Wir und die Leser möchten euch ja kennenlernen.
Sören: Ja das stimmt natürlich. Ja, wir sind halt, gegründet haben wir uns, also ich glaub von den Gründungsmitglieder jetzt wirklich selbst sind noch drei dabei und dann hat sich irgendwie, dann kamen halt immer noch so’n paar Chaoten dazu die irgendwie gut gepasst haben und wir haben aber immer eher eigentlich erstmal auf’s Menschliche geguckt als darauf dass jetzt hier ein krasser Studiomusiker dazu kommt.
Felix: Eigentlich, wir haben ja irgendwie alle Bock Mukke zu machen und für uns ist das ganze ein Hobby was wir aber ’n bisschen mehr ambitioniert betreiben und haben einfach Spaß irgendwie in unserer Beifang-Familie Musik zu machen, gemeinsam Zeit zu verbringen und Konzerte zu spielen. Und die Message die wir in unseren Texten ausdrücken wollen in die Welt hinaus zu schreien.

Gringoz: Ich hab auch gelesen, ihr habt euch aus einer Wohnzimmer-Jam-Session heraus gegründet.

Sören: Ja genau, dass war das was ich meinte mit den drei Mitgliedern aber es ist tatsächlich so dadurch, dass wir echt darauf geachtet haben das es menschlich passt sind wir halt mittlerweile einfach ein riesieger Freundeskreis und da ziehen sich jetzt halt alle, also Beifang ist halt auch ganz viel wirklich einfach auch nur das wir einfach sehr gut befreundet sind und alle, aber über uns allen halt dieses gemeinsame Musik machen steht. Und ich glaube was uns als Band ausmacht ist, wir sagen immer von uns selber das wir die semi-professionellste, professionelle Band sind, weil wir wollen immer ganz viel und gehen da auch immer ganz verkopft dran aber dann hauen wir halt sowas wie „Kohl für die Welt“ raus, was dann in so ’ner Über-Nacht-Aktion entsteht und deswegen, und es macht glaub ich auch aus das wir sehr geplant an Sachen ran gehen aber dann sehr verplant alles umsetzen.

Gringoz: Welche Band oder Musiker würdet ihr als euer Vorbild sehen?

Sören: Ich glaube das Geile ist an uns, dass jeder da ’ne andere Band sagen würde. *lachen*
Gringoz: Welche wäre es bei euch beiden denn?
Felix: Eigentlich für mich ist es so mit ZSK tatsächlich, weil die halt im deutschen Punk-Bereich die Band mit der klarsten Botschaft sind und sich am meisten engagieren und das ist irgendwie so für mich auch Mukke-technisch immer was was ich, ja einmal die Woche läuft bei mir mindestens ZSK.
Sören: Also bei mir ist es so, dass ich dadurch das ich ja mit unserem Drummer zusammen hauptsächlich für die Texte verantwortlich bin. Also beim Texten ist es eher so verkopfter Deutsch-Punk, sowas wie Muff Potter und WIZO allerdings auch ganz viel, weil ich deren Art wie die Musik gemacht haben ziemlich ziemlich gut finde, auch deren neue Sachen und musikalisch ist das eben wirklich ganz viel klassischer Deutsch-Punk den ich mir da zum Vorbild nehme. Also da eben dann auch WIZO, Pascow, ZSK – so die Sachen. Und beim Texten tatsächlich auch viel beeinflusst durch Deutsch-Rap. Allerdings bei unserem Schlagzeuger noch mehr. Bei mir sind’s dann eher solche Sachen wie Zugezogen Maskulin oder K.I.Z. die mich dann da beeinflussen.

Gringoz: Seid ihr beide selbst denn auch von irgendeiner Band oder Musiker richtige Fan-Boys? Und wenn ja, wenn ihr die Treffen würdet, was wäre die erste Frage?

Sören: Darüber sprechen wir auch sehr häufig *lachen*
Felix: Ich hab mich beim dem Thema immer glaub ich vor ’ner Antwort gedrückt. Ich arbeite als Veranstaltungstechniker und bei mir ist es immer irgendwie so dass für mich Konzerte eigentlich, ich steh irgendwie meistens immer am Rand und guck‘ mir das ganze Technische an und geniess‘ zwar auch die Mukke aber daraus resultiert irgendwie dadurch, dass ich halt tagtäglich mit Musik zu tun habe, dass dieser Charme „Fan-Boy sein“ von irgend’ner Band irgendwann verloren gegangen ist so für mich. Deswegen kann ich die Frage gar nicht so klar beantworten.
Sören: Also ich kann die Frage klar beantworten und da ist mir auch aufgefallen, was ich bei Einflüssen vergessen hab‘. Nämlich ganz klar die Ärzte! Und dementsprechend würde ich einfach wahnsinnig gerne mal mit Farin, Bela und Rod irgendwie abhängen und ich glaub da wäre ich auch ’n krasser Fan-Boy. Ich glaube allerdings, dass ich da nicht so richtig Fragen rausbekommen würde. Weil ich hab so super viele Fragen an die, also sei’s auf ’ner Songebene, dass ich mich einfach mal fragen würde: wie schreiben die ihre Musik und ihre Texte? Weil das immer so organisch wirkt und so geil am Ende ist, dass ich das einfach verstehen möchte. Also bei mir sind’s echt die Ärzte. Immer noch!
Gringoz: Das kann ich voll nachvollziehen, wäre es bei mir auch.
Sören: *schmunzeln* Sehr gut! Und welcher ist dein Lieblings-Arzt?
Gringoz: Bela B, und deiner?
Sören: Meiner auch. Allerdings ist Farin halt, wenn man sich die Ärzte jetzt, ich hab mich nämlich wegen des neuen Albums nochmal ’n bisschen mit denen beschäftigt und wenn man sich dann mal so durchguckt hat Farin halt schon, also ich sag immer das ist ne Frechheit wie viele krasse Hymnen der geschrieben hat. Und Bela find ich halt einfach wie er angefangen hat und wie er als Person ist sehr geil.

Gringoz: Dann wechseln wir mal ’n bisschen. Ich hab euch 2019 bei der Kieler Woche auf der Jungen Bühne ja live gesehen. Was ist eurer Meinung nach das beste Konzert, was ihr je gespielt habt?

Sören: Boah! Also eins ist schwer zu sagen, weil ich hab da drei.
Felix: Von der Stimmung im Publikum her war’s in Berlin im Supamolly zum „Skanta Klaus“-Konzert. Vom Prestige-Charakter glaub ich, als wir als Vorband von Jaya the Cat gespielt haben. Und aber so alles in Allem waren’s bei mir eigentlich immer die Konzerte auf der Jungen Bühne. Weil’s irgendwie immer so’n Heimspiel ist eigentlich.
Sören: Da hat man, ich finde bei den Junge Bühne-Konzerten hat man halt immer, haben wir immer gemerkt, dass wir auch in Kiel schon Leute mobilisieren können. Aber was bei mir auch noch dabei ist das erste Lala(-Festival) Konzert, dass haben wir nämlich in der Punker-Bar gespielt und also ich glaube musikalisch war es nicht unser bestes Konzert. Letztes Jahr haben wir da ja auf der großen Bühne gespielt aber ich meine das Jahr davor. Da haben wir in so ’ner kleinen Punkerscheune gespielt, dass heisst das ist super klein und es strömten immer mehr Leute rein und es war einfach viel zu voll dadrin und wir waren auch einfach so überambitioniert und haben dann irgendwie so dumme Ideen gehabt wie: wir lassen mal die Leute entscheiden welche Songs wir spielen sollen. Die kannten unsere Songs natürlich nicht, deswegen haben sie sich nur nach Namen entschieden, was dann aber dazu geführt hat, dass wir die ganzen geilen Songs am Anfang gespielt haben und hinten die, die man so ’n bisschen im Set hat, um wieder ’n bisschen die Stimmung wieder einzufangen und mal ’ne Pause zu geben. Die kamen dann alle am Ende. Dann war unser Schlagzeuger irgendwie zwischendurch jenseits von Allem und erinnert sich an sehr wenig.
Felix: Max stand, weil die Bühne zu klein war stand Max unser Basser direkt neben der Bar und die Barleute haben ihm einen Kurzen nach dem Anderen gegeben während des Auftritts.
Sören: Und er hat währenddessen auch immer Kippen gedreht, was ich sehr faszinierend finde im Nachhinein, weil er hat sich selten verspielt. Ich weiß nicht wie er das gemacht hat! *lachen* Und das war halt wirklich so ’n reiner Punk-Auftritt, dass fand ich halt sehr geil. Also das hat Spaß gebracht und dann kam irgendwie später noch ’n Weihnachtsmann in Pogo und alles. Das war einfach ein richtiger Abriss-Auftritt.
Felix: Auf jeden!
Sören: Und welchen Auftritt ich nämlich aber tatsächlich wirklich sehr schön fand, war unser Letzter. Weil das war unser erster wirklich Wir-machen-alles-selber-Auftritt in der Meierei (Kiel). Und das war halt irgendwie auch schön, weil da hatten wir nur befreundete Bands da. Es war wirklich alles ganz ganz familiär. Ich glaube das zeichnet uns übrigens als Beifang aus, dass es immer familiär ist irgendwie.
Felix: Selbst bei Konzerten wo wir eigentlich immer denken, dass wir keinen kennen und uns keiner kennt, ist es trotzdem immer ’ne sehr familiäre Stimmung, das stimmt.

Gringoz: Eure letzte Single „Systemrelevant“ war dann ja ’n Akustik-Song. Wie kamt ihr auf die Idee?

Sören: Naja, die Single davor war ja auch eher ’n Akustik-Song: „Kohl für die Welt“. Das liegt immer ’n bisschen daran, also bei „Systemrelevant“ war es so: da war ja der erste Lockdown und wir hatten mit Beifang noch keine Idee wie wir da weitermachen können, weil über Zoom oder so Musik zu machen geht halt nicht ne. Wir wollten aber trotzdem irgendwie weiter machen und ich saß dann irgendwann zu Hause mit der Gitarre und hab halt die erste Strophe geschrieben. Und bin dann irgendwann zu unserem Schlagzeuger mal hin, der wohnt nämlich bei mir relativ nah, und meinte „Ey, ich hab mal so’n Song geschrieben“ und dann haben wir an einem Abend diesen Song fertig geschrieben und wollten den halt gerne rausbringen. Aber es hätte halt viel zu lange gedauert jetzt noch irgendwie den mit allen einzuspielen und den fertig zu machen. Dann wäre er auch gar nicht mehr so direkt gewesen, wie er ja dann war eigentlich. Also der war dann ja auch ziemlich zeitaktuell, sowas haben wir ja eigentlich mit „Kohl für die Welt“ auch gehabt. Und bei so zeitaktuellen Sachen wollen wir die halt schnell rausbringen und da ist akustik eben tatsächlich am leichtesten zu produzieren.

Gringoz: Wie hat euch denn allgemein Corona überhaupt beeinflusst beziehungsweise beeinträchtigt?

Felix: Volle Kanne! Also wir haben ’n kleinen Proberaum mit 16 Quadratmetern plus ’ner kleinen Niesche für’s Drumset und mit 3 Bläsern in der Band ist es halt mit Abstand halten, joa, funktioniert halt nicht. Das heisst, wir dürfen auch im Moment leider gar nicht proben. Im Sommer haben wir dann, als sich dann das Ganze irgendwie ’n bisschen wieder gelockert hat, haben wir uns wieder getroffen mit dem Plan zu proben aber die ersten 4 Wochen saßen wir glaub ich nur draußen vor’m Proberaum und haben Bier getrunken und haben so geschnackt was es neues gibt, weil wir uns super lange nicht gesehen haben. Joa, und dann haben wir angefangen ’n bisschen neue Songs zu schreiben und wollten eigentlich oder sind wegen ’ner Platte dran im Studio und wollten weiter proben und das fällt jetzt ja schon wieder flach leider.

Gringoz: Ein Vöglein hat mir ja gezwitschert, dass ihr trotzdem momentan im Studio seid. Seid ihr da an ’ner neuen Platte dran?

Sören: Wir sind da komplett dran! Da haben wir nämlich auch das große Glück, dass unser Produzent Gordon so nett ist und uns auch jede Woche immer vorbeikommen lässt und wir können immer schreiben wenn wir vorbeikommen wollen. Dementsprechend kommen wir da einzeln vorbei und spielen bei dem halt einzeln ein. Das zieht sich natürlich aber sehr viel länger hin, weil es läuft dann immer so, dass wir was bei dem einspielen, das lädt dann jemand in unsere Beifang-Gruppe hoch und dann können die Leute erst Feedback geben. Das heisst, dieser ganze Prozess, der zieht sich einfach ewig hin, weil es kann halt nur einer zur Zeit dann da immer hin. Also wir könnten natürlich mit mehr Leuten auch hin, auch nach den Verordnungen gerade, aber wir wollen das halt eben selber nicht machen, weil wir auch wollen, dass diese Pandemie irgendwann mal endet.

Gringoz: Wie sehen denn eure Pläne für 2021 aus, wenn das Ganze beendet wäre?

Felix: Erstmal auf jeden Fall die Platte zuende bringen und vielleicht auch dann weniger live spielen, dass wir einfach sagen wir konzentrieren uns auf die Platte und wenn die Platte fertig ist dann schauen wir mal was so Sache ist.
Sören: Ich glaube damit hast du jetzt hier ’n Punkt angesprochen, weil ich will auf jeden Fall live spielen, weil mir das wahnsinnig fehlt *lachen*. Wir sind mit Beifang auch einfach ’ne riesige Live-Band also wir sind wirklich, ich glaube was uns auszeichnet sind echt unsere Live-Auftritte.
Felix: Wir haben auch schon in der Band besprochen, wollten eigentlich im Januar in der Räucherei (Kiel) zusammen mit Razzia spielen. Ich geh‘ aber davon aus, dass das Konzert auch ausfallen wird, aber selbst wenn es stattfindet. Haben wir irgendwie, a.) kamen nicht zum Proben so richtig, weil wir eben nicht proben können, nicht proben dürfen und b.) haben wir alle irgendwie nicht so Bock auf ’n Sitzkonzert oder auch auf irgendwie ’n Livestream-Konzert, weil das einfach für uns geht komplett der Flair verloren.
Sören: Das ist auch tatsächlich der Grund warum wir uns gerade so, also ich glaube wenn man uns verfolgt hat, wir hab’n uns ja wirklich am Anfang auch ’n bisschen rar gemacht und das lag einfach daran, dass wir ganz stark besprochen haben, wollen wir unter diesen Bedingungen denn irgendwie ’n Auftritt spielen und irgendwie ist das für uns nicht dieses Feeling was wir haben für ’n Auftritt dann. Wir brauchen wirklich diesen Pogo, wir brauchen diese Party, wir gehen ja auch immer super viel mit dem Publikum und wenn das alles wegfällt, oder ich steh‘ da dann irgendwie vor. Also ich mein wenn die einzige Interaktion ist, dass ich Frontscheiben putzen könnte, dann will ich das leider auch nicht machen *lachen*. Das ist irgendwie blöd!

Gringoz: So, dann hätte ich noch ’ne letzte Frage, die wieder aus der Reihe fällt. Ihr nennt euch selbst auf eurer Website: „die Vorband von der Vorband, von der Vorband von den Sex Pistols“ *lachen*. Von welcher Band wärt ihr denn gerne Mal die Vorband?

Felix: Oh, also gar nicht wo das herkommt sondern…
Sören: Das ist ’ne gute Frage! Find ich gut…
Felix: Ich wär‘ gern von The Prosecution Vorband aber die haben sich ja leider aufgelöst. Und von Sondaschule, die sind echt gut live.
Sören: Vielleicht können sie sich ja für uns noch einmal wieder zusammenfügen. Ich glaube bei mir wären’s auch da tatsächlich die Ärzte, von denen wäre ich gern Vorband. ich mein die gehen ja auch bald auf Tour, vielleicht kannst du denen ja irgendwie das Interview schicken. *lachen* Und ansonsten fänd‘ ich’s auch irgendwie witzig, irgendwie mal Vorband von irgendwie, ja so Zugezogen Maskulin oder so. Da hätt‘ ich auch Bock drauf. Einfach da ist ja ’ne sehr punkige Stimmung aber es ist natürlich ’n ganz anderes Publikum. Und ich hätte auch mal Bock sich so’n Publikum so richtig zu erarbeiten. Oh, und Pascow die hab ich fast vergessen.

Gringoz: Vielen Dank für das nette Interview!
Sören: Gleichfalls!

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