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Das Moped: Das Bedürfnis des Nicht-Stehenbleibens

by Jana

Das Moped ist eine deutsche Indie-Rock Band, die mit nostalgischen Texten und eingängigen, tanzbaren Melodien überzeugen kann. Sie haben gerade erst ihre EP Niemand Sonst (2020) veröffentlicht und starteten auf Tour mit Wanda richtig durch, nun folgt ihr Debütalbum, Erstaunlich Klar (2020). Sowohl die Songs der EP als auch die Singles Traurig und Viel zu lang sind auf der Platte zu hören. Wir durften einige Fragen zum Album und der Tour mit Wanda stellen.

Gringoz: Hallo, vielen Dank für eure Zeit! Ihr seid ja schon echt lange eine Band, habt euch jedoch vor einer Weile umgestellt und seid von englischer Musik zu deutscher Musik gewechselt. Wie kam’s zu der Veränderung?

Das Moped: Augustin hatte 2016 angefangen, für andere Künstler*innen auf Deutsch zu texten. Auf einer Session in der Pfalz in einem ziemlich punkigen Studio versuchten wir dann erstmals auch auf einzelne Instrumentals von uns auf Deutsch zu texten. Erstaunlicherweise entstand dort der Ursprung für unseren Song Alle wollen Liebe und auch für das Lied Es ist schon okay, das nun auch auf unserem ersten Album erscheint.

Gringoz: Ihr habt letztes Jahr eure erste deutsche EP, Alle wollen Liebe, veröffentlicht. War der Schreibprozess eine größere Herausforderung, oder fiel euch das Schreiben auf Deutsch leichter?

Das Moped: Diese Antwort schließt eigentlich bei der ersten Frage an. Auf unserer Muttersprache zu texten reizte uns nach vielen englischen Songs auf einmal mehr. Man erfährt eine viel größere Verliebtheit für das Detail, wenn man auf Deutsch textet. Es ist dementsprechend auch eine größere Herausforderung, da man sich nicht mehr in der englischen Sprache und ihrem guten „Klang“ verstecken kann. Insgesamt kann man aber sagen, dass wir das Gefühl hatten, uns neben den Texten auch soundlich und musikalisch im Kreis zu drehen. Es war einfach Zeit für etwas Neues.

Gringoz: Jetzt erscheint euer Debütalbum, Erstaunlich Klar. War es für euch ein großer Sprung von den EPs zum Album? Seid ihr an das Album anders herangegangen?

Das Moped: Das Album ist eigentlich der Zenit dieser ganzen Entwicklung. Soundlich und textlich geht es neben den EPs nochmal einen Schritt weiter. In unseren Köpfen sind wir jetzt auch schon wieder um einiges weiter und schreiben fleißig weiter an Songs. Die Stärke von Das Moped ist, das immer ein Bedürfnis des Nicht-Stehenbleibens in uns allen vorherrscht.

Gringoz: Wieso habt ihr euch für Viel zu lang als erste Single entschieden?

Das Moped: Viel zu lang besitzt eine starke Nostalgie sowie Positivität, in der wir uns drei sehr repräsentiert fühlen. Musikalisch ist der Song eine Hommage an unsere intensiven Indie-Pop Zeiten von früher. Es fühlte sich gut an, so eine Nummer als Vorbote des Albums zu veröffentlichen. Hört man den Titel im Kontext des Albums, dann ist Viel zu lang eine Farbe von vielen Überraschungen, die auf soundlicher und textlicher Ebene passieren.

Gringoz: Worauf dürfen sich Fans bei diesem Album besonders freuen, habt ihr Lieblingssongs auf dem Album?

Das Moped: Definitiv die oben angesprochene Vielfalt. Uns sind Alben immer noch sehr wichtig, deswegen wollten wir auch im Tracklisting ein Album zusammenstellen, das man gut in einem Durchhören kann. Gleichzeitig erzählt jeder Song eine Emotion und/oder eine Geschichte, in der sich hoffentlich viele wiederfinden und spiegeln können.

Gringoz: Ihr wart gerade erst auf Tour mit Wanda. Wie war die Tour? Hattet ihr ein persönliches Highlight?

Das Moped: Dass wir mit Wanda touren durften, war eins der größten Geschenke, die uns je gemacht wurden. Durch unsere Produktion haben wie in den letzten Jahren viel Zeit in Wien verbracht und durften durch unseren Produzenten, Paul Gallister, Marco Wanda und einzelne aus der Band kennenlernen. Wanda war definitiv auch eine Band, die uns gezeigt hat, wie verdammt schön es ist, wenn man die deutsche Sprache sehr gut in Songs einsetzt. Auf so großen Bühnen zu stehen war mit Abstand das Beeindruckendste für uns seit langem. Diese ganze Tour fühlt sich immer noch an wie ein Rausch, an den man sich ständig zurückerinnern will. Jedes Konzert war deswegen dann irgendwie ein Highlight.

Gringoz: Der Rest eurer Tour musste ja leider abgesagt werden und weitere Konzerte scheinen in naher Zukunft nicht möglich zu sein. Für viele Bands ist die derzeitige Situation ein Grund, einen Album-Release zu verschieben. Wieso habt ihr euch dagegen entschieden? Was können Fans tun, um euch zu unterstützen?

Das Moped: Ehrlich gesagt sind wir gerade jetzt froh, dass wir das Album in der Pipeline haben. Wir haben uns oft vorgestellt wie es wäre, hätte man jetzt nur Konzerte und Festivals geplant und keine neuen Releases. Dann wäre einfach tote Hose. Insofern stand für uns nie zur Debatte, das Album nicht zu veröffentlichen oder zu verschieben. Wir hoffen vor allem auch, dass viele vielleicht das Album in einer solchen Zeit viel bewusster hören und wahrnehmen. Es brennt uns aber natürlich auch in den Fingern die Songs unseres ersten Albums sobald es geht wieder live für euch spielen zu dürfen.

Gringoz: Mal ein positiver Ausblick in die Zukunft: Auf was freut ihr euch nach Corona am meisten? Welchen neuen Song wollt ihr am liebsten live spielen?

Das Moped: Das Spannende wird dann wieder sein welche Songs eher „Albumsongs“ sind oder wirklich auch gut live funktionieren. Das Schöne am Livespielen ist das unmittelbare Feedback, das man als Spieler vom Publikum bekommt. Viele Songs der EPs sind auch erst live für uns gewachsen oder haben sich von Abend zu Abend weiterentwickelt. Ein schönes Beispiel dafür ist Das Ist Gut: Auf Platte funktioniert er als träumerische Indie-Ballade und live ist der Song zu einer energievollen Indie-Rock-Ballade geworden, die von den Zuhörern in dem Konzertmoment ganz anders aufgenommen wird, als wenn sie ihn auf Spotify hören.

Gringoz: Vielen Dank für eure Zeit.

Das Debütalbum von Das Moped, Erstaunlich Klar, erscheint am 22. Mai.

Foto: Sarah Knüpfer

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