2020 ist alles anders. Auch bei Chefket. Heißt: Schluss mit Altlasten. Stattdessen: Neue Strukturen mit eigenem Label, die komplette Deutungshoheit über das eigene Schaffen und eine lange, ungeplante Reise durch Asien, um auf neue Gedanken zu kommen und Musikvideos zu drehen. Das Resultat ist sein viertes Album „2112“.

Für die Songs hat Nobodys Face tief in die Trickkiste gegriffen und die abseitigsten Produktionen hervorgezaubert. Über Boom-Bap-Unterbau, Trap-Anleihen, Dubstep-Wobblen oder Grime-Basslines rappt Chefket dabei alles und jeden an die Wand.

Moment rappt Chefket jetzt etwa auf Trap-Beats? Ja, tut er. Aber die viel wichtigere Frage lautet doch: Warum eigentlich nicht? Chefket ist schon immer ein MC gewesen. In der Cypher und auf den Songs, in der Booth und auf den Bühnen. Freestyle oder Doubletime, immer ohne Backup, immer mit Skills.

„2112“ ist ein hartes Album. Ein paar subtile Seitenhiebe hier, ein paar direkt in die Fresse da – so aggressiv und hungrig wie das immer wieder durch die Arrangements keifende Hundeknurren. Aber wenn man genau hinhört, dann merkt man, dass die Wut eigentlich Liebe ist. Liebe für HipHop !

Chefket Live:

08.12.20 Hamburg, Übel und Gefährlich
09.12.20 Stuttgart, Im Wizemann
10.12.20 München, Technikum
12.12.20 Köln, Club Volta
13.12.20 Berlin, Astra

Fotocredit: Adina Scharfenberg @Gringoz Magazine 

Gringoz Magazine
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