Home Interviews Bear´s Den im Interview – über ihr neues Album „Fragments“

Bear´s Den im Interview – über ihr neues Album „Fragments“

by Kevin

Die britische Band Bear’s Den veröffentliche vergangenen Freitag ihr neues Album „Fragments“, welches Neuinterpretationen ihrer Lieder durch ihren langjährigen Freund Paul Frith enthält. Der Komponist ist durch Kollaborationen mit Musikgrößen wie The XX und Radiohead bekannt geworden. Wir wollten von Andrew und Kevin wissen, wie es zu dieser besonderen Zusammenarbeit gekommen ist und was sich in Corona-Zeiten bei ihnen geändert hat. Außerdem geht es ausführlich um die Frage des Supports sowie den Grund, warum Andrew Doubles nun vielleicht etwas weniger mag.

Hallo Andrew, vielen Dank, dass Ihr Euch etwas Zeit für uns nehmt. Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit mit Euch zu sprechen.

Gringoz: Wir hoffen, dass es Euch gut geht. Wie verbringt Ihr derzeit Eure Zeit?

Andrew: Hallo Andrew hier, mir geht es sehr gut, danke. Ich schreibe derzeit viele Lieder und versuche, inspiriert und kreativ zu bleiben, so dass ich in letzter Zeit Lieder für Bear’s Den schrieb und auch mit einigen anderen Freunden schreibe/aufnehme.

Gringoz: Am 18. September wird Euer neues Album „Fragments“ veröffentlicht. Die Entscheidung, dieses Album zu produzieren, wurde bereits 2018 gefällt. Daher sind die Lieder nicht „neu“, sondern haben viel mehr ein komplettes Make-Over erhalten. Könntet Ihr unseren Lesern erklären, worin der Unterschied besteht?

Andrew: Ja, sicher! Das Konzept für „Fragments“ bestand im Wesentlichen darin, die Arrangements einiger unserer Lieder einem Freund anzuvertrauen, den wir bewunderten und dem wir vertrauten. Dieser Freund ist Paul Frith. Das Konzept bestand darin, die Lieder auseinander zu nehmen und sie mit einer anderen Instrumentierung neu aufzubauen, wobei ein kleines Element, das vorher nicht besonders hervorstach, genommen und ein ganz neues Arrangement/Musikstück darum herum aufgebaut.

Gringoz: Das ganze Album ist eine Zusammenarbeit mit Paul Frith, der Euch seit Jahren begleitet. Er hat bereits mit Stars wie The XX und Radiohead zusammengearbeitet. Was war der Grund für die Neuaufnahme genau dieser Lieder mit Paul?

Andrew: Paul hat bei jeder Platte, die wir je gemacht haben, mit uns zusammengearbeitet. Er ist ein unglaublich talentierter Musiker, Komponist und Arrangeur und hat auf allen drei Alben Arrangements für Hörner beigesteuert. Ich glaube, der Grund die Songs aufzunehmen war das Vertrauen und die Freundschaft zu erweitern und Paul die Freiheit zu erlauben, die Lieder neu zu interpretieren, um ihnen ein neues und anderes Leben einzuhauchen und sehen, was dabei rauskommt. Die Hoffnung war, dass er etwas wirklich Neues schaffen und ein neues Licht auf alte Lieder werfen würde, und ich denke, das hat er definitiv getan. Wir können es kaum erwarten, dass die Leute das ganze Album hören!

Gringoz: Ihr habt einmal drei „Fragments“-Live-Shows gespielt, eine davon in der „Earth“ in London. Wir dürfen annehmen, dass es anders für Euch war in dieser besonderen Umgebung zu spielen als ein „normales“ Konzert zu spielen. Was war der schönste Moment dieser drei Nächte?

Andrew: Die Earth Show war unglaublich, und wir spielten die Show auch in der Elbphilharmonie in Hamburg, und das war wirklich ein Moment, den es nur einmal im Leben gibt. Es war verrückt! Dieses Gebäude ist so besonders und schön, und dort gemeinsam mit deinen Freunden und einem Orchester in einem solchen Raum aufzutreten ist einfach eine unglaublich überwältigende Erfahrung. Es war magisch.

Gringoz: Wärt Ihr daran interessiert, eine ganze Tour wie diese drei Konzerte zu spielen? Wir würden auf jeden Fall gerne eine ganze Tour durch Europa in diesem Stil sehen.

Andrew: Das würden wir sehr gerne tun!!!! Die Logistik ist etwas knifflig, wenn man mit einem Orchester auf Tournee geht, aber wenn wir die Möglichkeit haben, werden wir es tun! Wer weiß, vielleicht eines Tages, wenn Tours wieder zurückkommen… Wir würden es liebend gerne tun!

Gringoz: Zwölf Lieder des Albums warten darauf, gehört zu werden. Zwei davon habt Ihr bereits veröffentlicht, nämlich „Fuel On The Fire“ und „Napoleon“. Warum habt Ihr Euch dazu entschieden, genau diese beiden Lieder vorab zu veröffentlichen? Lassen sie erahnen, was uns auf der Platte erwarten wird?

Andrew: Irgendwie ja… Wir wollten von jedem unserer Alben einen Song veröffentlichen, bevor „Fragments“ erscheint. „When You Break“ ist von Islands, „Napoleon“ von RE&PR und „Fuel on the Fire“ von STYMHM, um hoffentlich einen kleinen Einblick zu gewähren, wie wir dieses Projekt angegangen sind. Wir haben Songs von jeder unserer Platten ausgewählt, weil wir sie zu einem Teil von etwas Einzigartigem und Neuem machen wollten.

Gringoz: Corona hat fast jeden hart getroffen. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel noch beim Hurricane-Festival oder anderswo in Europa mit Euch gefeiert. Wie ist es für Euch nicht vor Tausenden von begeisterten Menschen zu stehen? Habt Ihr währenddessen andere Projekte verfolgt als die Veröffentlichung des Albums am letzten Freitag?

Andrew: Corona ist für so viele Menschen so schrecklich, wobei die Live-Musik eine von vielen Welten, die so hart getroffen wurde. Wir vermissen das Tourleben sehr und wir vermissen es, mit all unseren Kumpels zu arbeiten, sowohl mit den brillanten Session-Musikern als auch mit unserer fantastischen Crew. Das Hurricane Festival hat so viel Spaß gemacht, und es fehlt uns definitiv, auf Bühnen mit Publikum, egal welcher Größe, aufzutreten und etwas Besonderes zu kreieren. Außerdem sind wir beide super daran interessiert, auch an anderen Projekten zu arbeiten. Kev betreibt zudem das Plattenlabel Communion Records und ist dieses Jahr auch gerade Vater geworden, was extrem aufregende Neuigkeit sind!!! Ich persönlich habe erkundet, wie ich sowohl für Bear’s Den als auch außerhalb unserer Band kreativ sein kann, sei es als Co-Autor, Produzent, bei anderen Projekten oder einer Art Verschmelzung. Wir sind beide der Meinung, dass es wichtig ist, andere Möglichkeiten zu haben, von denen wir lernen können und das, was wir aus diesen Erfahrungen lernen, wieder in die Welt von Bear’s Den bringen zu können.

Gringoz: Ihr habt bereits die Chance gehabt mit anderen großartigen Künstlern wie Mumford & Sons oder Neil Young, der sowohl als Folk-Musiker bekannt ist als auch unter dem Spitznahmen „Godfather of Grunge“, zu arbeiten. Wie fühlt es sich an, für diese großen Namen zu eröffnen? Und wenn Ihr Euch frei, egal wen aussuchen könntet, wen würdet Ihr gerne als Euren Support spielen sehen?

Andrew: Es fühlt sich wie eine große Ehre an! Die Mumford & Sons sind einige unserer ältesten und besten Freunde, und wir haben schon Shows mit diesen Jungs gespielt, bevor sie überhaupt Mumford & Sons hießen oder wir Bear’s Den genannt wurden. Reizende Menschen, die immer mehr als großzügig zu uns waren, wenn es darum ging, mit uns unterwegs zu sein, und die uns über die Jahre viele Ratschläge und Weisheiten mit auf den Weg gegeben haben.

Neil Young ist ein Genie und für uns alle ein Held. Auf einer grundsätzlichen Ebene war die Tournee mit einem Songwriter, Musiker, Künstler dieses Kalibers und dieser Bedeutung, dessen Liederkatalog wir alle so gut kennen, etwas, das wir immer in Ehren halten werden. Ihn zu treffen war wie eine Begegnung mit der Königin, wir waren alle nervös, und er war uns allen gegenüber sehr freundlich und unterstützend! Wir hatten sowohl das Glück, einige unglaubliche Künstler unterstützen zu können, als auch mit einigen von ihnen selbst auf Tour zu gehen und von ihnen unterstützt zu werden: Wir haben es absolut geliebt im letzten Jahr mit Flyte, Wovoka Gentle und Tusks zu touren.

Ich höre viel von „Vagabon“ und „Angelo De Augustine“, die beide so schöne Stimmen und einen wirklich interessanten und einzigartigen Songwriting-Stil haben. Gerne würde ich mit diesen beiden Künstlern auf Tour gehen und auch Christof Van Der Ven, der unter anderem in der Bear’s Den Tour-Band zu sehen ist, ist ein brillanter Künstler an sich. Es lohnt sich auf jeden Fall, alle ihre Platten auszuchecken!

Gringoz: Unsere letzte Frage bezieht sich immer nicht so sehr auf Eure Musik, sondern soll es mehr um persönliche Geschichten gehen: Was war das schlimmste oder peinlichste Geburtstagsgeschenk, das Du je erhalten hast?

Andrew: Schwierige Frage… Es war nicht wirklich ein Geschenk, aber ich kam einmal zu einer Überraschungs-Geburtstagsfeier, die einige Freunde für mich in einem Pub schmissen, und alle meine Freunde hatten sich so angezogen wie ich, dass sie alle wie ich aussahen! Sie trugen eine Brille wie meine und eine Mütze, wie ich sie trage, und generell alle Arten von Kleidung, die ich normalerweise trage, und einige Leute hatten sich zuvor sogar in meine Wohnung geschlichen und sich einige meiner Kleider geschnappt. Ich kam an und begegnete etwa 20 Leuten, die alle so aussahen wie Kopien von mir. Sehr surreal, wie eine Art David Lynch-Alptraum-Ambiente. Aber alles in allem eine lustige Nacht.

Gringoz: Vielen Dank für Eure Zeit. Bleibt gesund, denn wir können es kaum erwarten, Euch wieder live auf der Bühne zu erleben! Alles Gute für Euch.

Andrew: Herzlichen Dank für die Einladung! Hoffentlich sehen wir uns sehr bald auf einer Show wieder; wann immer dieser Tag kommen mag!

Fotocredit: Sequoia Ziff

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