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Review: The Aces – Under My Influence

by Jana Gall

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums sind The Aces nun mit einem zweiten Album zurück. Under My Influence (2020) heißt die Platte, welche aufgrund des Einsatzes der vierköpfigen Band für die Black Lives Matter Bewegung in den USA und ihrer Beteiligung an den Protesten einen Monat später erscheint als ursprünglich geplant war. Nun bekommen wir endlich die vierzehn neuen Songs inklusive der Singles Daydream, Kelly, My Phone is Trying to Kill Me und Lost Angeles zu hören.

Bereits die vier vorab erschienenen Songs steigerten die Spannung auf das Album ungemein. Während Daydream und Lost Angeles als fröhlich sommerliche Pop-Hits überzeugen, liefert die Band mit Kelly eine selbstbewusste Single über die Sexualität von Sängerin Cristal und Schlagzeugerin Alisa. Auf dem Album können wir nun endlich die ganze Soundvielfalt von The Aces bewundern. Schon der zweite Song, New Emotion, lässt die Zuhörer aufhorchen. Der Bass hat große Ähnlichkeit mit Another One Bites the Dust von Queen, dennoch klingt der Song wie etwas Neues. Sie machen ihn zu einem eingängigen Club-Song über spannende neue Gefühle.

Dieses Album sollte persönlicher werden. Das Versprechen haben The Aces wahrgemacht. Fast schon bedrohlich und düster klingt 801. Es ist ein weiterer Song über die Sexualität der Schwestern Christal Ramirez und Alisa Ramirez. Dabei geht es nun darum, wie schwierig es ist, in einer Stadt wie Provo in Utah, in der es nur einen Club für Mitglieder der LGBT+-Community gibt, aufzuwachsen. Sie verarbeiten gegen sie gerichtete homophobe Vorurteile und zeigen sich am Ende des Songs selbstbewusst und stark. Nachdem dieses Thema auf dem ersten Album vermieden wurde, trauen sich die Musikerinnen nun, ehrlich mit sich und den Zuhörern zu sein. So wird in Thought Of You über die Traumfrau und in All Mean Nothing über eine Herzensbrecherin gesungen. Dieser Mut, endlich zu zeigen, wer sie wirklich sind, verleiht den Texten Charakter.

Von ruhig und verliebt, wie bei Going Home, zu tanzbaren Party-Songs wie Can You Do können The Aces so einiges bieten. Der Großteil des Albums bleibt bei sommerlichen Indie-Pop-Songs, allerdings klingen diese wesentlich erwachsener als noch auf dem ersten Album. Es geht um Liebe, Herzschmerz und neu entdeckte Emotionen. Man möchte beim Hören in Gefühlen schwelgen und die Songs nachempfinden.

Under My Influence (2020) ist ein Album mit Charakter. Es ist ein erwachsenes Album einer Band, die neues Selbstbewusstsein gefunden hat. The Aces können stolz auf den großen Sprung von ihrem Debütalbum zu diesem Album sein. Nur wenige andere Bands schaffen es innerhalb von zwei Jahren, sich so weiterzuentwickeln, wie The Aces es getan haben.

Foto: Red Bull Records

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