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Live-Review: Dazzle und Alligatoah als großes Finale der Hamburger Autokinokonzerte

by Kevin

Heute steht das große Finale im Hamburger Seat Cruise Inn an! Die Ehre das letzte Autokinokonzert zu spielen obliegt heute den Deutsch-Rappern Dazzle und Alligatoah.

Pünktlich um viertel vor neun startet der Berliner Hip Hopper mit seiner typischen Mischung aus Kuduro, Electro und gesellschaftskritischem Doubletime-Rap in den Abend. Wir haben uns besonders auf die Demonstration dieses Talentes gefreut und werden nicht enttäuscht. Auf der Bühne im Hamburger Hafen ist dank Dazzle und seiner Crew während des 25-minütigen Auftrittes so viel Bewegung wie bei allen seinen, zugegeben electrolastigen, Vorgängern zusammen. Somit ist der Act schön anzusehen, aber vor dem Hintergrund einer recht langen, folgenden Pause doch ziemlich kurz. Wir hätten gerne mehr davon gesehen, denn sein Flow und Freestyletalent überzeugen uns live.

Nach der erwähnten langen Pause von fast einer halben Stunde, in der das einzige, was passiert, im Kanon hupende Autos und die vier angeleinten Schiffe sind, geht’s endlich los. Alligatoah betritt stilecht im gelben Anzug die Bühne, während er von seinen vier Bandmitgliedern in Bademänteln flankiert wird. Battleboi Basti supporrted im Pagenlook. Als Einstieg konnte das Lied „Wissen schützt vor Dummheit nicht“ nicht passender zum gegebenen Anlass gewählt werden. Dies eröffnet Lukas Strobel die Möglichkeit einer rahmengebenden Moderation. Er beschreibt das Konzert als eine Art Film, in dem verschiedene Emotionen angesprochen werden sollen. Dieses Konzept wird im Folgenden so mittelmäßig erfüllt. Ja, es gibt euphorische Momente genauso wie Nachdenkliches, Trauriges oder Lustiges, wie zum Beispiel eine „Werbepause“. Nichtsdestotrotz erschließt sich die Filmanalogie uns nicht ganz, da die Abfolge nicht passt. Es wird keine Geschichte erzählt, zumindest keine, die aufeinander abgestimmt scheint. Als neuntes Lied gibt es „Trostpreis“ gefolgt von dem „Trauerfeier Lied“ und „Meine Hoe“, bevor „Terrorangst“ vor dem „Merch“ kommt. Gefühlt passen die Inhalte der Songs nicht zueinander und wirken willkürlich ausgewählt, sodass sich bei uns keine rechte Atmosphäre einstellen will; schade! Auch bei den anderen Zuschauern der ersten Reihen bleibt es verhältnismäßig ruhig. Zwar sieht man einzelne Party-Autos, doch vermissen wir die breite laut mitsingende Masse. Ebenso fehlt das ausladende Feuerwerk, welches wir von den vorherigen Auftritten gewohnt waren; vor allem da gestern bei Brennan Heart noch einmal groß aufgefahren wurde. Positiv ist wie immer eine sehenswerte Kulisse der Hafenlichter mit den Schiffen und nichtsdestotrotz funktionieren Alligatoahs sarkastische Texte natürlich trotzdem gut. Besonders hervorzuheben ist die Zugabe „Beten und beißen“, welche von den beiden Künstlern gemeinsam performt wird und noch einmal eine lebendige Energie aufzeigt.
Alles in allem, wissen wir, dass Alligatoah auf jeden Fall in der Lage ist eine große Finalshow abzuliefern, aber heute trifft dies nicht wirklich zu. Somit verabschiedet sich das Seat Cruise Inn etwas unter Wert von seinen begeisterten Zuschauer*innen. Aber vielleicht ist es kein Abschied auf lange Sicht…

Fotocredit: Kevin Randy Emmers @Gringoz Magazine

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