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Review: Tim Vantol – Better Days

by Jana Gall

Tim Vantol überzeugt seit Jahren mit seiner markanten, zum Teil rauen, Stimme und seinen Folk-Rock Melodien im Stil von Mumford & Sons oder Chuck Ragan. Der Niederländer wohnt am Rand der Alpen, mitten in der Natur, und genau diese Naturbezogenheit und Einfachheit hört man seiner Musik an. Man möchte am liebsten irgendwo wandern gehen, einfach den Tag genießen und dem Alltagsstress entkommen. Better Days (2020) ist das vierte Album des Singer-Songwriters und hat vor allem eine Nachricht: Die Dinge werden besser, auch wenn es nicht danach aussieht.

Auf seiner Internetseite berichtet der Sänger, er habe sich in einer sehr schwierigen Phase befunden, während er das Album schrieb. Aus dieser Phase heraus schrieb er sehr persönliche Songs über die positiven Dinge im Leben und die menschliche Fähigkeit, in allem Schlechten etwas Gutes zu finden. Dass er einen Schlussstrich unter diese düstere Phase setzen möchte, wird direkt auf dem ersten Song auf dem Album, No More, klar. In dem aufweckenden, herzlichen Song berichtet er von seiner Erkenntnis, so nicht mehr weiter machen zu können und dem Aufbruch zu neuen Ufern. Wie wichtig vor allem soziale Kontakte und Beziehungen sind, um aus so einer Phase herauszukommen, zeigt sich vor allem in Tell Them. Tim Vantol macht darauf aufmerksam, dass man nie wissen könne, wie sich andere fühlen und dass man seinen Angehörigen daher immer daran erinnern solle, wie wichtig sie einem sind.

Der Titeltrack Better Days ist ein fröhlicher, schneller Song, in dem die Gitarrensaiten laut scheppern und zum Mittanzen einladen. Der Song erinnert etwas an die Punk-Rock Vergangenheit des Sängers, der früher Teil der Band Antillectual war. Er fasst den Optimismus des Albums in einem Satz zusammen: Besser Tage werden kommen.

Verbesserung muss nicht von jetzt auf gleich geschehen. Darum geht es in dem ruhigen Track No More. Auch wenn man sich noch so sehr vornimmt, etwas zu verbessern, so kann es doch noch Tage geben, an denen man sich einfach nicht aufraffen kann. Und weil man an solchen Tagen auch viel auf sein Handy schaut und sieht, wie viel besser es allen anderen zu gehen scheint, gibt es mit 5 Inch Screen auch noch einen Song über diese verzerrte Realität auf Sozialen Netzwerken.

Zum Abschluss wird es mit It’s Gonna Hurt sehr emotional und auch sehr ehrlich. Der Sänger berichtet von seiner Erkenntnis, dass man manchmal einfach die schlechten Zeiten hinnehmen muss, damit bessere Tage folgen können. Mit diesem bittersüßen Ende entlässt er die Zuhörer, die aus diesem Album sicher die ein oder andere Lehre ziehen konnten.

Tim Vantol spricht auf Better Days (2020) von seinen tiefsten persönlichen Erfahrungen und trifft den Zuhörer damit direkt im Herzen. Der Optimismus des Sängers ist schon fast ansteckend, man möchte sich aufraffen und seinem Leben einen neuen Schliff verleihen. Zu den persönlichen Texten kommen die aufweckenden Folk-Melodien, die einen zusätzlich motivieren, sich in Bewegung zu setzen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen mehr Unterstützung und Zuspruch benötigen können, kommt so ein Album wie gerufen.

Foto: zur Verfügung gestellt von Uncle M

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