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Review: Enter Shikari – Nothing Is True & Everything Is Possible

by Jana

Enter Shikari hat längst den Status einer Legende in der Szene erreicht. Die einzigartige Mischung aus Hardcore und Elektro überzeugt Fans schon seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums vor dreizehn Jahren. Die vier Engländer, die mit bisher fünf Studioalben die Musikszene geprägt haben, veröffentlichen nun ihr sechstes Album, Nothing Is True & Everything Is Possible. Die vier bereits erschienenen Singles bieten einen vielversprechenden Ausblick auf ein vielfältiges Album, auf dem Enter Shikari all ihre musikalischen Möglichkeiten ausschöpfen.

Mit dem letzten Album, The Spark (2017), ist klar geworden, dass sich die Band musikalisch mittlerweile auch in ruhigeren Gebieten bewegt und ihre Musik radiofreundlicher geworden ist. Die neue Platte befindet sich soundmäßig in einem ähnlichen Rahmen wie der Vorgänger, jedoch ist von der Verletzlichkeit, die in Songs wie Airfield oder An Ode to Lost Jigsaw Pieces mitschwingt, auf dem neuen Album wenig übriggeblieben.

Die beiden Singles THE GREAT UNKNOWN und { The Dreamer’s Hotel }, die am Anfang des Albums platziert sind, erinnern noch sehr an ältere Enter Shikari Musik. Beides sind energetische Elektro-Rock Songs, auf die man sich live wahrscheinlich am meisten freut. Danach wird es experimenteller. Crossing The Rubicon klingt schon fast nach einem fröhlichen Pop-Song, während Waltzing off the Face of the Earth (I. Crescendo) ein dynamischer Walzer ist, aus dessen Text auch der Albumtitel entspringt. Es fällt auf, dass Enter Shikari ihre bissigen, gesellschaftskritischen Texte nicht zurückgelassen haben. Auf dem Album werden die unterschiedlichsten Probleme thematisiert. So singt Sänger Rou Reynolds über die amerikanischen Waffengesetze, die empathielose Flüchtlingspolitik, die Untätigkeit bezüglich des Klimawandels und den negativen Einfluss von sozialen Medien.

Auch interessant ist, dass drei Songs in zweifacher Ausführung auf dem Album zu finden sind. Waltzing oft the Face off the Earth, modern living.… und Marionettes haben alle einen abgeänderten Doppelgänger oder eine Fortsetzung. Waltzing off the Face off the Earth (I. Crescendo) findet eine ruhige Fortsetzung in Waltzing off the Face off the Earth (II. Piangevole), das als Outro für das Album dient. modern living…., eine ironisch-fröhliche Hymne über Workaholics, bekommt mit apøcaholics anonymøus (main theme in B minor) eine eher elektronisch angehauchte Fortsetzung.

Das Album erinnert an ein Theaterstück. Von fast schon dramatischen Songs, über Orchesterstücke wie Elegy For Extinction, bis zu fast schon unbeschwert klingenden Songs wie satellites* *  oder the pressure’s on. deckt das Album eine große Bandbreite an Klängen und Emotionen ab. Sowohl für Fans der älteren Alben als auch für Fans von The Spark (2017) ist etwas dabei und auch einige neue Höhrer werden wohl durch dieses Album Gefallen an Enter Shikari finden.

Enter Shikari haben ihr Ziel, sich auszuprobieren und musikalisch zu neuen Ufern aufzubrechen, erreicht. Das Album ist so vielfältig wie keines ihrer Alben zuvor. Nun bleibt nur abzuwarten, wie die Songs live ankommen. Dies kann man bei ihrer Tour im Dezember selbst beurteilen.

Enter Shikari – Tour 2020

04.12. Berlin, Columbiahalle
05.12. Köln, Palladium
06.12. Stuttgart, LKA
09.12. München, Tonhalle
10.12. Offenbach, Stadthalle

Foto: Derek Ridgers

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