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Review: Billie Joe Armstrong – No Fun Mondays

by Jana Gall

Green Day sind ein richtiges Urgestein in der Szene. Seit über dreißig Jahren mischen sie mit ehrlichem, politischen Punk-Rock die Musiklandschaft auf. Ihr dreizehntes Studioalbum erschien erst Anfang des Jahres, eine Tour war ebenfalls geplant. Doch auch Green Day leiden unter der derzeitigen Krise. Die Hella Mega Tour mit Fall Out Boy und Weezer wurde erst mal auf nächstes Jahr verschoben, ob sie dann wirklich stattfinden kann bleibt jedoch unklar.

Mit diesem Problem geht noch ein anderes einher: Langeweile. Nicht nur wir Konzertgänger sitzen zur Zeit Trübsal blasend Zuhause, auch Green Day Sänger Billie Joe Armstrong hat gerade herzlich wenig zu tun. Doch natürlich weiß der Musiker, wie er uns allen den Corona-Blues etwas erleichtern kann: Er macht Musik. Die eigenen Ideen sind in das letzte Album geflossen, also müssen Cover her. So kam es, dass die letzten Monate jeden Montag ein neuer Song gecovert wurde. Die gesammelten Werke erscheinen nun als Album. Es trägt den Titel No Fun Mondays (2020) und enthält unter anderem Coverversionen von I Think We’re Alone Now (Tommy James & The Shondells, 1967) und War Stories (The Starjets, 1979).

Eins wird schnell klar: Billie Joe Armstrong hat kein Interesse daran, die Originalsongs einfach 1:1 nachzusingen. Ein gutes Cover macht eben auch aus, dass etwas Eigenes einfließt. Diesen Grundsatz nimmt sich der Sänger wohl zu Herzen. Jeder der vierzehn Songs klingt unverkennbar nach Green Day. Tatsächlich erinnern sie musikalisch stark an die 2012 erschienene Album-Trilogie. Schon auf Father of All… (2020) näherten sie sich diesem Sound wieder an, nachdem sie ihm auf Revolution Radio (2016) den Rücken gekehrt hatten. Es geht zurück zu scheppernden Schlagzeugen und weg von den melodischeren, radiofreundlichen Songs.

Coversongs sind eine gute Möglichkeit für Musiker, sich auszuprobieren und mit neuen Sounds zu experimentieren.

Wird diese Möglichkeit hier genutzt? Nur bedingt. Frischen Wind bringt das Album eher weniger. Zwar können A New England oder Amico durchaus überzeugen, doch das Gesamtpaket klingt einfach wie ein Green Day Album von 2012. Fans, die genau das hören wollen, werden sich freuen. Fans, die dagegen etwas Neues auf den Ohren haben wollen, werden eher enttäuscht sein. Den Zweck, sich die Langeweile während der Pandemie etwas vertreiben zu können, erfüllt es jedoch auf jeden Fall. Es ist eben nur ein Spaß-Album und als solches total in Ordnung.

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