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Review: Apaath – Schere Zange Glück

by Jana Gall

Man stelle sich vor, Kraftklub würden ein Hardcore-Album veröffentlichen, schon hätte man eine Platte im Stil von Apaath.  Das Debüt des Quartetts aus Bayern, Schere Zange Glück (2020), behandelt alltägliche Konflikte, unterlegt mit schepperndem Schlagzeug.

Der scheppernde Garagen-Sound ist direkt zu Anfang des Albums präsent. Otto Paetty, FettArme und Sofa funktionieren alle nach dem gleichen Schema. Fetzige Gitarren, dazu sich wiederholende Texte und ein bedrückendes Gefühl. Es wirkt alles monoton, die Songs unterscheiden sich nicht großartig. Die Strophen sind ruhig, dazu kommen die schnellen Refrains. Mehr Abwechslung wäre hier wünschenswert.

Die zweite Hälfte des Albums ist überzeugender. Interferenzen und 31#B sind ruhiger, aber gerade die Gitarrenparts in 31#B und das lange instrumentale Outro gestalten das Hörerlebnis interessanter. Interferenzen dagegen klingt wie ein ruhiger Sommersong, den man hört, wenn man wegen Regen nicht rausgeht. Das melodische Pfeifen am Ende unterstreicht dieses Gefühl noch, der Song könnte so schon fast im Radio laufen.

Fast schon bedrückend wirkt Guaca durch die schweren Gitarrensounds, der starke Kontrast, den es zu 31#B und Haare bildet, unterstreicht dieses Gefühl noch. Passend, dass darauf das fast vier Minuten lange Instrumental Klettern folgt, das durch ähnlich schwere Gitarrensounds und einen langen Aufbau ebenso ein beklemmendes Gefühl verursacht.

Das Album bietet leider nur kurzen Spaß. Mit 32 Minuten und neun Songs, von denen drei vorher schon bekannt waren, folgen sie dem Trend, kürzere Alben zu veröffentlichen. Schade, denn zwei oder drei weitere Songs hätten dem Album gutgetan.

Der Stil von Apaath bietet etwas Neues und ist eine interessante Ergänzung für die Musikszene. Das Debütalbum des Quartetts hat jedoch einige Schwächen. Es ist kurz und bietet keinen richtigen Höhepunkt. Der monotone Klang mag als Stilmittel zu den Texten passen, macht den Hörspaß aber schnell zunichte. Trotzdem sollte man weiter ein Auge auf die Newcomer aus Bayern haben, Potenzial ist nämlich vorhanden.

Wer Apaath live erleben möchte, kann sich auf eine Show mit Kind Kaputt am 08. Januar 2021 in Nürnberg freuen.

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